Ab wann dürfen Babys Wasser trinken? Ärzte warnen vor Wassergiftung

Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?

Sollten Babys Wasser trinken, wenn es draußen sehr heiß ist? Gerade im Sommer haben Mütter manchmal das Gefühl, Milch allein würde ihrem Baby an Flüssigkeit nicht ausreichen. Doch Ärzte aus den USA warnen: Wasser zu trinken, kann für Babys lebensgefährlich sein. Wir klären, ab wann Babys Wasser trinken dürfen.

Baby trinkt aus Flasche
Ab wann dürfen Babys Wasser trinken? © Bigstock/ romrodinka

Erst ab diesem Alter sollte das Baby Wasser trinken

Auf die Frage, ab wann dürfen Babys Wasser trinken, geben Kinderärzte und Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine klare Antwort: Kinder bis zum sechsten Monat sollten „wasserfrei“ bleiben. Im ersten halben Jahr dürfen sie nur Milch trinken, andernfalls droht eine lebensgefährliche Wasservergiftung.

„Selbst, wenn sie noch sehr klein sind, haben Baby einen intakten Durstreflex beziehungsweise einen Drang zu trinken“, bestätigt Dr. Jennifer Anders, Notärztin im Johns Hopkins Children‘s Center in Baltimore, die sich für eine Studie intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Das bedeutet, du brauchst dir auch an besonders heißen Tagen keine Sorgen um dein Kind machen. Wenn es durstig ist, wird es öfter nach deiner Brust oder der Flasche verlangen.

Muttermilch ist auch ein Durstlöscher

Muttermilch und auch Pre-Milch enthalten bereits alle wichtigen Nahrungsgrundlagen, die dein Baby in dieser Zeit braucht – auch Wasser. Muttermilch besteht zum Beispiel sogar zu 85 Prozent aus Wasser. Am Anfang jeder Stillmahlzeit ist sie grundsätzlich dünnflüssiger. Diese sogenannte Vordermilch ist zum Durstlöschen da. Bei großer Hitze wird das Baby öfter an die Brust wollen, aber nur kurz trinken wollen.

Aber auch wenn dein Kind Pre-Nahrung bekommt, musst du dir keine Sorgen machen. Die Milch reicht für den Flüssigkeitsbedarf des Babys auch und du es ist nicht notwendig, das Baby Wasser trinken zu lassen.

Darum ist es gefährlich, wenn Babys Wasser trinken

Solltest du deinem Baby dennoch vor dem sechsten Monat Wasser zu trinken geben, kann es eine Wasservergiftung erleiden. Das könnte im schlimmsten Fall sogar lebensgefährlich werden. Davor warnte die WHO schon 2011. Der Grund dafür sind die noch nicht vollständig ausgebildeten Nieren des Babys. Diese sind noch nicht in der Lage, größere Mengen an Wasser zu verarbeiten. Die Folge: „Eine extra Zugabe von Wasser kann den empfindlichen Natriumhaushalt des kleinen Körpers stören und zu einer so genannten Wasservergiftung bzw. Wasserintoxikation führen und dadurch sogar zu Krampfanfällen“, erklärt Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler,  ehemaliger Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Bei einem Natriummangel im Blut tritt Wasser in das Gewebe über, Hirnzellen werden geschädigt.

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Symptome einer Wasservergiftung

Vorsicht: Einige Symptome einer Wasservergiftung können leicht fehlinterpretiert oder unterschätzt werden, denn sie ähneln typischen Verhaltensweisen von Neugeborenen. Denn wer würde bei Schläfrigkeit oder Reizbarkeit schon an eine lebensgefährliche Wasservergiftung denken? Doch diese Symptome in Verbindung mit einer geringen Körpertemperatur von 36 Grad oder weniger und ein aufgedunsenes Gesicht sind die ersten Anzeichen einer möglichen Wasservergiftung. Auch Krampfanfälle sind möglich.

 

Anders rät: Bei ersten Auffälligkeiten sollte man mit seinem Kind so schnell es geht den Kinderarzt aufsuchen. Früh behandelt, ist es unwahrscheinlich, dass ein Kind dauerhafte Schäden davonträgt.

 

Auch übermäßig verdünnte Milchnahrung kann gefährlich sein. Daher sollten sich Eltern immer an das angegebenen Mischverhältnis auf der Packung halten.

Ab wann dürfen Babys Wasser trinken?

Mit der Einführung der Beikost kannst du langsam beginnen dem Baby Wasser zu geben. Je mehr Stillmahlzeiten beziehungsweise Fläschchen du durch Brei ersetzt, desto weniger kann dein Kind seinen Flüssigkeitsbedarf über die Milch decken.

Als grobe Richtlinie gilt dann: Ab der ersten Breimahlzeit haben Babys einen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf von circa 400 Milliliter täglich zu der Milchmenge.

Quellen: 

La Leche Liga Deutschland e.V. Infoblatt „Mythen und Ammenmärchen rund ums Stillen“

kinderaerzte-im-netz.de: „Zu viel Wasser kann bei Säuglingen zu Krampfanfällen führen“ , URL: https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/zu-viel-wasser-kann-bei-saeuglingen-zu-krampfanfaellen-fuehren/  (Abrufdatum: 23.10.2018)

Harding, Anne: Drinking water can be harmful to smallest babies, URL: https://www.reuters.com/article/us-water-babies/drinking-water-can-be-harmful-to-smallest-babies-idUSCOL16728820080521 (Abrufdatum: 23.10.2018)