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Beikost einführen: Wann wird es Zeit für Babys ersten Brei?

Eltern wollen alles richtig machen, wenn sie die Beikost einführen: Allergien und Unverträglichkeiten vermeiden und ihr Kind gesund ernähren. Denn bei der Beikosteinführung ist das wann und wie ganz entscheidend. Wir geben dir einen Überblick, was du über Babys ersten Brei wissen musst.

Beikost einführen:  Dieser Brei ist der erste
Beikost einführen: Dieser Brei ist der erste
© Bigstock/ romrodinka

Wie soll ich die Beikost einführen? Richtiger Zeitpunkt für Babys ersten Brei

Im ersten halben Jahr deckt die Muttermilch den Nährstoffbedarf deines Babys gut. Daher gilt die allgemeine Empfehlung das Baby für mindestens vier Monate voll zu stillen und dann nach und nach mit dem Abstillen zu beginnen. Mit dem Beikoststart brauchst du es also gar nicht sonderlich eilig zu haben. Mehr noch: Mit der Beikosteinführung sollte auf keinen Fall zu früh gestartet werden! Denn damit Babys ihren ersten Brei überhaupt vertragen können, sind verschiedene Entwicklungsschritte notwendig. Zum einen muss das Baby motorisch schon in der Lage sein, mit der Zunge Nahrung zu formen und sie einzuspeicheln. Auch erst dann bildet der Magen die Lipase, ein fettspaltendes Enzym, welches ganz entscheidend für die unsere Verdauung ist.

Daher raten führende Ernährungsexperten frühestens ab dem 5. Lebensmonat die Beikost einzuführen, spätestens aber ab dem 7. Lebensmonat. Dann kann die Muttermilch allein dein Baby nicht mehr satt machen.

Ist ein früher Beikoststart besser?

Mit einer stufenweisen Beikosteinführung soll Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorgebeugt werden. Daher wird auch von Fachärzten, wie zum Beispiel von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), immer wieder darauf hingewiesen, mit dem Beikoststart nicht zu lange zu warten. Das bedeute aber nicht, dass ihr gleich zu Beginn des 5. Lebensmonats die Beikost einführen müsst. Entscheidend ist, dass dein Baby bereit ist! Zeigt es immer mehr Interesse, was seine Eltern, Geschwister oder andere Personen essen, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass ihr ihm den ersten Brei anbieten könnt. Weitere wichtige Anzeichen haben wir in nachfolgendem Video zusammengefasst.

6 deutliche Anzeichen, dass dein Baby bereit für den ersten Brei ist

Beikosteinführung nach Plan: Mit welchem Brei anfangen?

Neben dem richtigen Alter ist auch die Reigenfolge wichtig, nach der du die Beikost einführen solltest. Ein gelungener Beikoststart erfolgt stufenweise. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund (FKE) hat auf Basis umfassender Studien einen Plan entwickelt, in welcher Reihenfolge du dem Baby Brei zufüttern solltest. Bleibt also die Frage: Mit welchem Brei anfangen?

Babys erster Brei: Gemüsebrei am Mittag (später mit Fleisch oder Fisch)

Von der Muttermilch zum Milchbrei? Nein, diese Annahme ist falsch. Die Beikosteinführung wird nicht mit Milchbrei begonnen. Auch Schmelzflocken und andere Getreidezusätze in der Milch sollten nicht gegeben werden. Dies gilt auch für die Abendflasche. Getreide wird frühestens ab dem 6. Monat auf den Speiseplan aufgenommen.

