Beikost einführen: Wann wird es Zeit für Babys ersten Brei?

Beikost einführen: Wann wird es Zeit für Babys ersten Brei?

Eltern wollen alles richtig machen, wenn sie die Beikost einführen: Allergien und Unverträglichkeiten vermeiden und ihr Kind gesund ernähren. Doch Informationen über Babys ersten Brei sind oft widersprüchlich und verwirrend: Sollen es zu Beginn nun Möhren oder Pastinaken sein? Vor oder nach dem 5. Monat beginnen? Hier bekommst du alle Infos, die du bei der Beikosteinführung berücksichtigen solltest. Wenn du nicht so viel Zeit hast, kannst du dir auch alle wichtigen Infos zum Beikoststart im Video als Kurzzusammenfassung anschauen:

Beikost einführen: Diese Dinge musst du darüber wissen

Beikost einführen: Ab wann sollte ich starten?

Mit der Beikosteinführung sollte auf keinen Fall zu früh gestartet werden. Führende Ernährungsexperten des Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) raten, erst ab dem 5. Monat den ersten Babybrei zu geben. Erst dann ist das Baby motorisch überhaupt in der Lage, mit der Zunge Nahrung zu formen und sie einzuspeicheln. Und erst dann bildet der Magen die Lipase, ein fettspaltendes Enzym, welches ganz entscheidend für die unsere Verdauung ist. Erst, wenn der Magen diesen Entwicklungsschritt gemacht hat, solltest du langsam die Beikost einführen.

Auch wenn manche Mütter das Abstillen kaum erwarten können, so ist es doch meist ratsam, damit noch zu warten. Zunächst solltest du dem Baby zufüttern. Denn ein Beikoststart unter dem Schutz der Muttermilch hilft, Allergien vorzubeugen. Die Muttermilch bietet zudem noch genügend Nährstoffe für den Säugling, auch wenn sich der Eisen- und Nährstoffgehalt langsam verringert.

Warum Beikosteinführung nach Plan? Zusammenhang zwischen Nahrungsaufbau und Allergien

Neben dem richtigen Alter ist auch die Reigenfolge wichtig, nach der du die Beikost einführen solltest. Ein gelungener Beikoststart erfolgt stufenweise. Das FKE hat auf Basis umfassender Studien einen Plan entwickelt, in welcher Reihenfolge du dem Baby Brei zufüttern solltest. Was dieser vorsieht, kannst du hier nachlesen: „Beikostplan für dein Baby: So geht Zufüttern richtig“.

Dass die Beikosteinführung stufenweise erfolgt ist wichtig, weil der Darm für das Immunsystem des Menschen eine entscheidende Rolle spielt. In den Darmzotten bilden sich Immunkörper, die für die körpereigene Abwehr gegen Fremderreger zuständig sind. Wird der Darm im Säuglingsalter durch zu frühe Beikost und/oder zu viele verschiedene Eiweiße überfordert, können sich diese Immunkörper nicht richtig bilden beziehungsweise entwickeln. Sie greifen dann später ganz normale Stoffe (Fremdeiweiße) an und lösen damit eine Überreaktion aus – die Allergie.

Die Generation der 30 bis 40-jährigen ist von Allergien besonders betroffen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass in ihrer Kindheit die konfektionierte Nahrung eingeführt wurde. Der Körper der damaligen Kinder wurde zu früh und mit zu vielen verschiedenen Eiweißen konfrontiert, so dass das Immunsystem sich nicht richtig ausrichten konnte.

Beikost einführen: Mit welchem Brei anfangen?

Das Thema „Beikost einführen“ sollte auf jeden Fall gewissenhaft angegangen werden. Bleibt also die Frage: Mit welchem Brei anfangen?

Milch- oder Gemüsebrei?

Von der Muttermilch zum Milchbrei? Nein, diese Annahme ist falsch. Die Beikosteinführung wird nicht mit Milchbrei begonnen. Auch Schmelzflocken und andere Getreidezusätze in der Milch sollten nicht gegeben werden. Dies gilt auch für die Abendflasche. Getreide wird frühestens ab dem 6. Monat auf den Speiseplan aufgenommen.

  • Der erste Babybrei ist Gemüsebrei aus der Gruppe der Kürbisgewächse (Kartoffeln, Kürbis, Zucchini oder Fenchel)

 

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Zu welcher Mahlzeit gebe ich den ersten Brei?

Der erste Brei wird mittags gegeben. Abends sollten keine überfordernden Mahlzeiten gegeben werden, da der Darm in der Nacht träge ist, also weniger gut arbeitet.

