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Baby schnarcht: Warum das nicht immer harmlos ist

Und nächtlich grüßt das Sägewerk! Anstatt friedlich zu schlafen, schnarcht und röchelt dein Baby munter vor sich hin? Wenn dein Baby schnarcht, ist das im ersten Moment vielleicht richtig süß und bringt dich wahrscheinlich zum Grinsen, allerdings kann das ganz schnell gefährlich werden.

Was tun wenn das Baby schnarcht?
Was tun wenn das Baby schnarcht?
©Bigstock/Digital Genetics

In diesem Artikel:

Baby schnarcht: Erhöhte Luftfeuchtigkeit kann helfen

Dein Baby schnarcht im Schlaf, weil seine Atemwege noch sehr weich und eng sind. Das Schnarchen entsteht durch die Vibration des weichen Gewebes im Luftstrom. Außerdem kann eine noch nicht vollständig ausgebildete Schleimhautfalte im Rachen der Grund sein, dass dein Baby röchelt. Beides ist völlig normal und legt sich mit der Zeit von selbst. Wird dein Kind älter, sollte das Schnarchen meist von selbst aufhören.

Häufig ist auch einfach eine verstopfte Nase oder ein Schnupfen der Grund für ein schnarchendes Baby. Dann hilft es, die Nase frei zu halten, zum Beispiel mit einem Nasensauger.

Aber wie? Du bist dir nicht ganz sicher, wie man Nasensauger richtig anwendet? In unseren Ratgeberartikel „Nasensauger Baby: Anwendung, Wirkung, Modelle“ findest du alle Infos zu dem Thema.

Was kann man sonst noch tun, wenn das Baby schnarcht? Die Luftfeuchtigkeit im Raum zu erhöhen, kann den kleinen Schnupfnasen helfen. Hänge dazu beispielsweise feuchte Tücher in der Nähe des Bettes auf.

Baby schnarcht: Was ist Karcheln?

Es kann aber auch vorkommen, dass ein gesundes Baby röchelt. Dann „karchelt“ es. Dieses Phänomen entsteht, wenn Schleim den Kehlkopf bedeckt. Da Babys sich noch nicht räuspern können, um den Schleim loszuwerden, kommt es zu den auffälligen Atemgeräuschen. Diese treten unmittelbar nach der Geburt auf und verschwinden von selbst – in der Regel bis zum fünften Monat. Klopfe deinem Baby leicht und vorsichtig auf die Brust oder nimm es auf und klopfe leicht auf den Rücken. Dann wird sich der Schleim vom Kehlkopf lösen und das röchelnde Geräusch wird verschwinden.

Auch hier können feuchte Tücher oder ein Kaltluftbefeuchter helfen. Ein gefaltetes Handtuch unter der Matratze kann deinem Kind ebenfalls die Atmung erleichtern. Durch das Handtuch liegt sein Kopf nämlich um ein paar Zentimeter höher.

Dein Baby schnarcht im Normalfall also nur vorübergehend. Mit zunehmendem Alter sollte sich das Schnarchen bei deinem Baby zunächst verringern und schließlich verschwinden. Ist das nicht der Fall, solltest du das unbedingt mit deinem Kinderarzt besprechen. Die anfangs niedlichen Geräusche können nämlich Symptom für eine sogenannte Schlafapnoe (Apnoe = Atemaussetzer) sein.

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Mein Baby schnarcht – leidet es an einer Atemstörung?

Auch wenn ein schnarchendes Baby in den meisten Fällen erstmal kein Grund zur Sorge ist, kann länger anhaltendes „Sägen“ ein erstes Anzeichen für eine Atmungsstörung sein. Dabei setzt die Atmung im Schlaf mehrmals kurzzeitig aus. Atempausen von bis zu zehn Sekunden sind bei Babys völlig normal, denn sie müssen erst lernen, wie sie richtig atmen. Diese Mini-Atemaussetzer sind erst dann gefährlich, wenn sie länger dauern und häufig aufeinanderfolgen. Es gilt also: Sobald dein Baby schnarcht, solltest du sicherstellen, dass diese Geräusche keine Hinweise auf etwas Ernsteres sind.

Wenn dein Baby schnarcht, nachts unruhig und tagsüber übermüdet ist, können das Anzeichen für eine Schlafapnoe sein. Babys, die schnarchen, können sich in der Nacht nicht richtig ausruhen. Der Grund: Schlafapnoe geht mit sogenannten unterbewussten Weckreizen einher. Diese sorgen dafür, dass dein Baby wach wird, ohne richtig wach zu sein.

