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Ab wann können Babys greifen?

vonFabienne Nagel

Das Greifen ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung deines Babys. Ein Überblick über erste Reflexe, ab wann Babys zielgerichtet greifen und wie du die dominante Hand erkennen kannst.

vonFabienne Nagel
© Pexels / Anna Shvets

Neugeborene Babys: Greifen als Reflex

In den ersten Lebensmonaten ist der Greifreflex deines Babys noch sehr ausgeprägt. Sobald etwas die Handinnenflächen deines Babys berührt, umschließen es die Finger ganz automatisch. Am Anfang passiert das Greifen also noch unbewusst. Es wird einige Monate dauern, bis der Greifreflex nach und nach verschwindet.

In dieser Zeit wird sich dein Baby schon intensiv mit seinen Händen und Fingern befassen. Es wird sie in den Mund nehmen, aber auch beobachten, wie sich die Finger bewegen. Viele Babys betasten auch mit ihrer einen Hand ihre andere.

Dabei wird automatisch die Hand-Augen-Koordination deines Babys gefördert: die Bewegungen der Augen mit wird immer besser mit den Bewegungen der Finger und Hände abgestimmt.

: Sehfähigkeit von Babys

Ab wann greifen Babys zielgerichtet?

Im vierten und fünften Lebensmonat kann dein Baby inzwischen bewusst nach etwas greifen. Auch größere Gegenstände, wie zum Beispiel Bauklötze, kann es bereits aufheben. Dabei benutzt dein Baby beide Hände.

Für die kommende Zeit kannst du dein Baby beim Greifen mit Spielzeug fördern. Eine Auswahl an schönem Holzspielzeug findest du hier.

So entwickelt sich die Feinmotorik

Spätestens mit einem halben Jahr wird der Greifreflex verschwunden sein. Dein Baby schafft es nun, zum Beispiel eine Rassel in einer Hand zu halten und auch zu bewegen. Es wird sie außerdem schon von einer in die andere Hand wechseln können.

Der Scherengriff: 8. und 9. Monat

Dein Baby kann jetzt kleine Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger halten. Dabei verwendet es aber die gesamte Fingerlänge zum Greifen. Das nennt man Scherengriff. Kleine Gegenstände wie Münzen oder Knöpfe solltest du spätestens jetzt vor deinem Baby in Sicherheit bringen!

Auch beim Essen solltest du aufmerksam bleiben. Dein Baby hat wahrscheinlich schneller so manches Essen gegriffen und sich in den Mund gesteckt, als du gucken kannst. Das Interesse am Essen und die Fähigkeit, kleinere Stückchen mit den Fingern aufzunehmen und sich zum Mund zu führen, sind erste Reifezeichen für den Beikoststart.

Der Pinzettengriff: 10. bis 12. Monat

Der Scherengriff wird vom Pinzettengriff abgelöst. Das heißt: Dein Baby greift nun mit den Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger gezielt nach sehr kleinen Dingen.

Das Greifen klappt inzwischen also schon gut. Das Loslassen hingegen klappt eher weniger. Wenn dein Baby mit einem Spielzeug nicht mehr spielen möchte, wird es das Spielzeug wahrscheinlich schütteln – das soll dann eigentlich Loslassen sein.

Wie du das Greifen fördern kannst

  • Speziell für das Greifen: Greifringe, Fühl- und Stoffbücher, Spielzeug mit Knisterfolie
  • Spielzeug, das du bestimmt schon hast, aber sich auch gut eignet: Ketten mit großen Holzperlen, Rasseln
  • Um dein Baby zum Greifen zu ermutigen, kannst du entweder sein Lieblingsspielzeug oder anderes, auffälliges Spielzeug in der Nähe platzieren.
  • Neben Spielzeug eignet sich ein Spielbogen auch perfekt, um dein Baby beim Greifen zu unterstützen. Leg dein Baby auf einer Spieldecke unter dem Spielbogen ab und los geht’s.
Ab wann muss ein Baby greifen können?
Altersgerechte Entwicklung

Viele Kinder beginnen im 3. Monat gezielt zu greifen. Aber jedes Baby hat auch dafür sein eigenes Tempo. Wenn dein Baby mit zwei Monaten noch gar kein Interesse an Spielzeug zeigt, oder wenn es mit neun Monaten nicht nach Dingen greift, solltest du mit dem Kinderarzt sprechen.

Links- oder Rechtshänder: Wann erkennt man es?

Welche Hand die dominante Hand deines Babys wird, kann man in den ersten zwölf Monaten noch nicht feststellen. Beim Greifen wird dein Baby beide Hände gleich viel benutzen. Ab etwa dem achten Monat wird dein Kind eine Hand wahrscheinlich bevorzugen. Im Alter von zwei bis drei Jahren ist die Händigkeit meistens vollständig ausgeprägt.

Quellen

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