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FAQ Babyschwimmen: Ab wann? sinnvoll? was mitnehmen?

Ab wann ist das Babyschwimmen sinnvoll? Welche positiven Aspekte und Risiken gibt es? Antworten auf deine Fragen und eine Checkliste, damit du nichts vergisst. Plus: Mama-Erfahrungsberichte.

Ist Babyschwimmen sinvoll?
Ist Babyschwimmen sinvoll?
©Tropical Studio via Bigstock

Babyschwimmen: Ab wann ist es geeignet?

Zwischen der sechsten und achten Lebenswoche ist der perfekte Startzeitpunkt für das Babyschwimmen.

Voraussetzungen sind: Die Nabelwunde ist verheilt und dein Baby kann den Kopf selbst stabil halten. Am besten sprichst du vorab mit deinem Kinderarzt, dann bist du auf der sicheren Seite.

Wie sinnvoll ist Babyschwimmen?

Beim Babyschwimmen geht es nicht darum, dem Baby schwimmen beizubringen, sondern das Baby mit dem Element Wasser vertraut zu machen. Schwimmexperten nennen es “eine frühkindliche Bewegungserziehung im Wasser”, was nichts anderes bedeutet als eine frühe Wassereingewöhnung.

Das Baby soll dabei:

  • emotionale Erfahrungen machen
  • entspannen
  • Grenzen und Möglichkeiten des eigenen Körpers erforschen
  • spielerisch das Element Wasser erfahren

Ab wann sind erste Fortschritte erkennbar? Unmittelbar während des Babyschwimmens werden die Babys in ihrer Entwicklung gefördert. Durch die Interaktion zwischen Elternteil und Baby wird die Bindung zueinander gestärkt. Außerdem wirst du merken, dass das Babyschwimmen dafür sorgen kann, dass dein Baby in einen ruhigen und tiefen Schlaf fällt.

Positive Effekte beim Babyschwimmen

Durch das Babyschwimmen:

Was wird in einem Babyschwimmkurs gemacht?

  • Die Babys werden spielerisch an das Wasser gewöhnt, zum Beispiel werden Begrüßungs- und Abschiedslieder gesungen. Diese dienen der Orientierung. Aber auch während des Kurses wird viel gesungen und dabei geplanscht, gespritzt und geblubbert.
  • Durch Bewegung im Wasser wird der Körper durch den Widerstand für dein Baby besser spürbar.
  • Es wird geübt, nach unterschiedlichen Gegenständen und Materialien im Wasser zu greifen, wie zum Beispiel nach Schwimmnudeln oder Ringen.
  • Die Babys lernen, auf einem schwimmenden Objekt (z.B. Schwimmmatte) zu sitzen, krabbeln und/oder zu laufen.
  • Das Baby lernt, dass es durch Bewegung der Beine im Wasser vorwärts kommt und übt somit bereits schwimmähnliche Bewegungen.
  • Die Auge-Hand-Koordination wird in spielerischer Form geübt, indem nach Spielzubehör gegriffen wird.
  • Die Babys werden an Schwimmreifen und Schwimmflügel (wenn sie älter sind) gewöhnt.
  • Beim Babytauchen lernt das Baby, unter Wasser die Luft anzuhalten, auch größere Babys können den natürlichen Atemschutzreflex wieder antrainieren, wenn sie ihn bereits verloren haben.
  • Du lernst wichtige Grifftechniken, mit denen du dein Baby sicher durch das Wasser führen kannst

Dürfen Babys tauchen?

Neugeborene kennen das Leben im Wasser, da sie neun Monate lang im Fruchtwasser der Gebärmutter hausen durften. Also sind Babys keineswegs zu klein für das Tauchen. Bis zum sechsten Monat verfügen Neugeborene nämlich über einen Tauchreflex.

Der verhindert das Einatmen von Wasser in die Lunge durch das Verschließen des Kehlkopfes. Natürlich können Babys trotzdem reichlich Wasser verschlucken, deshalb immer vorsichtig sein. Mehr dazu siehst du im Video:

Gefahren beachten

Was kostet ein Babyschwimmkurs und wie lange dauert er?

Ein Babyschwimmkurs dauert meist nicht länger als 30 Minuten und besteht aus insgesamt 8 bis 10 Terminen. Die Kosten für das Babyschwimmen variieren stark, so können Kosten von 5 bis zu 15 Euro pro Termin auf dich zukommen.