Babys erster Brei ist Gemüsebrei und wird mittags gefüttert. Er besteht zunächst nur aus einer Gemüsesorte, zum Beispiel aus der Gruppe der Kürbisgewächse (Kürbis, Zucchini oder Fenchel) oder aus Karotten oder Pastinaken. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ – es ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) – erklärt dazu: „Ihr Baby braucht Zeit, um sich an das neue Essen zu gewöhnen und seine Verdauung umzustellen. Beginnen Sie deshalb mit einigen Löffeln Gemüsepüree.“ Verträgt dein Baby diesen ersten Brei gut, kannst du nach etwa einer Woche auch Kartoffeln und etwas Öl unter den Brei mischen. Wenn das gut klappt kannst du in den darauffolgenden Wochen auch eisenhaltiges Fleisch (Rindfleisch eignet sich gut) und Vitamin-C-haltigem Obstsaft (hilft bei der Aufnahme von Eisen) ergänzen. Damit ist der erste Teil der Beikosteinführung geschafft.

Zu den anderen Mahlzeiten bekommt dein Kind weiterhin die Brust oder die Flasche, wenn du nicht stillst. Mach dir also keine Sorgen, dass es deinem Kind dabei an irgendetwas mangeln könnte: Im Gemüse- beziehungsweise Gemüse-Fleisch-Brei ist alles enthalten was das Kind braucht und es wird ja zusätzlich weiterhin mit Muttermilch oder adaptierter Milch versorgt.

In den kommenden Monaten werden die Stillmahlzeiten dann nach und nach durch den Getreide-Obst-Brei und der Milch-Getreide-Brei am Nachmittag beziehungsweise am Abend ersetzt. Wie du diese weitere Beikost einführen solltest, das kannst du hier noch einmal ausführlich in unserem Übersichtsartikel nachlesen: „Beikostplan für dein Baby: So geht Zufüttern richtig“.

Grundsätzlich gilt für die Beikosteinführung: Nehmt euch Zeit und testet jedes neue Nahrungsmittel einige Wochen lang auf Verträglichkeit. Zeigen sich Unverträglichkeiten, weist du sofort woran es liegt. Gehe in einem solchen Fall eine Stufe zurück zum vorherigen Nahrungsmittel und bleibe zunächst weitere vier Wochen dabei.

Achtung: Eier darfst du erst nach dem ersten Geburtstag als Beikost einführen, ebenso Kuhmilch.

Video-Empfehlung

Falscher Beikoststart: Ursache für Allergien?

„Für Babys ist es das Beste, in den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ausschließlich gestillt zu werden. Dies gilt für Säuglinge mit und ohne familiärem Allergierisiko gleichermaßen.“, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf kindergesundheit-info.de. Das heißt, auch wenn manche Mütter das Abstillen kaum erwarten können, so ist es doch meist ratsam, damit noch zu warten. Denn ein Beikoststart unter dem Schutz der Muttermilch hilft, Allergien vorzubeugen. Die Muttermilch bietet zudem noch genügend Nährstoffe für den Säugling, auch wenn sich der Eisen- und Nährstoffgehalt langsam verringert.

Weiterhin ist es wichtig, dass die Beikosteinführung stufenweise erfolgt, damit sich der Verdauungstrakt des Babys langsam an die neue, feste Kost gewöhnen kann. Aber: „Entgegen der früheren Auffassung bietet die Vermeidung oder die spätere Einführung von Lebensmitteln, die häufig Allergien auslösen, keinen Allergie-Schutz“, betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. in einem Update zur richtigen Säuglingsernährung. Zudem gebe es inzwischen Hinweise, dass der Verzehr von Fisch im ersten Lebensjahr sogar einen positiven Effekt für die Allergieprävention hat. Das bedeutet, dass es vom wissenschaftlichen Standpunkt aus wenig Sinn macht, Lebensmittel, die häufig Allergien auslösen, zu meiden oder erst später einzuführen. Unter Umständen kann sich das sogar nachteilig auf eine Toleranzentwicklung auswirken.

Übrigens: Auch für Kinder mit einem Zöliakierisiko gelten die gleichen Empfehlungen, wie ihr die Beikost einführen sollt. Selbst glutenhaltige Lebensmittel dürfen für die Breie verwendet werden.

