Schlaf Neugeborenes: Wie das Baby in den ersten Wochen schläft

Schlaf Neugeborenes: Wie das Baby in den ersten Wochen schläft

Du hast das Gefühl dein Baby schläft nicht genug? Erfahre hier, wie viel Neugeborene tatsächlich schlafen und wie du es sanft an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen kannst.

Neugeborenes schläft
Ein Neugeborenes schläft viel, aber nicht immer ruhig © Bigstock/ Natalia Deriabina

Neugeborenes schläft nicht?

Vielleicht hast du in den ersten Lebenswochen das Gefühl, dein Baby schläft nicht genug. Neugeborene haben nämlich noch keinen Rhythmus und schlafen einfach, wenn die Müdigkeit sie überkommt. Und selbst dann hält der Schlaf bei Neugeborenen nicht lange an: Schlafphasen von nur einer Stunde sind durchaus normal. So machen die meisten Babys die Nacht zum Tag. Den Eltern erscheint es dann, als würde ihr Baby nie schlafen!

Tagsüber ist es daher wichtig, sich auszuruhen und selbst Schlaf (und somit die nötige Ruhe und Gelassenheit) zu bekommen, während das Baby ruht, anstatt Hausarbeiten zu machen. Allerdings ist das gerade mit weiteren Kindern meist nur begrenzt durchführbar.

Wie viel schlafen Neugeborene? Schlafen ohne Rhythmus

Tatsächlich verschläft ein Neugeborenes meist den ganzen Tag: 16 – 18 Stunden Schlaf sind es in den ersten drei Monaten durchschnittlich pro Tag. Neugeborene Babys verteilen ihren Schlaf allerdings noch nicht hauptsächlich auf die Nacht – zumindest können nur wenige Eltern glücklich davon berichten. Der Schlaf kommt einfach und das Baby sollte dann auch schlafen dürfen, wann und solange es will. In der Regel schlafen Neugeborene aber nicht länger als ein bis fünf Stunden am Stück.

  • Wachphasen Neugeborenes: 1 – 2 Stunden am Stück
  • Schlafphasen Neugeborenes: 1 – 5 Stunden am Stück

Versuche, einen frühen Rhythmus zu erzeugen, sind nicht zu empfehlen. Das Baby wird im Laufe der Zeit von allein beginnen, seine Schlafzeit überwiegend in der Nacht zu haben. Dies geschieht, wenn sein Gehirn sich entwickelt und dadurch mehr an seine Umgebung anpassen kann. Du kannst deinem Baby aber von Anfang an Tag und Nacht vermitteln, empfiehlt auch Hebamme Ursula Janh-Zöhners in ihrem Ratgeberbuch „Entspannt erleben: Babys 1. Jahr: Alles Wichtige: Ernährung, Schlafen, gesunde Entwicklung, Pflege“. Sie schreibt: „Dazu gehört, dass Sie tagsüber keine Rollos schließen und nachts auf Licht weitestgehend verzichten. Morgens zeigen Sie mit Wickeln, Waschen und Anziehen Ihrem Kind ‚Jetzt beginnt der Tag‘ und abends geben Sie Ihm mit Schlafsack und Schlaflied zu verstehen ‚Jetzt beginnt die Nacht‘. Stillen (oder Füttern) Sie ihr Kind vor dem Hinlegen im Schlafzimmer bei wenig oder keinem Licht“.

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Neugeborenes schläft unruhig

Neugeborene schlafen zwar viel, aber nicht unbedingt fest. Dass Neugeborene unruhig schlafen, sich viel bewegen, das Baby im Schlaf zuckt oder Grimassen schneiden, ist durchaus normal. Die Schlafphasen von Neugeborenen haben eine längere REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase), also eine aktive Traumphase in der das Gehirn die Eindrücke des Tages verarbeitet und sich weiterentwickelt.

Schlafphasen und Wachphasen Neugeborenes: 6 Stadien

Das Verhalten von Babys wird in sechs Verhaltensstadien unterteilt. Sie bestehen aus drei Wachphasen, einer Weinphase und zwei Schlafphasen.