Oftmals bieten Babyschwimmkurse auch Monats- oder Quartalstarife an. In einigen Fällen übernimmt sogar die Krankenkasse die Kosten für das Babyschwimmen. Dies ist allerdings abhängig von der Zusatzversicherung der zuständigen Krankenkasse.

Woran erkenne ich einen guten Schwimmkurs?

Ein guter Schwimmkurs zeichnet sich durch unterschiedliche Faktoren aus:

  • Schwimmlehrer sollten auf die Anzahl der Teilnehmer und Teilnehmerinnen achten. Der Babyschwimmkurs sollte nicht überfüllt sein.
  • Der Kurs ist vielseitig und spielerisch. Babys sollen nicht überfordert oder unter Druck gesetzt werden. Jedes Baby hat sein eigenes Tempo und Ausdauer.
  • Schwimmlehrer sollten ein Zertifikat vorweisen können. Da der Begriff “Schwimmlehrer” gesetzlich nicht geschützt ist, kann jeder einen solchen Kurs anbieten. Wichtig ist, dass der Schwimmlehrer eine anerkannte Lizenz hat, zum Beispiel vom Deutschen Schwimmverband oder von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Wann sollte man vorübergehend auf Babyschwimmen verzichten?

  • Fieberhafter Infekt
  • Ansteckende Krankheiten
  • Ansteckende Hautkrankheiten
  • Durchfall, Erbrechen, Übelkeit
  • Entzündung im Ohr und Auge

Checkliste Babyschwimmen: Was soll ich mitnehmen?

  • Schwimmwindeln und Wickelunterlage
  • Babybademantel/ Kapuzenhandtuch.
  • Fläschchen
  • warme Kleidung/ Mützchen für nach dem Schwimmen.
  • Je nach Alter: Wasserspielsachen
  • Schwimmsachen für Mama/Papa
  • Etwas zu Trinken für Mama/Papa

Von Haltegriffen bis Wassertemperatur: Worauf achten während des Schwimmens?

  • Baby muss Spaß haben

Ganz wichtig: Baby und Elternteil müssen sich wohlfühlen beim Babyschwimmen. Ab wann sollte das Badeerlebnis abgebrochen werden? Sobald Unwohlsein beim Baby auftritt. Mag dein Baby nach wenigen Minuten also schon wieder aus dem Wasser raus, dann solltet ihr den Kurs an diesem Tag abbrechen.

Es kann aber auch gut sein, dass es beim nächsten Mal die ganze Kurseinheit vergnügt im Wasser planscht. Lasse dich also nicht entmutigen. Außerdem solltest du den Kurs auch dann beenden, wenn dein Baby:

  1. Blaue Lippen hat
  2. Blasse Fingernägel bekommt
  3. Wärme bei dir sucht

Das Schwimmerlebnis sollte sich immer nach dem Baby orientieren und nicht andersherum. Durch intensiven Körperkontakt zum Baby werden Sicherheit und das Gefühl von Geborgenheit vermittelt.

  • Richtig anziehen

Damit dein Baby perfekt für den Badespaß vorbereitet ist, macht es Sinn, in eine Schwimmwindel zu investieren. Diese saugen sich nicht so schnell voll wie herkömmliche Windeln.
Nach dem Schwimmen solltest du deinen Nachwuchs in ein flauschiges Badetuch für Babys einwickeln und gut abtrocknen. So kühlt es nicht so schnell aus.

  • verschiedene Haltegriffe fürs Babyschwimmen

Grundsätzlich werden dir die richtigen Haltegriffe im Kurs selbst beigebracht. Ein paar Basics zu wissen, schadet jedoch nicht:

  1. Vermeide es, dass dein Baby die Füße auf deinen Knien oder Hüften abstellt.
  2. Zieh dein Baby nicht an den Händen durch das Wasser, es könnte sonst zu Verletzungen im Gelenkbereich kommen.
  3. Halten dein Kind beim Achselgriff immer etwas unterhalb der Achselhöhle.
  • Badetemperatur

Das Wasser sollte zwischen 31 und 33 Grad warm sein und die Raumtemperatur bei 30 Grad liegen, damit dein Baby nicht so schnell auskühlt. Herkömmlicherweise sind Schwimmbecken nur um die 20 Grad warm.

