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Beikostplan: So führt ihr die Beikost richtig ein

Ein Beikostplan hilft dir dabei zu entscheiden, ab wann du welchen Brei zufüttern solltest. Denn damit dein Baby die Umstellung gut verträgt, ist die richtige Reihenfolge entscheidend, in der du Lebensmittel einführst. Vom Gemüsebrei bis zur Familienkost – hier findest du den perfekten Fahrplan für die Beikosteinführung.

Zufüttern nach dem Beikostplan: So geht's
Zufüttern nach dem Beikostplan: So geht's
© Bigstock/ damrong

Mit dem Beikostplan Baby schonend an Brei gewöhnen

Ein gesunder Ernährungsplan für Babys sieht vor, dass ihr zwischen dem 5. Lebensmonat (frühestens) und dem 7. Lebensmonat (spätestens) die Beikost einführen solltet. Denn je älter dein Kleines wird, desto mehr Nährstoffe verlangt sein Körper und irgendwann reicht Stillen allein für eine gesunde Entwicklung nicht mehr aus. Du musst zufüttern.

Weil das Verdauungssystem deines Babys zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig ausgereift ist, sollte die Umstellung von Muttermilch auf Familienkost möglichst sanft geschehen. So können sich Magen und Darm langsam anpassen und werden nicht überfordert. Das bedeutet, du ersetzt die Still- oder Flaschenmahlzeit nur nach und nach durch Brei, und zwar nach einer festen Reihgenfolge: dem Beikostplan.


Das Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund (FKE) hat auf Basis umfassender Studien diesen Ernährungsplan für Babys entwickelt. Er hat sich schon seit vielen Jahren bewährt und ist daher unter Kinderärzten allgemein anerkannt.

Beikostplan nach den Empfehlungen der FKE

© FKE

Nach diesem ist die Ernährung von Babys im ersten Jahr in drei Abschnitte unterteilt:

  • in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich Muttermilch oder Fertigmilch
  • zwischen dem 5. bis 7. Lebensmonat stufenweise die Beikost einführen
  • ab dem 10. Lebensmonat Familienkost einführen

Wann genau ihr mit der Beikost starten wollt, könnt ihr selbst entscheiden. Berücksichtigt dabei immer die Bedürfnisse des Babys. Es wird euch vermutlich ohnehin den richtigen Zeitpunkt für die Beikosteinführung vorgeben. Woran ihr erkennt, dass es bereit ist, haben wir euch in nachfolgendem Artikel noch einmal ausführlich erklärt.

Beikosteinführung: Reihenfolge und Menge der Breimalzeiten

Die erste feste Nahrung ist für den Bauch deines Babys eine neue Herausforderung. Daher ist es in dieser Phase der Umstellung nicht ungewöhnlich, dass dein Baby Verstopfung bekommen kann. Lasst es langsam angehen: am Anfang reichen wenige Löffel Brei aus. Das Netzwerk „Gesund ins Leben“ – es ist Teil des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) – erklärt: „Ihr Baby braucht Zeit, um sich an das neue Essen zu gewöhnen und seine Verdauung umzustellen. Beginnen Sie deshalb mit einigen Löffeln Gemüsepüree.“ Nach und nach wird die Brei-Menge auf 90 Gramm und ab dem siebten Monat auf 100 Gramm erhöht.

Wann welche Mahlzeit durch Brei ersetzen?

  • 1. Schritt: Gemüse-Brei am Mittag zwischen dem 5. – 7. Monat einführen (später auch Gemüse-Kartoffel-Fleisch/Fisch-Brei)
  • 2. Schritt: Milch-Getreide Brei am Abend zwischen dem 6. – 8. Monat einführen
  • 3. Schritt: Getreide-Obst-Brei am Nachmittag zwischen dem 7. – 9. Monat einführen
  • 4. Schritt: Familienkost ab dem 10. Monat einführen

Bitte beachte, dass zwischen den einzelnen Schritten jeweils circa ein Monat liegen sollte!

Gemüse-Brei am Mittag als erste Beikost einführen

Der Beikostplan der FKE sieht vor, zunächst nur mittags zuzufüttern und zwar ausschließlich Gemüse-Brei, später Gemüse-Kartoffelbrei und Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei beziehungsweise -Fischbrei.

1. Woche: Für diese erste Breimahlzeit eignen sich vor allem Kürbisgewächse wie Kürbis, Zucchini, Fenchel oder Karotte und Pastinake.

2. Woche: Verträgt dein Kind das Gemüse problemlos, kannst du nach circa einer Woche Kartoffeln und etwas Öl mit in den Brei geben. Ideal dafür ist natives Rapsöl. Es enthält viele ungesättigte Fettsäuren (vor allem wertvolle Omega-3-fettsäuren), schmeckt mild und enthält kaum Cholesterin.

3. Woche: Als letzten Schritt setzt du eisenhaltiges Fleisch auf den Ernährungsplan des Babys – empfohlen werden 20 bis 30 Gramm pro Mahlzeit. Besonders eignen sich dafür Fleischsorten wie Rind, aber auch mageres Schweinefleisch oder Lamm darf dein Kleines gerne probieren. Etwas Vitamin-C haltiger Obstsaft oder Obstpüree im Brei hilft bei der Aufnahme von Eisen. Das Fleisch im Gemüse-Kartoffelbrei solltest du ein bis zwei Mal pro Woche durch fetthaltigen Fisch, wie zum Beispiel Lachs, ersetzen.

