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Baby durchschlafen: Warum unruhige Nächte anfangs normal sind

Sobald ein Baby durchschlafen kann, ist das für die Eltern eine große Erleichterung. Unruhige Nächte sind in den ersten Monaten allerdings völlig normal. Denn auch Schlafen will gelernt sein! Lies hier Tipps und Tricks für ruhige Nächte und im Video siehst du die 8 besten Geheimtipps, wie dein Kind endlich lernt duchzuschlafen:

Mit diesen 8 Tipps lernt dein Baby durchzuschlafen

In diesem Artikel:

Baby durchschlafen: Anfängliche Einschlaf-Probleme sind normal

Jetzt mal ehrlich: Die erste Zeit mit Baby ist toll – aber auch extrem anstrengend. Quengeln, Herumzappeln, stundenlanges Schreien: Das Baby schläft nicht durch und die Eltern sind ebenfalls übermüdet und gestresst.

Die „schlechte“ Nachricht: Es gibt keine magische Formel, die dein Baby durchschlafen lässt. Wann ein Kind die Nacht durchschläft ist individuell und sehr verschieden. Allerdings ist das nächtliche Wach-werden deines Zwerges völlig normal, informiert auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihren Artikel „Der Weg zu einem stabilen Rhythmus“:

„Dass Kinder in den ersten Lebensmonaten mehrmals nachts wach werden, ist nicht nur normal, sondern auch wichtig für ihre Entwicklung.“

Baby durchschlafen: Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

Einige Babys liegen allerdings nachts wach, weil sie einfach nicht müde genug sind, um weiterzuschlafen. Das kann daran liegen, dass sie tagsüber zu viel schlafen. Die nachfolgende Tabelle, kann dir dabei helfen einzuschätzen wie viel Schlaf dein Zwerg tatsächlich braucht:

Alter Schlafdauer
0-3 Monate 16-18 Stunden
3 Monate 14,5 Stunden
6-9 Monate 14,2 Stunden
12 Monate 14 Stunden
18 Monate 13,5 Stunden
2 Jahre 13 Stunden
3 Jahre 12,5 Stunden

 

Wichtig: Das sind Durchschnittswerte. Genauso individuell wie das Alter, in dem dein Kind durchschläft, ist die Schlafdauer. Es gibt auch unter Babys bereits Lang- und Kurzschläfer, Frühaufsteher und Nachteulen.

Video-Empfehlung

Baby schläft nicht durch: Schlaf-Wach-Rhythmus ist schuld

Eigentlich schläft kein Mensch wirklich „durch“, auch Erwachsene nicht. Der Schlaf hat einen zyklischen Aufbau. Nach dem Einschlafen kommt nach wenigen Minuten leichtem Schlaf der Tiefschlaf und schließlich der Traumschlaf. So eine Runde nennt man Schlafperiode, sie dauert beim Erwachsenen ca. 90 Minuten und bei Säuglingen ca. 45 Minuten. Nach einer Periode folgt eine kurze Wachphase. Diese dient dazu, mögliche Gefahren (z.B. Unterkühlung) zu erkennen. Wenn alles in Ordnung ist, schläft man schnell wieder ein. Bei Neugeborenen und kleinen Säuglingen überwiegen die Leichtschlafphasen.

Dein Baby schläft nicht durch? Ein weiterer Grund ist der noch fehlende Tag-Nacht-Rhythmus. Dein Baby weiß nicht, welche Tageszeit gerade ist, der Schlaf-Wach-Rhythmus ist also noch nicht an Tag und Nacht gebunden. Es muss erst lernen, dass in der Nacht geschlafen wird. Außerdem ist der Magen von Neugeborenen noch sehr klein. Deshalb benötigt dein Baby regelmäßig alle paar Stunden Nahrung – auch in der Nacht.

Wann kann mein Baby durchschlafen?

