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Baby weint im Schlaf: Muss ich mir Sorgen machen?

Das Baby weint im Schlaf, schreit oder jammert? Für Eltern oft erschreckend. Was dahinter steckt und wie du deinem Kind helfen kannst, erfährst du im Artikel.

Muss ich mir Sorgen machen?
Muss ich mir Sorgen machen?
©Bigstock/Sushytska

In diesem Artikel:

Das kindliche Gehirn ist im Schlaf aktiver als man denkt, so werden beispielsweise Eindrücke und Erlebnisse des Tages von den Zwergen verarbeitet. Da ist es völlig normal, dass Babys im Schlaf weinen, jammern aber auch grinsen oder lachen.

Warum Babys einen leichten Schlaf haben

Der Schlafrhythmus eines Neugeborenen unterscheidet sich stark von dem eines älteren Kindes oder eines Erwachsenen. Ihr Anteil an Leichtschlaf, und dazu gehören der REM-Schlaf (Traumschlaf) und der Übergangsschlaf, ist sehr viel höher. Außerdem durchlaufen sie mehr Schlafzyklen als wir Erwachsen. Dein Baby schläft unruhig? Das ist erstmal ganz normal. Dieser leichte Schlaf lässt Babys wach werden, wenn sie Hunger haben, ihnen kalt ist oder die Windel voll ist.

Mehr Informationen findest du in unserem Artikel „Schlafrhythmus Baby“.

Baby weint im Schlaf: Ursachen

Das nächtliche Weinen kann viele Ursachen haben, muss allerdings nichts Schlimmes sein. Häufig werden die Kleinen davon nicht mal wach, sondern schlafen einfach weiter. Meist dauert es gar nicht lange, bis sich das Kind auch wieder beruhigt hat.

  • Schlechte Träume
  • verarbeitet nachts Erlebtes vom Tag
  • hat leichtes Bauchweh, Blähungen oder andere gesundheitliche Probleme
  • Nachtschreck

4 überraschende Gründe, warum dein Baby nachts aufwacht

Baby weint im Schlaf: Das kannst du tun

Babys weinen im Schlaf, wenn sie von einer Schlafphase in die nächste wechseln. Hierbei kann es sich um „echtes“ Weinen aber auch nur um Geräusche wie Schluchzen oder ein leises Jammern handeln. Der erste Impuls vieler Eltern ist dann, das Kind aufzuwecken, hochzuheben und es zu trösten. Aber so lange dein Kind nicht selbst wach wird – es also im Schlaf weint – und es keine ungewöhnlichen Anzeichen gibt, lass es ruhig weiterschlafen. Wird es nämlich plötzlich aus dem Schlaf gerissen, kann das die Situation noch verschlimmern: Von panischen Eltern geweckt, weiß erst einmal nicht, wie ihm geschieht und weint möglicherweise noch mehr.

Du kannst deinem Kind aber trotzdem zeigen, dass du ihm beistehst, indem du ihm sanft streichelst oder leise und monoton zuredest. Du kannst deinem Kind auch für eine Weile die Hand auf den Brustkorb legen. Der Körperkontakt sowie dein Geruch beruhigt und gibt Sicherheit – auch im Traum. Gehe sicher, dass dein Zwerg bequem liegt und dass seine Körpertemperatur normal ist. Oft kann ein unruhiger Schlaf auch beim Zahnen und dem oft damit verbunden Fieber entstehen.

Aber: Dein Baby weint im Schlaf und zwar regelmäßig? Tritt das nächtliche Weinen häufiger auf, solltest du einen Kinderarzt aufsuchen, um auszuschließen, dass dein Kind nicht aufgrund aufgrund von Schmerzen weint.

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Baby weint im Schlaf: Braucht es deine Nähe?

Anders sieht die Sache aus, wenn dein Baby tatsächlich aufwacht. Wenn dein Baby im Schlaf weint und dabei wach wird, oder unruhig schläft, so braucht es in der Regel deinen Trost und deine Nähe. Kuscheln, Streicheln, Wärme schenken hilft meist schon. Ein bekanntes Schlaflied oder eine gewohnte Melodie wirken ebenfalls beruhigend.

Mehr zum Thema findest du in unserem Ratgeberartikel: „Wie dein Baby durchschlafen lernt“.

Rituale und Beruhigungstechniken

Lange Nächte, gestresste Eltern, schreiendes Baby: Hat dein Kind einen unruhigen Schlaf ist das für alle anstrengend. Einschlafrituale können dabei helfen. Das kann ein Lied oder eine kurze Geschichte sein, aber auch eine beruhigende Melodie, wie etwas aus einer Spieluhr, können helfen.

Viele Eltern auch auf Schlaflernprogramme, wie die Methode des „modifiziert kontrolliertes Trösten nach Tweddle“. Hierbei wird das Kind abwechselnd getröstet und allein gelassen und zwar jeweils zwei bis zehn Minuten lang. Das Prinzip beruht darauf, dass ältere Säuglinge entwicklungsbedingt dazu in der Lage sind, kürzere Trennungsphasen zu ertragen, wenn sie dazwischen beruhigt und getröstet werden. Diese Schlaflernprogramme sind allerdings sehr umstritten, weil etwa ein normales Schlafverhalten als „Störung“ erklärt wird oder die Methoden Verlassensängste bei den Kindern schüren kann.

Nachtschreck

Der Nachtschreck passiert meist in den ersten drei Stunden nach dem Einschlafen. In dieser Schlafphase träumen die Kinder noch nicht. Ein Nachtschreck dauert für gewöhnlich zwischen wenigen Minuten und einer dreiviertel Stunde. Babys weinen dabei oft, schreien oder schlagen um sich. Das alles passiert, während dein Kind noch schläft. Im Unterschied zum Alptraum erinnert sich das Kind nicht daran, wenn es aufgewacht ist.

Mehr zu diesem Thema findest du in unseren Ratgeberartikel „Nachtschreck – Wie verhalte ich mich richtig?“.

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Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Von Albträumen, Nachtschreck und Schlafwandlern, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/schlafen/schlafprobleme/albtraeume-schlafwandeln/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Dr. med. Schmelz, Andrea: Schlafprobleme bei Babys? So können alle wieder durchschlafen, https://www.elternwissen.com/erziehung-entwicklung/baby-schlaeft-nicht/art/tipp/schlafprobleme-bei-babys-so-koennen-alle-wieder-durchschlafen.html, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ein lautstarkes Signal: Schreien, https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/0-12-monate/schreien/, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Zentrum Bayern Familie und Soziales: Schlaf bei Babys – Neugeborene schlafen nicht durch, https://www.elternimnetz.de/kinder/erste_lebensjahr/schlaf.php, (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte: Nachtschreck: Kind festhalten und leise sprechen, https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/nachtschreck-kind-festhalten-und-leise-sprechen/, (letzter Abruf: Juni 2019)