  • Sport macht hungrig

Dein Nachwuchs wird nach dem Babyschwimmen wahrscheinlich ziemlich hungrig sein – schließlich ist es auch anstrengend und fordernd. Du solltest auf jeden Fall ein Fläschchen oder ein Gläschen Brei dabei haben.
Es empfiehlt sich auch spätestens eine halbe Stunde vor dem Kurs dein Baby zu füttern. Der Magen sollte nicht ganz voll aber auch nicht ganz leer sein.

  • Waschen und Pflegen

Ist der Kurs vorüber, solltest du dein Kind ordentlich waschen, damit das Chlorwasser nicht auf der Haut verbleibt. Anschließend gilt es die Haut mit Cremes oder Öl zu pflegen.

Chlorwasser- schädlich oder ungefährlich?

Gerade zum Babyschwimmen angemeldet und voller Vorfreude, doch plötzlich schleichen sich Bedenken wegen des Chlorwassers ein? Chlor ist umstritten und eine Chemikalie, die besonders die dünne Babyhaut reizen kann. Das bedeutet aber nicht, dass auf das Schwimmerlebnis verzichtet werden muss. Es sollte aber drauf geachtet werden, dass nach dem Schwimmbadbesuch gründlich geduscht wird.

Das Umweltbundesamt (UBA) warnte schon 2011, dass Familien mit Kindern unter zwei Jahren, bei denen gehäuft Allergien auftreten, besser auf das Babyschwimmen verzichten sollten.

Ein Grund für das erhöhte Allergierisiko ist vermutlich der Stoff Trichloramin, Dieser entsteht durch das eingesetzte Chlor im Wasser, welches auf Urin, Schweiß, Hautschuppen und Kosmetikprodukten reagiert. Bei starkem Chlorgeruch also vorsichtig sein. Es wird vermutet, dass die Reaktionsprodukte des Chlors die Entwicklung einer Asthmaerkrankung bei Risikogruppen erhöhen können. Daher ist es wichtig, die Hygieneregeln im Schwimmbad einzuhalten.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth sagte hierzu „Schwimmen ist gesund für Kinder und Erwachsene. Damit das so bleibt, sollte jede und jeder durch gründliches Duschen vor dem Baden dazu beitragen, dass es nicht zu Gesundheitsgefahren durch Trichloramin kommt.” Auch Schwimmwindeln sorgen für eine verbesserte Hygiene im Wasser. Ansonsten steht dem Badeerlebnis nichts im Wege!

Rotavirus-Schluckimpfung wird empfohlen

Zudem sagt Experte Karsten Theiß, dass Babys, die am Babyschwimmen teilnehmen, durchaus häufiger an Infektionen leiden als Nicht-Babyschwimmer. Das liegt am Verschlucken von Wasser, wodurch Viren und Bakterien einfacher aufgenommen werden.

Ein Virus, vor dem insbesondere gewarnt wird, ist das Rotavirus, dass zu Magendarmerkrankungen führen kann. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2013 die Rotavirus-Schluckimpfung. Auch das Infozentrum für Prävention und Früherkennung (IPF) rät dazu, den Nachwuchs vor der ersten Babyschwimmstunde zu impfen.

Wassereingewöhnung in der Badewanne

Du musst dich nicht sofort für einen Babyschwimmkurs anmelden. Die Badewanne ist eine gute Möglichkeit, um dein Baby erst einmal an Wasser zu gewöhnen.  Beim Baden sollte reines Badewasser ohne Badezusatz genommen werden, da die Nabelwunde wohlmöglich noch nicht vollständig verheilt ist. Während des Badeerlebnisses solltest du dir Zeit nehmen, damit das Baby die neuen Reize in Ruhe verarbeiten kann. Deshalb ist der Verzicht auf Störfaktoren, wie Badespielzeug und Musik für den Anfang von Vorteil.

Die Badewanne dient der räumlichen Begrenzung und die Interaktion zwischen Elternteil und Baby hilft dabei, Sicherheit zu vermitteln. So gewöhnt sich dein Baby ohne Überforderung an das Wasse. Merkst du, dass dein Nachwuchs Spaß am Planschen hat, dann könnt ihr im nächsten Schritt einen Babyschwimmkurs ausprobieren.

Quellen