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Neugeborenes Schlaf: Das “Baby schläft unruhig”-Phänomen

Du hast das Gefühl dein Baby schläft unruhig? Erfahre hier, wie viel Neugeborene tatsächlich schlafen und wie du es sanft an einen Tag-Nacht-Rhythmus gewöhnen kannst.

Ein Neugeborenes schläft viel, aber nicht immer ruhig
Ein Neugeborenes schläft viel, aber nicht immer ruhig
© Bigstock/ Natalia Deriabina

Baby schläft unruhig

Vielleicht hast du in den ersten Lebenswochen das Gefühl, dein Baby schläft unruhig. Neugeborene schlafen zwar viel, aber nicht unbedingt fest. Dass Neugeborene unruhig schlafen, sich viel bewegen, das Baby im Schlaf zuckt oder Grimassen schneidet, ist durchaus normal. Die Schlafphasen von Neugeborenen haben eine längere REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase), also eine aktive Traumphase, in der das Gehirn die Eindrücke des Tages verarbeitet und sich weiterentwickelt.

Schlafphasen und Wachphasen Baby: 6 Stadien

Das Verhalten von Babys wird in sechs Verhaltensstadien unterteilt. Sie bestehen aus drei Wachphasen, einer Weinphase und zwei Schlafphasen.

  • Ruhige Wachphase des Babys
    Dein Baby ist wach und verhält sich ruhig. Die Augen sind weit geöffnet und es verarbeitet akustische und visuelle Eindrücke. Dein Neugeborenes wirkt konzentriert und aufnahmefähig – nutze diese Phase für das Bonding.
  • Unruhige Wachphase des Babys
    Das Baby wirkt aktiv oder unruhig, seine Bewegungen sind unkoordinierter oder zappeliger. Diese Phase lässt sich oft direkt vor dem Trinken beobachten.
  • Schläfrige Wachphase des Babys
    In dieser Phase wirkt dein Baby unaufmerksam. Die Augen sind glasig, vielleicht starrt es vor sich hin oder es blinzelt viel, die Augen fallen immer wieder zu. Diese Phase lässt sich beim Einschlafen und Aufwachen beobachten.
  • Ruhige Schlafphase des Babys
    Das Baby schläft ruhig und atmet regelmäßig. Es wirkt friedlich und entspannt, nur der Mund bewegt sich gelegentlich leicht, die Augenlider sind fest geschlossen.
  • Unruhige Schlafphase des Babys
    REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase): Dein Baby schläft unruhig und bewegt sich viel. Es atmet vielleicht unregelmäßiger, die Augen bewegen sich unter den Augenlidern und sie flattern gelegentlich. Dein Neugeborenes macht vielleicht Sauggeräusche, grinst und zieht Grimassen. In dieser Phase kann es leichter aufwachen als in der ruhigen Schlafphase.

Baby 5 Wochen: Schlaf besonders unruhig

Ist dein Baby 5 Wochen kann der Schlaf besonders unruhig sein. Etwa um diese Zeit haben Babys einen ersten Wachstumschschub, der mit viel Weinen und wenig Schlaf verbunden ist. Danach hat sich aber das Gehirn weiterentwickelt und mehr und mehr Schlafstunden finden dann in der Nacht statt.

Mehr Infos zu Babys Entwicklung in der 5. Woche kannst du auch hier nachlesen

Neugeborenes schläft nicht?

Neugeborene haben noch keinen festen Schlafrhythmus und schlafen einfach, wenn die Müdigkeit sie überkommt. Dann hat man schnell das Gefühl, dass Neugeborene schläft nur. Aber der Schlaf hält bei Neugeborenen nicht lange an: Schlafphasen von nur einer Stunde sind durchaus normal. So machen die meisten Babys die Nacht zum Tag. Den Eltern erscheint es dann manchmal, als würde ihr Baby nachts nie schlafen.

Tagsüber ist es daher wichtig, sich auszuruhen und selbst Schlaf (und somit die nötige Ruhe und Gelassenheit) zu bekommen, während das Baby ruht, anstatt Hausarbeiten zu machen. Allerdings ist das gerade mit weiteren Kindern meist nur begrenzt durchführbar.

Wie viel schlafen Neugeborene? Schlafen ohne Rhythmus

Tatsächlich verschläft ein Neugeborenes meist den ganzen Tag: 16 – 18 Stunden Schlaf sind es in den ersten drei Monaten durchschnittlich pro Tag. Neugeborene Babys verteilen ihren Schlaf allerdings noch nicht hauptsächlich auf die Nacht – zumindest können nur wenige glückliche Eltern davon berichten. Der Schlaf kommt einfach und das Baby sollte dann auch schlafen dürfen, wann und solange es will. Wie lange schlafen Neugeborene?  In der Regel schlafen Neugeborene nicht länger als ein bis fünf Stunden am Stück.