Warum Frühchen besonders oft an Atemaussetzern leiden

Viele Säuglinge, die vor der 34. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, entwickeln eine sogenannte Frühgeborenen-Apnoe. Der Grund ist das noch nicht vollständig ausgebildete Atemzentrum im Gehirn der Kleinen. Dabei gilt: Je früher das Kind geboren wurde, desto häufiger haben sie diese Atemaussetzer. Laut der deutschen Lungenstiftung verschwindet die Frühgeborenen-Apnoe von alleine. In ihren Artikel „Schlafstörungen: Besonderheiten bei Kindern“ heißt es:

„Bei Kindern, die vor der 34. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen sind, enden die Apnoe-Anfälle meist zu dem Zeitpunkt, wenn normalerweise die 34. Schwangerschaftswoche erreicht worden wäre.“

Halten die Atemaussetzer jedoch an und das Baby schnarcht weiterhin gibt es die Möglichkeit mit Medikamenten nachzuhelfen – allerdings nur mit Absprache deines Kinderarztes. Diese können das Atemzentrum anregen und sorgen so für eine kontinuierliche Atmung.

Plötzlicher Kindstod: Atempausen als Ursache?

Wenn ein eigentlich gesundes Kind im ersten Lebensjahr plötzlich stirbt, spricht man vom plötzlichen Kindstod (SIDS – Sudden Infant Child Death). Die genauen Ursachen und Zusammenhänge sind bis heute nicht vollständig geklärt.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung weist darauf hin, dass zu lange Atemaussetzer allerdings ein deutliches Warnzeichen darstellen würden. Dauern die Aussetzer nämlich länger als 20 Sekunden, sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, die Haut des Babys kann sich blau verfärben und das Herz schlägt langsamer. Hier handelt es sich um einen Notfall und es gilt: Sofort zum Arzt!

Mehr Informationen: „Plötzlicher Kindstod – Diese Risiken solltest du unbedingt vermeiden“.

Bekommt mein Baby genug Luft? Atemprobleme erkennen

Wenn das Baby schnarcht, stellen sich Eltern oft die Frage, ob ihr Zwerg auch wirklich genug Luft bekommt. Allgemein gilt: Nehme Auffälligkeiten ernst und höre auf dein Bauchgefühl. Hast du das Gefühl, dass etwas mit deinem Baby nicht stimmt, gehe zum Arzt. Unbedingt zum Kinderarzt solltest du jedoch gehen, wenn dein Kind eines der folgenden Symptome zeigt:

  • Dein Baby atmet zu schnell
  • Nasenflügel sind aufgebläht und die Brustmuskeln sind sichtbar angespannt
  • Bläuliche Färbung an Fingern und Gesicht
  • Pfeifen beim Ein- und Ausatmen. Dies kann ein Zeichen für Bronchitis sein
  • Babys mit Atemnot schreien nicht, da ihnen Kraft und Luft fehlen

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Quellen:

  • Franck, Lisa (2017): Gute Nacht, Baby!Teil 1: Ein Schlafratgeber für Ihr Baby und Sie, DAO PRESS
  • Karp, Harvey(2013) : Das glücklichste Baby der Welt – Schlafbuch: Für Kinder von 0 bis 5 Jahren, Goldmann Verlag
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.: Schlafstörungen – Besonderheiten Kinder
    https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/schlafstoerungen/besonderheiten-bei-kindern/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Plötzlicher Kindstod. Wirksame Vorbeugung ist möglich – Empfehlungen
    https://www.kindergesundheit-info.de/themen/risiken-vorbeugen/ploetzlicher-kindstod-sids/vorbeugung-kindstod/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Ihre HNO-Ärzte. Praxis für HNO, Sprach-, Stimm- und kindliche Hörstörungen: Häufige Beschwerden Kinder – Schnarchen/Mundatmung
    https://www.ihre-hno-aerzte.de/haeufige-beschwerden-kinder-schnarchen-mundatmung/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Dr. med. Lang, Martin; Dr. med. Weinzierl-Moll, Petra: Säuglingsschnupfen, Babyschnupfen, Schnorcheln
    https://www.kinderarzt-augsburg.de/baby/gesundheit-in-den-ersten-wochen/saeuglings-schnupfen/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Murkoff, Heidi (2015): Das erste Jahr mit Baby. Alles, was Sie wissen müssen, MVG Verlag
  • Dr. Gumpert, Nicolas: Atemnot beim Baby
    https://www.dr-gumpert.de/html/atemnot_beim_baby.html, (letzter Zugriff: Juni 2019)