Richtige Nahrungsmittelreihenfolge um Beikost einzuführen?

Der erste Brei besteht meist aus Kartoffeln und einer Gemüseart aus der Gruppe der Kürbisgewächse. Wer selbst kocht, muss darauf achten, dass die Kartoffeln arm an Nitrat sind, dies ist bei Bio-Kartoffeln gegeben. Beginnt ihr im Frühjahr oder Sommer damit Beikost einzuführen, nimm als Gemüseart für den Brei Zucchini; ist es jedoch schon Herbst oder Winter, eignet sich Kürbis für den ersten Brei.

Liegen in der Familie bereits Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor, kann es für die Beikosteinführung ratsam sein, auch das Gemüse nur nach und nach einzuführen. Gehe dabei nach dieser Reihenfolge vor:

Fenchel > Steckrübe > Blumenkohl > später: Kohlrabi > Erbsen > Tomaten

Teste jedes Nahrungsmittel vier Wochen lang auf Verträglichkeit. Zeigen sich Unverträglichkeiten, weist du sofort woran es liegt. Gehe in einem solchen Fall eine Stufe zurück zum vorherigen Nahrungsmittel und bleibe zunächst weitere vier Wochen dabei.

Mach dir keine Sorgen, dass es deinem Kind dabei an irgendetwas mangeln könnte: In der Kartoffel ist alles enthalten was das Kind braucht, zusätzlich wird es weiterhin mit Muttermilch oder adaptierter Milch versorgt. Still dein Kind nach der Breimahlzeit oder gib ihm das Fläschchen.

Achtung: Eier und Fisch darfst du erst nach dem ersten Geburtstag als Beikost einführen, ebenso Kuhmilch.

Warum Kürbisgewächse und nicht Möhren für den ersten Brei?

Wir haben die Heilpraktikerin Jessica Legat aus Hittfeld bei Hamburg zu diesem Thema befragt. Frau Legat hat eine Ausbildung zur naturheilkundlichen Ernährungsberaterin bei Marie-Therese von Alvensleben absolviert. Sie gibt Eltern-Kurse zur Säuglings- und Kinderernährung und zur Beikosteinführung.

Kürbisgewächse wachsen oberhalb der Erde, enthalten nur wenig Nitrat, haben eine dicke Schale, die vor Schadstoffen schützt und enthalten wenig Faserstoffe. Möhren enthalten viele Faserstoffe und sind daher für den frühen Beikoststart ungeeignet, weil sie den Darm überfordern. Allerdings werden Möhren für Gläschenkost speziell gezüchtet und verändert, so dass sie nicht die feste äußere Schale haben und faserarm sind. Verzichte dennoch beim Beikost einführen lieber auf Möhren, da sie sehr viel Nitrat enthalten (auch die Biomöhren) und halte dich an die Kürbisgewächse!

Falscher Beikoststart Ursache für Probleme mit der Verdauung?

Auch wenn du dich an einen strikten Plan hältst, die Beikost einzuführen: Eine Garantie, dass dein Baby keine Verdauungsprobleme bekommt, ist das leider trotzdem nicht.

Solange du noch stillst, spielt deine Ernährung eine wichtige Rolle. Über die Muttermilch gibst du Bestandteile unserer Nahrung nach wie vor an das Baby weiter. Da ein Großteil unserer Nahrungsmittel Bindemittel und andere Zusätze beinhaltet, kann das zu Verdauungsproblemen beim Baby führen. Eine möglichst natürliche Ernährungsweise mit frischen, unveränderten Lebensmitteln ist wichtig. Der Darm des Säuglings ist zwar von Natur aus auf Muttermilch eingerichtet, jedoch bei einer natürlichen Ernährung wie sie unsere Vorfahren gelebt haben.

Komplexe Kohlenhydrate lösen Blähungen aus: das sind zum Beispiel Getreide, Kohl, Zwiebeln, verschiedene Gemüsesorten oder Hülsenfrüchte. Aber auch einfache Kohlenhydrate wie Zucker, oder Weißmehlprodukte und auch Milchprodukte und Fette zählen zu den Auslösern von Blähungen. Je nach Veranlagung kann man darauf mehr oder weniger empfindlich reagieren. Diese Empfindlichkeit wird meist auch vererbt. Komplexe Kohlenhydrate sind.

Der Verlauf der Schwangerschaft oder Unruhe in der Familie können weitere Gründe sein.

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