Wichtig: Dein Baby sollte den Mittagsbrei wieder circa vier Wochen lang gegessen haben, bevor ihr zu Schritt 2 der Beikosteinführung übergeht, dem Abendbrei.

Milch-Getreide Brei am Abend als 2. Breimalzeit

Als zweite Breimahlzeit steht dann ein Milch-Getreide-Brei auf dem Beikostplan der FKE. Empfohlen wird, frühesten ab dem 6. Monat deinem Kind auch am Abend Brei zufüttern. Er besteht aus Vollmilch, Getreide und etwas Obst.

Getreide ist ein wichtiger Mineralstofflieferant für dein Kind. Allerdings hat er auch Allergie-Potential. Hast du das Gefühl, dein Baby verträgt den abendlichen Brei nicht so gut, hat Blähungen und Bauschmerzen, kannst du es mit glutenfreien Getreidesorten wie Reis, Hirse oder Mais probieren. Rührst du den Brei selbst an, solltest du dafür handelsübliche Vollmilch (3,5%) verwenden. „Vollmilch (3,5% Fett) eignet sich als Bestandteil des Milch-Getreide-Breis zur Protein- und Mineralstoffversorgung, die Tageszufuhr sollte jedoch etwa 200 ml, wie sie für den Brei vorgesehen sind, nicht überschreiten“, erklärt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in ihren offiziellen Empfehlungen zur Ernährung gesunder Säuglinge. Milchfertigbreie in Pulverform enthalten den Milchanteil in Form von getrockneter Milch. Sie werden nur mit Wasser angerührt.

Auch diesen Brei sollte dein Baby für vier Wochen essen, bevor ihr die nächste Beikost einführt: den Getreide-Obst-Brei

Getreide-Obst-Brei am Nachmittag als 3. Breimahlzeit

Jeden Monat lernt dein Kind jetzt etwas Neues kennen. Der empfohlene Baby-Ernährungsplan sieht vor, vier Wochen nachdem ihr die zweite Breihmahlzeit eingeführt habt, eine weitere Stillmahlzeit zu ersetzen – diesmal durch einen milchfreien Getreide-Obst-Brei. Das sollte aber frühestens ab dem 7. Lebensmonat passieren.

Da dieser Brei keine Milch enthält, ist er eiweißarm und somit auf die beiden anderen eiweißreichen Beikostmahlzeiten abgestimmt. Beim Obst kannst du gerne etwas variieren. Allerdings sind milde Obstsorten wie Banane, Apfel, Birne oder Pfirsich am Anfang besser. Diese geschmackliche Vielfalt freut die kleinen Feinschmecker. Und das macht natürlich auch Lust aufs Essen.

Der nächste große Schritt im Beikostplan ist dann die Einführung der Familienkost. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit. Die FKE rät, damit erst ab dem 10. Monat zu beginnen. In der Zwischenzeit darf gerne noch etwas mit dem Brei herumexperimentiert werden.

Wichtig: Je mehr Mahlzeiten ihr durch Brei ersetzt, desto genauer solltest du darauf achten, dass dein Kind zusätzlich genug trinkt. Welche Menge ab welchem Alter empfohlen wird, haben wir hier ausführlich erklärt: Wie viel sollen Babys und Kinder trinken?

Ernährungsplan Baby: Familienkost ab dem 10. Monat

Wenn das Baby 10 Monate alt ist, ist die Beikosteinführung fast abgeschlossen. Die Breimahlzeiten gehen nach und nach in die Familienkost über. Zunächst ersetzt du den abendlichen Getreide-Milch-Brei durch eine kalte Hauptmahlzeit. Das heißt, dein Kind kann jetzt vom Familientisch mitessen. Biete ihm Verschiedenes an und lass es probieren. Ihm wird sicher nicht von Anfang an alles schmecken. Aber die Vielfalt fordert die Geschmacksnerven und motivieren das Baby auch Unbekanntes zu probieren.

Mit dem Start der Familienkost wird auch die Milchmahlzeit am Vormittag ersetzt. Diese Zwischenmahlzeit besteht dann aus Brot, Obst, Obstsaft oder später aus Rohkost. Du kannst auch Joghurt anbieten. Wichtig ist, dass dein Kind sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt. Achte noch darauf, sein Essen nicht zu stark zu würzen. Honig zum Süßen sollte noch bis zum 1. Geburtstag tabu sein. Dieser ist erst zu empfehlen, wenn das Verdauungssystem ganz ausgereift ist. Erst dann sinkt das Risiko eines gefährlichen Säuglingsbotulismus.

Die übrigen Breimahlzeiten müssen jetzt nicht mehr fein püriert sein. Es reicht, wenn du sie mit der Gabel grob zerdrückst. Die ersten Zähnchen wollen ja schließlich etwas zu tun haben. Ab wann du damit rechnen kannst, findest du hier: Wenn Babys zahnen.

 

Warum dürfen Babys keinen Honig essen?

Beikostplan ist flexibel

Dieser Ernährungsplan für dein Baby ist nur eine allgemeine Empfehlung. Natürlich hast du immer die Möglichkeit ihn flexibel zu gestalten. Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo und auf dieses solltest du auch seine Ernährung anpassen. Unabhängig vom Tempo ist es jedoch entscheidend, die neuen Nahrungsmittel nur nach und nach einzuführen. So gehst du sicher, dass du das Verdauungssystem deines Kindes nicht überforderst.

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Quellen