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Ab wann können Babys sehen?

Ab wann sehen Babys? Was können sie wann erkennen und wie lange ist schielen bei Kindern normal? Die Antworten auf all diese Fragen findest du hier.

 

So entwickelt sich die Sehfähigkeit deines Babys
So entwickelt sich die Sehfähigkeit deines Babys
©Pexels/Daria Shevtsova

In diesem Artikel:

Ab wann sehen Babys: Wie sich die Sehfähigkeit entwickelt

Im Gegensatz zum Hörsinn, entwickelt sich die Sehfähigkeit deines Kindes erst nach und nach. Die Umgebung wird zuerst mit den Augen erkundet und liefert somit wichtige Reize und Informationen für dein Baby. Sehen und das Verarbeiten des Gesehenen müssen also erst erlernt werden.

Vor der Geburt: Dunkel und Hell werden unterschieden

Tatsächlich entwickelt sich die Sehfähigkeit deines Babys bereits im Babybauch – und zwar schon sehr früh. Allerdings sind die Augen vom Anfang des zweiten Monats bis zum siebten Monat durch die fest verschlossenen Lider geschützt. Ab der 28. Schwangerschaftswoche öffnet dein Kind die Augen und beginnt, Dunkelheit und Helligkeit voneinander zu unterscheiden.

Übrigens: Das besondere Interesse für Gesichter entwickelt sich bei Babys auch schon vor der Geburt. Das hat eine Studie der englischen Lancaster Universität ergeben. Forscher haben gesichtsähnliche Lichtmuster durch die Uteruswand schimmern lassen und dabei festgestellt, dass Babys ab der 34. Schwangerschaftswoche auffällig den Kopf zu diesen Lichtmustern drehen.

Nach der Geburt: Die Welt ist Schwarz-Weiß-Grau

Bei der Geburt haben die Augen deines Babys bereits 65 Prozent seiner Erwachsenen-Größe. Ihre Umwelt nehmen Babys in den ersten Tagen nach der Geburt nur extrem vage und verschwommen wahr. Ähnlich wie ein Maulwurf erkennen sie zuerst nur das, was sich ungefähr acht bis zehn Zentimeter vor ihren Augen abspielt. Zunächst ist die Welt deines Babys nur Schwarz-Weiß-Grau. Die Nervenzellen in der Retina und im Gehirn sind noch nicht ausreichend ausgereift. Starke Kontraste werden zwar angestarrt, jedoch kann das Baby noch nicht zwischen den Objekten unterscheiden oder auswählen, welches es sich ansehen will.

Bis zu etwa drei Monaten können Babys höchstens 20 bis 25 Zentimeter weit sehen. Dies entspricht etwa dem Abstand zum Gesicht der Mutter, wenn du dein Baby stillst.

1. Monat: Primärfarben werden erkannt

Babys in diesem Alter sind nicht besonders lichtempfindlich. Damit es Licht überhaupt wahrnimmt, muss der Lichtreiz 50 Mal höher sein als bei Erwachsenen.

Das Farbsehen entwickelt sich jetzt recht schnell: Eine Woche nach der Geburt kann dein Baby schon rot, gelb, grün und orange erkennen. Blau und Lila dauern etwas länger, da diese Farben kürzere Wellenlängen haben und das menschliche Auge weniger Rezeptoren für Blautöne besitzt.

2 bis 4 Monate: Zeitweises Schielen ist normal

Dein Baby kann seine Augen noch nicht bewusst auf ein Objekt richten, das es interessiert. Die Augen arbeiten noch nicht zusammen, somit kann es vorkommen, dass ein Auge nach rechts und das andere nach links schaut oder dass das Baby schielt. Dies ist normal, sofern dies nicht permanent der Fall ist. Die Tiefenwahrnehmung, die ermöglicht zu erkennen was nah oder fern von ihm ist, funktioniert noch nicht. Der Grund: Für das Dreidimensionale Sehen müssen beide Augen zusammenarbeiten.

Das passiert dann mit etwa drei Monaten. Dein Baby kann nun Objekten, die sich langsam bewegen, mit den Augen verfolgen. Wenn das Kind auf dem Wickeltisch liegt und vor seinem Gesicht ein Spielzeug von links nach rechts bewegt wird, so wird es ziemlich wahrscheinlich dieses mit den Augen verfolgen.

Auch die Lichtempfindlichkeit nimmt mit drei Monaten deutlich zu. Es braucht nur noch 10 Mal mehr Lichtreize, um Licht wahrzunehmen – Zeit das Zimmer abends und nachts mehr zu verdunkeln.

Video-Empfehlung

5 bis 8 Monate: Dein Baby sieht jetzt in 3D

Etwa mit sechs Monaten wird die Zusammenarbeit der Augen besser und dein Baby kann nun dreidimensional Sehen. Somit kann es mit Beginn der aktiven Fortbewegung (sich drehen, robben, krabbeln) visuell nun zwischen nahen und fernen Zielen unterscheiden. Auch wenn das Farbsehen deines Zwerges noch nicht so gut ist wie das von Erwachsenen, so ist es mit etwa fünf Monaten doch schon recht gut. Das Baby lernt und verbessert jetzt auch die Hand-Augen-Koordination.

