Wenn das Baby erkältet ist: Hilfe bei Schnupfen, Husten und Fieber?

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
Vater liest seinem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte vor
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Hier erfährst du, was bei Schnupfen, Fieber und Halsschmerzen schnelle Linderung verschafft und wie du dein Baby vor Ansteckung schützen kannst.

Warum sind Babys anfällig für Erkältungen?

Dass ein Neugeborenes erkältet ist, kommt äußerst selten vor. Aber sobald Mamas Nestschutz im Alter von etwa drei Monaten nachlässt, machen Erkältungsviren auch vor Babys nicht Halt. Gefährlich sind grippale Infekte für die Kleinen normalerweise nicht, aber dennoch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Babys erwischt es besonders oft, acht bis 12 grippale Infekte pro Jahr sind in den ersten beiden Lebensjahren keine Seltenheit. Grund für die häufigen Erkältungen ist, dass sich das Immunsystem der Kleinen erst noch entwickeln muss und Krankheitserregern nichts entgegenzusetzen hat. Sind Mama, Papa oder Geschwister infiziert, stecken sich Babys schnell an.

Erschwerend kommt hinzu, dass Babys in der oralen Phase gerne alles, was sie in die kleinen Fingerchen bekommen, in den Mund stecken. Viren und Bakterien, die auf Gegenständen mehrere Stunden überleben können, haben dann ein leichtes Spiel.

Was sind typische Symptome einer Erkältung beim Baby?

Die Symptome einer Erkältung sind beim Baby ähnlich wie bei Erwachsenen.

Typisch sind:

  • eine verstopfte Nase,
  • Niesen,
  • Husten und geschwollene Lymphknoten im Hals- und Nackenbereich.
  • Zudem können die Augen auffällig gerötet sein.
  • Vermutlich ist das Kind unruhig oder quengelig, weint viel und mag kaum oder gar nicht trinken.

Im Gegensatz zu Erwachsenen tritt bei Säuglingen und Kleinkindern noch häufig Fieber auf. Fieber ist eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers. Bei einer höheren Temperatur können sich Bakterien und Viren nicht so gut vermehren. Fieber alleine ist daher erstmal nichts Schlimmes. 

Baby ist erkältet und hat Fieber

Wichtig ist der Allgemeinzustand des Kindes: Wirkt es auffallend schläfrig, wirkt es apathisch und trinkt schlecht, solltest du immer einen Kinderarzt/ eine Kinderärztin kontaktieren! Säuglinge reagieren auf Infekte nicht immer sofort mit deutlichem Fieber.

  • Bei Kindern unter drei Monaten solltest du bereits bei einer Körpertemperatur von über 38° Celsius vorsichtig sein.
  • Bei älteren Kindern sollte hohes Fieber ab 39° Celsius ärztlich abgeklärt werden, das mehrere Tage anhält.
: wichtige Infos vom Kinderarzt

Wann solltest du mit dem Baby bei Erkältung zum Arzt?

Grundsätzlich solltest du dich nicht scheuen, immer medizinischen Rat einzuholen, wenn beim Baby oder Kleinkind Beschwerden auftreten.

Zum Kinderarzt solltest du, wenn das Kind

  • jünger als drei Monate ist
  • Fieber über 39 °C hat oder länger als drei Tage fiebert
  • sehr krank wirkt und sich der Allgemeinzustand rapide verschlechtert
  • Bewusstseinsstörungen zeigt
  • die Nahrung komplett verweigert oder mehrere Tage deutlich zu wenig trinkt
  • Atembeschwerden hat
  • unter starkem oder bellendem Husten leidet
  • Ohrenschmerzen bekommt (erkennbar an häufigem Anfassen des Ohrs) oder
  • dickflüssiger, gelblicher Schleim aus der Nase austritt
  • von zusätzlichen Beschwerden (z.B. Erbrechen, Durchfall) geplagt wird
  • länger als eine Woche von Erkältungssymptomen betroffen ist

Welche Hausmittel gegen Erkältung sind für Babys geeignet?

Babys können noch nicht durch den Mund atmen. Ist die Nase verstopft, erschwert das nicht nur die Atmung, sondern auch das Trinken. Wichtig ist deshalb, das Näschen schnell von Schleim zu befreien. Mit einem Nasensauger lässt sich festsitzendes Sekret gut entfernen.

  • Ein bewährtes Hausmittel zum Abschwellen der Nasenschleimhaut ist, einige Tropfen Kochsalzlösung oder Muttermilch mit der Pipette ins Nasenloch zu träufeln. In Apotheken gibt es zwar abschwellende Nasensprays für Babys, wegen des Gewöhnungseffekts sollten diese aber allenfalls in Absprache mit dem Kinderarzt und ohnehin nur kurz zur Anwendung kommen.
  • Viel trinken verflüssigt den Schleim und lässt ihn schneller abfließen. Babys, die noch gestillt werden, können öfter als üblich angelegt werden. Ansonsten eignet sich lauwarmer Kamillen- oder Fencheltee, der gleichzeitig der Verbreitung der krankheitserregenden Keime in Mund und Rachen entgegenwirken kann.
  • Bei Heizungsluft trocknen die Schleimhäute schneller aus. Eine Raumtemperatur von 18 Grad ist ausreichend für den Schlafplatz deines Babys. Gegen das trockene Raumklima hilft regelmäßiges Stoßlüften sowie feuchte Tücher aufzuhängen oder eine Wasserschale auf der Heizung zu platzieren.
  • Hat das Baby Fieber, lässt sich die Temperatur mit lauwarmen (nicht kalten!) Wadenwickeln senken. Diese sollten jedoch frühestens ab einem Alter von mindestens sechs Monaten angebracht werden und auch nur dann, wenn das Kind bei der Maßnahme keine Anzeichen von Unwohlsein erkennen lässt.

Ätherische Öle sind zwar ein beliebtes Hausmittel bei Atemwegserkrankungen, dürfen bei Babys und Kleinkindern noch nicht eingesetzt werden. Sie können einen Stimmritzenkrampf auslösen, der zum Atemstillstand führt. Das gilt auch für frei verkäufliche Salben zum Einreiben, die Menthol, Eukalyptus oder Pfefferminzöl enthalten.

Eine gute Alternative sind Zwiebelsäckchen, die du neben dem Babybettchen aufhängen kannst oder Engelwurzbalsam.

Wie lange dauert eine Erkältung beim Baby?

Die Erkältung klingt im Allgemeinen nach sieben bis zehn Tagen wieder ab. In seltenen Fällen kann sich die Infektion ausbreiten und zu einer Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung führen.

Wie verhältst du dich richtig, wenn du erkältet bist?

Dich hat‘s erwischt und du hast Angst, dein Baby anzustecken? Wichtig ist jetzt, noch mehr als üblich auf Hygiene zu achten. Also regelmäßig gründlich Hände waschen und desinfizieren.

Du stillst noch? Keine Sorge, du kannst dem Säugling auch weiterhin die Brust geben. Viruserkrankungen werden nicht durch Muttermilch übertragen, sondern über die Atemluft und Haut-/Schleimhautkontakt. Bei schweren Symptomen und hohem Fieber solltest du allerdings einen Arzt zu Rate ziehen. Weise ihn darauf hin, dass du stillst. Einige Medikamente darfst du in der Stillzeit nämlich nicht einnehmen, da sie dem Kind schaden können.

Quellen