Grundsätzlich bedeutet, Durchschlafen bei Babys, dass sie erst nach zwei Schlafzyklen von je drei bis vier Stunden aufwachen. Sie schlafen in der Nacht dann also insgesamt sechs bis acht Stunden durch. Bis zum siebten Monat ist es völlig normal, dass ein Baby mindestens einmal pro Nacht aufwacht, weil es Hunger hat.

Manche Babys weinen und schreien, wenn Sie Zuneigung brauchen. Sehr kleine Babys wissen nicht, dass die Eltern noch existieren, wenn es sie nicht mehr sehen kann. Es denkt, sie würden aufhören zu existieren und fühlt sich folglich einsam und verlassen. Achte also unbedingt darauf, dass dein Kind in der Nacht immer ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz hat.

Zusatztipp: Babys entwickeln sich sehr unterschiedlich. Lass dich nicht von anderen Eltern verunsichern, die erzählen, wie gut deren Baby durchschlafen kann.

Natürliche Schlafräuber

Das nächtliche Aufwachen kann viele Gründe haben. Es kommt auch vor, dass ein Kind, das bis dato schon durchgeschlafen hat, sich nachts wieder meldet. Neben Hunger und Durst können kurzzeitige Ursachen daran schuld sein, die mit der Entwicklung deines Kindes einhergehen und für einen erneuten unruhigen Schlaf sorgen:

Baby durchschlafen: Sind Schlafprogramme sinnvoll?

Beschäftigst du dich mit dem Thema „Baby durchschlafen“,  stolperst du früher oder später über den diverse Schlafprogramme. Dabei soll das Durchschlafen beim Baby gezielt trainiert werden. Eine der bekanntesten – und umstrittensten – Programme ist dabei die sogenannte Ferber-Methode. Die Eltern sollen ihr Baby hier ins Bett legen, gute Nacht sagen und dann den Raum verlassen. Egal, ob das Kind weint oder schreit, die Eltern dürfen in den Raum erst nach Ablauf einer bestimmten (immer länger werdenden) Zeitspanne wieder betreten.

Mehr Informationen und ob die Ferber-Methode deinem Kind tatsächlich nachhaltig schaden kann, hier in unseren Ratgeberartikel „Ferber-Methode: Lernt meint Kind damit wirklich zu schlafen?

Baby durchschlafen: Tipps

Wichtig für einen ausgeglichenen Schlafrhythmus ist daher, dass du dich auf das individuelle Schlafbedürfnis deines Kindes einstellst. Hier ein paar Tipps, damit dein Baby durchschlafen lernt:

#1 Einschlafrituale
zum Beispiel Vorlesen, Kuscheln oder ein leises gesungenes Wiegenlied

#2 Pucken
Dein Baby fühlt sich in die Enge des Bauchs zurückversetzt, dies beruhigt.

#3 Vorhang zu oder Licht aus
Dunkelheit zeigt deinem Baby, dass Schlafenszeit ist.

#4 Gut Lüften
Frische Luft hilft unruhigen Kindern ebenfalls schneller einzuschlafen.

 

Noch mehr Infos und Tipps für eine ruhige Nacht findest du in unserem Ratgeberartikel „Tipps für einen ruhigen Babyschlaf – Von Einschlafritual bis Frischluft“.

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Quellen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Der Weg zu einem stabilen Rhythmus,
https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/0-12-monate/schlafrhythmus-finden/, (letzter Zugriff: Juni 2016)

Oskar G. Jenni, Ivo Iglowstein, C. Benz, Remo H. Largo: Perzentilenkurven für die Schlafdauer in den ersten 16 Lebensjahren. pädiat. prax. 63 481-489 (2003) Hans Marseille Verlag

Gebauer-Sesterhenn, Birgit; Dr. med. Edelmann, Katrin; Pulkkinen, Anne: Die ersten 3 Jahre meines Kindes. Das umfassende Standardwerk zu Entwicklung, Gesundheit und Erziehung, Gräfe Und Unzer

Imlau, Nora: Das Geheimnis zufriedener Babys. Liebevolle Lösungen, damit Ihr Baby ruhiger schläft und weniger weint, Gräfe Und Unzer

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