  • Wachphasen Neugeborenes: 1 – 2 Stunden am Stück
  • Schlafphasen Neugeborenes: 1 – 5 Stunden am Stück

Versuche nicht zu früh deinem Baby einen Schlafrhythmus beizubringen. Dein Baby wird im Laufe der Zeit von allein beginnen, seine Schlafzeit überwiegend in der Nacht zu haben. Dies geschieht, wenn sein Gehirn sich entwickelt und dadurch mehr an seine Umgebung anpassen kann. Du kannst deinem Baby aber von Anfang an Tag und Nacht vermitteln, empfiehlt auch Hebamme Ursula Janh-Zöhners in ihrem Ratgeberbuch „Entspannt erleben: Babys 1. Jahr: Alles Wichtige: Ernährung, Schlafen, gesunde Entwicklung, Pflege“. Sie schreibt:

„Dazu gehört, dass Sie tagsüber keine Rollos schließen und nachts auf Licht weitestgehend verzichten. Morgens zeigen Sie mit Wickeln, Waschen und Anziehen Ihrem Kind ‚Jetzt beginnt der Tag‘ und abends geben Sie Ihm mit Schlafsack und Schlaflied zu verstehen ‚Jetzt beginnt die Nacht‘. Stillen (oder Füttern) Sie ihr Kind vor dem Hinlegen im Schlafzimmer bei wenig oder keinem Licht.“

Wichtig: Auch beim Schlafen ist jedes Babys anders, und so dauert es unterschiedlich lang, bis Babys einen Tag-Nacht-Rhythmus entwickeln.

Schlafposition Baby: Wie sollte man Neugeborene schlafen legen?

Entscheidend für einen guten Schlaf ist auch die Position: Im ersten Lebensjahr sollte dein Baby zum Schlafen immer auf dem Rücken liegen. In dieser Position kann dein Baby am besten atmen. Es besteht nicht die Gefahr, dass es sein Gesicht in die Matratze drückt und keine Luft mehr bekommt.

Studien haben außerdem gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Schlafstellung und dem plötzlichen Kindstod gibt: Bauchlage ist ein Risikofaktor dafür!

Doch was tun, wenn sich dein Nachwuchs nicht an die Empfehlung halten will? Mehr zu dem Thema, erfährst du hier: Mein Baby will nur auf dem Bauch schlafen

Baby-Schlaf 3 Monate: Schlafrhythmus wird regelmäßiger

Langsam entwickelt sich ein regelmäßigerer Schlafrhythmus: Babys machen weniger kleine Nickerchen, sondern schlafen länger am Stück – ungefähr zwei bis vier Stunden. Weil dein Kleines seinen Schlafbedarf jetzt vorwiegend in der Nacht deckt, braucht es tagsüber nur noch zwei bis drei kurze Tagschläfchen.

Mehr Informationen findest du hier: Schlafrhythmus Baby: So ändert sich der Schlafbedarf im 1. Jahr

Baby schläft nicht: Unruhige Abende

Tagsüber ein Lamm und am Abend ein brüllender Löwe – so lässt sich das Verhalten vieler Babys beschreiben. Gegen 16 oder 17 Uhr werden Babys oft unruhig. Meistens sind Blähungen oder Koliken für diese Quengel-Phase verantwortlich. Aber auch das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Die Geburt und viele Eindrücke müssen verarbeitet werden, das Baby ist davon vielleicht ein wenig gestresst. Anders als Erwachsene, können sich Babys noch nicht regulieren und eine angemessene Strategie anwenden, ihren Stress abzureagieren. Darum kann es durchaus sinnvoll sein, statt durch Schaukeln und andere Beruhigungsmaßnahmen kurzfristig für Ablenkung zu sorgen, das Baby einfach einmal zärtlich und schützend zu halten und ihm dabei die Möglichkeit zu geben, zu schreien. Natürlich solltest du zuvor sichergestellt haben, dass das Baby satt ist, die Windel trocken ist und nicht kneift und es weder friert noch schwitzt oder krank ist. Wichtig ist auch, dass du dein Baby nicht allein lässt, wenn es schreit. Das Halten und Anschauen vermitteln ihm Sicherheit und Nähe und es schadet gar nichts, wenn die Eltern zeitgleich ihren eigenen Stress mit ein paar Tränen reduzieren.

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Quellen