  • Ruhige Wachphase des Babys
    Das Baby ist wach und verhält sich ruhig. Die Augen sind weit geöffnet und es verarbeitet akustische und visuelle Eindrücke. Das Neugeborene wirkt konzentriert und aufnahmefähig – nutze diese Phase für das Bonding.
  • Unruhige Wachphase des Babys
    Das Baby wirkt aktiv oder unruhig, seine Bewegungen sind unkoordinierter oder zappeliger. Diese Phase lässt sich oft direkt vor dem Trinken beobachten.
  • Schläfrige Wachphase des Babys
    In dieser Phase wirkt das Baby unaufmerksam. Die Augen sind glasig, vielleicht starrt es vor sich hin oder es blinzelt viel, die Augen fallen immer wieder zu. Diese Phase lässt sich beim Einschlafen und Aufwachen beobachten.
  • Ruhige Schlafphase des Babys
    Das Baby schläft ruhig und atmet regelmäßig. Es wirkt friedlich und entspannt, nur der Mund bewegt sich gelegentlich leicht, die Augenlider sind fest geschlossen.
  • Unruhige Schlafphase des Babys
    REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase): Das Baby schläft unruhig und bewegt sich viel. Es atmet vielleicht unregelmäßiger, die Augen bewegen sich unter den Lidern und die Augenlider flattern gelegentlich. Das Neugeborene macht vielleicht Sauggeräusche, grinst und zieht Grimassen. In dieser Phase kann das Baby leichter aufwachen als in der ruhigen Schlafphase.

Baby 5 Wochen: Schlaf besonders unruhig

Ist das Baby 5 Wochen kann der Schlaf besonders unruhig sein. Etwa um diese Zeit haben Babys einen ersten Wachstumschschub, der mit viel Weinen und wenig Schlaf verbunden ist. Danach hat sich aber das Gehirn weiterentwickelt, und mehr und mehr Schlafstunden finden dann in der Nacht statt.

Baby schläft nicht: Unruhige Abende

Tagsüber ein Lamm und am Abend ein brüllender Löwe – so lässt sich das Verhalten vieler Babys beschreiben. Gegen 16 oder 17 Uhr werden Babys oft unleidlich. Meistens werden Blähungen oder Koliken oder gar der heimkehrende Vater für diese Quengel-Phase verantwortlich gemacht. Man kann davon ausgehen, dass ein unruhiges Baby am Abend in den ersten Wochen normal ist. Die Geburt und viele Eindrücke müssen verarbeitet werden, das Baby ist davon vielleicht ein wenig gestresst. Anders als Erwachsene, können sich Babys noch nicht regulieren und eine angemessene Strategie anwenden, ihren Stress abzureagieren. Sie schreien ihren Stress regelrecht heraus. Darum kann es durchaus sinnvoll sein, statt durch Schaukeln und andere Beruhigungsmaßnahmen kurzfristig für Ablenkung zu sorgen, das Baby einfach einmal zärtlich und schützend zu halten und ihm dabei die Möglichkeit zu geben, zu schreien. Natürlich sollten die Eltern zuvor sichergestellt haben, dass das Baby satt ist, die Windel trocken ist und nicht kneift und es weder friert noch schwitzt oder krank ist. Wichtig ist auch, dass man das Baby nicht allein lässt, wenn es schreit. Das Halten und Anschauen vermitteln ihm Sicherheit und Nähe und es schadet gar nichts, wenn die Eltern zeitgleich ihren eigenen Stress mit ein paar Tränen reduzieren.

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Quellen:

Moon, Rachel: Sleep: What Every Parent Needs to Know; American Academy of Pediatrics: 14. Juni 2013

Largo, Remo H.: Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren, Piper 3. Juli 2017

Deutscher Hebammenverband: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr: Alles Wichtige: Ernährung, Schlafen, gesunde Entwicklung, Pflege, TRIAS; Auflage: 2., 24. August 2011

Renz-Polster, Herbert; Imlau, Nora: Schlaf gut, Baby! Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten, Gräfe und Unzer Verlag, München: 2016