Mit sechs Monaten hat sich das Sehzentrum im Gehirn deines Babys schon deutlich verbessert und Gegenstände können immer besser fixiert werden.

9 bis 12 Monate: Erster Augenarzt-Termin steht an

Die Sehschärfe deines Kindes wird besser. Die Augen-Hand-Koordination ist ebenfalls verbessert und es kann Dinge ziemlich gezielt werfen. Vielleicht zeigt es auch schon auf Gegenstände in seiner näheren Umgebung und will sie haben.

Wichtig: Der erste Augenarzt-Besuch sollte zwischen sechs und zwölf Monaten stattfinden. Für die Entwicklung des Babys ist der Sehsinn sehr wichtig – Probleme beim Sehen können diese beeinträchtigen. Daher ist es wichtig, solche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Wie sieht die Welt eigentlich aus Baby-Sicht aus? In diesem Video zeigen wir es dir – vom Tag der Geburt bis zu seinem ersten Geburtstag. Wir erklären dir, wie sich die Augen deines Babys entwickeln.

 

So sieht dein Baby die Welt im ersten Jahr

Im zweiten Lebensjahr: Die Sehfähigkeit ist nun voll entwickelt

Die volle Sehkraft erreichen Kinder erst mit ungefähr zwei Jahren. Entsprechend groß wird dann die Neugier an der Umgebung,: Sie erkennen Objekte in Büchern wieder, zeigen auf Dinge und können schon mit einem Wachsmalstift auf Papier kritzeln. Die Augen-Hand-Koordination sollte nun schon recht gut sein.

Neben der Sehkraftentwicklung verändert sich auch die Augenfarbe deines Babys eventuell nochmal. Dafür ist das Pigment Melanin verantwortlich, das auch die Haut- und Haarfarbe beeinflusst. Mehr Information findest du hier: So findest du heraus, welche Augenfarbe dein Baby bekommt

Die Sehentwicklung fördern: Das kannst du tun

Je mehr Seherfahrungen dein Kleines sammelt, umso besser kann sich seine visuelle Wahrnehmung entwickeln. Um das Seevermögen deines Zwerges zu fördern, kannst du folgendes machen:

Geburt bis 4 Monate

  • Füttere abwechselnd von der linken und von der rechten Seite.
  • Sprich mit deinem Baby, während du dich durch den Raum bewegst.
  • Ein Zimmer mit starken Farben und bunten Kunstwerken, starken Kontrasten zwischen Möbeln und Wänden kann das Sehen stimulieren.

5 bis 8 Monate

  • Häng ein Mobile über Babybett und Wickeltisch.
  • Gib deinem Baby so oft wie möglich die Gelegenheit zu robben, zu krabbeln und seine Umgebung zu erkunden.
  • Spiel mit einem Kind „Backe-Kuchen“ und andere Spiele, die die Hände involvieren.

 

9 bis 12 Monat

  • Spiele „Guck-Guck“ und Versteck-Spiele, um die visuelle Erinnerung deines Kindes zu trainieren.
  • Benenne Dinge, so dass dein Baby eine Verbindung zwischen Wörtern und Gegenständen herstellen kann und seinen Wortschatz aufbaut.

Im zweiten Lebensjahr

  • Rolle mit deinem Kind einen Ball hin und zurück, so dass es übt, ein Objekt mit den Augen zu verfolgen.
  • Gib deinem Kind Spielsachen mit verschiedenen Formen.

Hinweise auf Probleme beim Sehen

Im Rahmen der U-Untersuchungen werden die Augen deines Babys natürlich immer kontrolliert. Generell gilt: Je früher Probleme festegestellt werden, desto größer ist die Chance, dass sie korrigiert werden können. Wenn du also Auffälligkeiten bei deinem Zwerg beobachtest, sprich sofort mit deinem Kinderarzt darüber. Bei diesen Symptomen sollte ein Kinder- oder Augenarzt aufgesucht werden:

  • Starkes Tränen der Augen – möglicherweise durch verstopfte Tränenkanäle
  • gerötete oder verkrustete Augen – Hinweis auf eine mögliche Infektion der Augen
  • Häufiges Augenrollen – Hinweis auf mögliche Probleme der Augenmuskeln
  • große Lichtempfindlichkeit – kann ein Hinweis auf erhöhten Augendruck sein
  • weiße Pupille bei Blitzfotografien – kann ein Hinweis auf Augenkrebs sein

Aber: Auch ohne diese Symptome sollte der erste Besuch beim Augenarzt zwischen dem sechsten und zwölften Monat stattfinden.

Mein Baby schielt – und jetzt?

Babys mit „Silberblick“ (Umgangssprachlich für „schielen“) sehen vielleicht süß aus und in den ersten Lebenswochen ist dies wie oben erwähnt auch nicht ungewöhnlich.

Mehr Information zu diesem Thema findest du in unseren Ratgeberartikel „Wenn das Baby schielt: Muss ich gleich zum Arzt?“

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Quellen