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Babypflege: Was brauchst du wirklich?

Ratlos stehen viele werdende Eltern zum ersten Mal im Drogeriemarkt vor schier endlos langen Reihen mit Babypflege. Badezusätze, Waschgele, Shampoos, Seifen, Cremes, Puder – es mangelt an nichts! Doch was braucht dein Nachwuchs im ersten Lebensjahr tatsächlich an Babypflege und was ist überflüssig? Wir verraten es dir!

Für die richtige Babypflege braucht es nicht viel: In den meisten Fällen genügen Wasser, ein weicher Lappen und ein paar Streicheleinheiten von Mama.
Für die richtige Babypflege braucht es nicht viel: In den meisten Fällen genügen Wasser, ein weicher Lappen und ein paar Streicheleinheiten von Mama.
© Sean Roy via Unsplash

Babypflege: Weniger ist mehr!

In Bezug auf Badezusätze, Waschgele oder Shampoos gilt in Babys erstem Lebensjahr: Weniger ist mehr! Wasser und ein weicher Waschlappen oder ein Baumwolltuch sind für die meisten Belange absolut ausreichend, um die Haut deines Babys zu säubern und zu pflegen. Meiden solltest du klassische Seife sowie Produkte mit sehr vielen Inhaltsstoffen. Bist du unsicher, besprich dich mit deinem Kinderarzt oder deiner Hebamme.

So macht Babypflege Spaß: richtig baden

Bevor der Nabelschnurrest nach der Geburt noch nicht abgefallen ist, solltest du auf ein Bad deines Babys besser verzichten. Auch danach sind ein bis zwei Bäder in der Woche für die Pflege völlig ausreichend. Am wohlsten fühlt sich der Nachwuchs im etwa 37 bis 38 Grad warmen Wasser. Die Temperatur prüfst du am besten mit Hilfe eines speziellen Thermometers. Fünf bis zehn Minuten sind übrigens die ideale Dauer für den Babypflege-Badespaß.

Neigt dein Nachwuchs zu trockener Haut, kannst du ein paar Tropfen natürliches Mandelöl ins Badewasser mischen. Auch Muttermilch ist eine toller Badezusatz. Lege deinen linken Unterarm nun unter den Nacken deines Kindes und halte mit deiner Hand seinen linken Oberarm, damit es sicher im Wasser strampeln kann. Wasche dein Baby mit einem weichen Baumwolltuch oder Waschlappen. Besonderes Augenmerk solltest du bei der Babypflege auf die Hautfalten an Hals, Achseln und Leistengegend legen sowie auf Finger- und Zehenzwischenräume. Nach dem Bad tupfst du dein Baby sanft trocken. Spezielle Babyhandtücher zum Umschlagen haben sich hier bewährt. Meistens sind diese zusätzlich mit einer Kapuze ausgestattet.

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Ist Shampoo zur Pflege wirklich nötig?

Shampoo benötigen die meisten Babys im ersten Lebensjahr noch nicht. Hat dein Kind aber dichtes und langes Haar, in dem sich häufig Milch- oder Breireste sammeln, kannst du ihm bei Bedarf mit einem milden Babyshampoo das Haar waschen. Nach dem Trocknen kannst du das Haar zur weiteren Pflege noch mit einer speziellen, sehr weichen Babybürste – zum Beispiel mit Ziegenhaar – kämmen.

Achte darauf, dass Babypflege-Produkte, die du benutzt, keine Duft- und Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Weichmacher oder ätherischen Öle beinhalten. Das gilt auch für Haarshampoo.

Babypflege: Trockene Haut, Neugeborenenakne, Milchschorf

Gerade in seinen ersten Lebenswochen ist dein Baby schwer damit beschäftigt, sich an seine neue Umwelt anzupassen. Das geht an seiner Haut nicht spurlos vorüber!
Nicht jede von Babys Hautveränderungen benötigt allerdings besondere Babypflege:

  • Die Neugeborenenakne, wie sie bei manchen Babys im Gesicht auftritt, ist ein Zeichen der natürlichen Hormonumstellung des Neugeborenen und verschwindet üblicherweise von selbst wieder. Spezielle Babypflege ist hier also nicht nötig.
  • Trockene Haut bekommst du mit Mandelöl oder Muttermilch im Badewasser gut in den Griff. Auch Kokosöl ist, auf feuchter Haut angewendet, ein sanftes Mittel zur Hautpflege von Babys. Bist du dennoch unsicher, sprich deinen Kinderarzt darauf an. Er wird euch bei Bedarf spezielle Pflegeprodukte verschreiben.
  • Bilden sich am Kopf deines Babys gelbliche, schuppige Verkrustungen (Milchschorf), ist das nicht ungewöhnlich. Mit einem milden Öl und Babykamm wirst du das Problem nach einiger Einwirkzeit rasch los.