Verdauungsprobleme nach dem ersten Brei

Auch wenn du dich an einen strikten Plan hältst, die Beikost einzuführen: Eine Garantie, dass dein Baby keine Verdauungsprobleme bekommt, ist das leider trotzdem nicht.

Solange du noch stillst, spielt deine Ernährung eine wichtige Rolle. Über die Muttermilch gibst du Bestandteile unserer Nahrung nach wie vor an das Baby weiter. Da ein Großteil unserer Nahrungsmittel Bindemittel und andere Zusätze beinhaltet, kann das zu Verdauungsproblemen beim Baby führen. Komplexe Kohlenhydrate lösen Blähungen aus: das sind zum Beispiel Getreide, Kohl, Zwiebeln, verschiedene Gemüsesorten oder Hülsenfrüchte. Aber auch einfache Kohlenhydrate wie Zucker, oder Weißmehlprodukte und auch Milchprodukte und Fette zählen zu den Auslösern von Blähungen. Je nach Veranlagung kann man darauf mehr oder weniger empfindlich reagieren. Diese Empfindlichkeit wird meist auch vererbt. Eine möglichst natürliche Ernährungsweise mit frischen, unveränderten Lebensmitteln ist daher wichtig. Der Darm des Säuglings ist zwar von Natur aus auf Muttermilch eingerichtet, jedoch bei einer natürlichen Ernährung wie sie unsere Vorfahren gelebt haben.

Unabhängig davon kann die Umstellung auf den ersten Brei grundsätzlich beim Baby Verstopfung beziehungsweise härteren Stuhl verursachen. Je mehr Stillmahlzeiten während der Beikosteinführung schon durch feste Nahrung ersetzt sind, desto genauer solltest du darauf achten, dem Baby genügend zusätzliche Flüssigkeit anzubieten – am besten Wasser oder ungesüßten Tee.

Beikost einführen: ersten Brei selbst Kochen oder Gläschen kaufen?

Babys ersten Brei zu kochen ist nicht sonderlich schwer. Zudem hast du mehr Kontrolle darüber, was genau in den Brei kommt. Zuletzt standen verschiedene Hersteller von Babybrei wiederholt in der Kritik, unnötig viel Zucker in die Gläschen zu mischen. Wenn man bedenkt, dass Babys im ersten Lebensjahr eigentlich keinen Zucker zu sich nehmen sollten, sind das keine guten Voraussetzungen für den Beikoststart. Grundsätzlich bleibt es aber ganz deine Entscheidung, wie du die Beikost einführen willst. Auch gekaufter Brei enthält alles, was für dein Baby wichtig ist. In Deutschland wird Babynahrung zudem engmaschig kontrolliert und von unabhängigen Verbraucherschutzorganisationen wie Stiftung Warentest, Öko-Tets oder foodwatch regelmäßig bewertet. Wer sich informiert kann also auch solchen Zuckerfallen gut entkommen.

Möchtest du den ersten Brei selbst kochen, gilt es ebenfalls einiges zu beachten beziehungsweise sich zu informieren. So eignet sich nicht jedes Gemüse oder Obst zum Beikoststart und gerade Gemüsesorten mit hohem Nitratgehalt (z.B. Fenchel, Auberginen, Spinat) sollten nur frisch gegessen werden und dem Baby nicht aufgewärmt zugefüttert werden. Deswegen muss du auch darauf achten, dass verwendet Kartoffeln arm an Nitrat sind. Dies ist bei Bio-Kartoffeln gegeben. Beginnt ihr im Frühjahr oder Sommer damit Beikost einzuführen, nimm als Gemüseart für den Brei Zucchini; ist es jedoch schon Herbst oder Winter, eignet sich Kürbis für den ersten Brei.

Weitere Informationen, wie du Babybrei kochen kannst, findest du hier verschiedene Babybrei Rezepte: Vor allem die wichtigsten Grundrezepte für den Gemüsebrei beziehungsweise den Gemüse-Kartoffel-Brei und Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei.

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Quellen