Foodwatch warnt: Baby-Lebensmittel enthalten mehr Arsen als erlaubt

Foodwatch warnt: Diese Baby-Produkte enthalten zu viel Arsen

Reiswaffeln & Co sind ein beliebter Snack bei Kindern und für Eltern eine gesündere Alternative zu manchen Keksen. Einige Produkte geraten wegen ihrer Arsen-Belastung immer wieder in die Schlagzeilen. Jetzt fand Foodwatch heraus, dass auch Baby-Produkte stärker belastet sind, als bisher angenommen.

Ein kleines Kind isst eine Reiswaffel
Sind Reiswaffeln doch nicht so unbedenklich fürs Kind? © Bigstock/dolgachov

Neue Labortest bei Babyprodukten

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fand nun heraus, dass der krebserregende Stoff Arsen in höherer Konzentration in Baby-Lebensmitteln steckt, als man denkt. Arsen ist ein Halbmetall, das in Verbindung mit Sauerstoff giftig ist und in Verdacht steht, Krebs zu verursachen. Das Problem ist, dass es als Spurenelement in fast allen Lebensmitteln und Getränken ganz natürlich vorkommt.

In geringen Mengen ist das auch relativ unbedenklich. Die Konzentration sollte allerdings einen gewissen Grenzwert nicht überschreiten – vor allen nicht bei Baby-Produkten. Foodwatch testete jetzt 18 Reisprodukte für Säuglinge von verschiedenen Anbietern. Bei manchen Produkten bekannter Marken wurde der vorgeschriebene Grenzwert nur knapp unterschritten, der Anteil an Arsen war bei diesen sogar viermal so hoch wie bei Vergleichsprodukten andere Hersteller.

Das sei laut foodwatch inakzeptabel. „Die Hersteller von Babynahrung sind in der Verantwortung, die Belastung mit Arsen auf ein unvermeidbares Minimum zu reduzieren. Es ist inakzeptabel, dass einige Produkte drei- bis viermal so viel Arsen enthalten wie andere.“, so Johannes Heeg von Foodwatch.

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Höhere Belastung als vorgeschriebene Grenzwerte

Die Europäische Union hat 0,1 Milligramm Arsen pro Kilogramm Reis als maximalen Grenzwert festgelegt. Viele der von Foodwatch getesteten Produkte haben diesen Grenzwert nur knapp unterschritten.

© foodwatch

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Im direkten Vergleich wird klar, wie deutlich der Arsen-Gehalt zum Teil voneinander abweicht. Viele Hersteller halten sich „nur“ an den vorgeschriebenen Grenzwert, obwohl es möglich ist, die Arsen-Belastung auf weit unter 0,1 mg/kg zu senken. Hier kannst du die ausführlichen Testergebnisse nachlesen.

Kompletter Arsenverzicht unmöglich

Arsen ist ein chemisches Element, das man von Natur aus in der Erdkruste finden kann. Über das Grundwasser gelangt Arsen in unser Trinkwasser und unsere Lebensmittel. Da Reis in wassergetränkten Feldern angebaut wird, lässt sich Arsen bei Reis nicht komplett vermeiden. Die Hersteller hätten es jedoch selber in der Hand den Arsengehalt so gering wie möglich zu halten.

Foodwatch hat die Testergebnisse mittlerweile an die zuständigen Behörden weitergegeben und fordern diese auf, Babyprodukte auf Reisbasis regelmäßiger auf deren Arsengehalt zu überprüfen.