Wann ist Creme zur Babypflege nötig?

Gesunde Babyhaut benötigt meist keine zusätzliche Pflege. Nachdem sie viel dünner als die eines Erwachsenen ist und ihr Säureschutzmantel noch im Entstehen, gibt es jedoch eine Ausnahme: Wind-und-Wetter-Creme! Diese sehr fetthaltige Creme schützt dein Baby in den kalten Monaten zuverlässig vor Rötungen, Rissen oder gar Erfrierungen der zarten Haut. Deshalb solltest du sie sorgsam auf alle freien Hautpartien auftragen, bevor du mit deinem Kind ins Freie gehst.

Ab und zu machen wunde Stellen die Anwendung spezieller Wundschutzcremes zur Babypflege notwendig. Diese beinhalten in der Regel Zink, Fett und Harnstoff. Auch Calendula hat sich hier bewährt. Der Klassiker bei Babys ist ein wunder Po. Aber auch andere Körperstellen können betroffen sein, vor allem, wenn die Haut dort sehr faltig ist.

Von Sonnencreme wird bei Kindern unter einem Jahr übrigens abgeraten, da über die Haut schädliche Chemikalien aufgenommen werden können. Vielmehr solltest du dein Kind mit langer Kleidung schützen und dich mit ihm im Schatten aufhalten. Wenn du doch einmal zu Sonnencreme greifen musst, empfiehlt sich eine mineralische Sonnencreme für Babys, die rein mechanisch auf – und nicht in – der Haut wirkt und das Sonnenlicht reflektiert. Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens bei 30 liegen.

Sensible Körperstellen reinigen und richtig pflegen

  • Für Nase und Ohren gilt: niemals ein Wattestäbchen einführen! Der Bereich der Ohrmuschel wird während der Babypflege einfach mit einem weichen Waschlappen gesäubert, der Rest reinigt sich von selbst. Etwaige Verkrustungen in Babys Nase kannst du sanft mit einem zusammengerollten Stück Taschentuch lösen, wenn sie die Atmung deines Babys behindern. Bei Schnupfen greifst du am besten auf sogenannte Nasensauger zurück. Auch Muttermilch oder Kochsalzlösung helfen Wunder.
  • Augen: Sind die Augen deines Kindes verklebt, kannst du sie mit einem weichen, feuchten Waschlappen in den meisten Fällen ganz schnell reinigen: einfach sanft von außen nach innen wischen.
  • Intimbereich: Den Intimbereich deines Babys wäscht du mit einem weichen Baumwolltuch oder Waschlappen und reinem Wasser. Wichtig: Weder ziehst du dabei die Schamlippen auseinander, noch die Vorhaut zurück. Übrigens: Gängige Feuchttücher reizen die empfindliche Babyhaut und trocknen sie aus. Besser du verzichtest darauf und bleibst zur Babypflege bei Baumwolle und Wasser. Das schont nicht nur Babys Haut, sondern auch deinen Geldbeutel und die Umwelt.
  • Nägel: In den ersten Wochen brauchst du die Nägel deines Kindes gar nicht schneiden. Sie sind so weich, dass sich der Bereich, der übersteht, selbst löst. Danach greifst du am besten auf spezielle Babynagelscheren zurück. Diese haben abgerundete Kanten. Ein Tipp: Schneide die Nägel, wenn dein Baby schläft. So funktioniert das unliebsame Nägelschneiden nämlich am besten!
  • Zähne: Sobald die ersten Zähne sichtbar sind, gehört auch tägliches Zähneputzen zur Babypflege. Hierzu kannst du ein spezielles Fingerhütchen oder eine weiche Kleinkindzahnbürste verwenden. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt Kinderzahnpasta mit Fluorid (500 ppm): Verwende aber nur eine kleine, erbsengroße Menge. Wenn dein Kind sie verschluckt, musst du dir keine Sorgen machen, da die Fluoridmenge sehr gering ist.