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Orale Phase: Warum nehmen Babys alles in den Mund?

In den ersten Lebensmonaten nimmt dein Kind so ziemlich alles in dem Mund, was es in die Hände bekommt. Aber warum ist das so? Alle Infos über die orale Phase.

Orale Phase: Mund als wichtiges Sinnesorgan

Der Tastsinn ist in den ersten Monaten deines Kindes wesentlich stärker ausgeprägt als der Sehsinn. Zunge und Lippen sind jetzt die wichtigsten Sinnesorgane.

Dank der vielen sensiblen Nervenenden im Mundraum kann sich dein Baby durch das Ertasten eines Gegenstandes mit Lippen, Zunge und Gaumen ein Bild davon machen. Mithilfe des Mundes kann dein Baby seine Umwelt also am besten entdecken und erforschen.

Die meisten Babys sind mit etwa drei Monaten in der Lage, Dinge mit ihren Händen zu greifen und gezielt zum Mund zu führen. Dann wird dein Zwerg damit beginnen, sich alles in den Mund zu stecken, was es zu fassen bekommt: das Lieblingsspielzeug, die Kuscheldecke oder der eigene Fuß. Dein Baby befindet sich jetzt in der oralen Phase.

: Orale Phase
Woher kommt der Name?

Der Begriff „orale Phase“ kommt aus der Tiefenpsychologie und wurde vom österreichischem Tiefenpsychologe Sigmund Freund geprägt. Laut ihm ist die orale Phase die erste und gleichzeitig die primitivste Phase der psychosexuellen Entwicklung. Der Mund – das wichtigste Sinnesorgan eines Neugeborenen – macht hierbei seine ersten „sinnlichen“ Erfahrungen.

Warum nimmt mein Kind alles in den Mund?

Es gibt in dieser Zeit praktisch nichts, was nicht im Mund deines Babys landet. Und das ist auch gut so!

Denn: Die orale Phase ist ein normaler Teil der Entwicklung. Du solltest dein Kind also nicht davon abhalten, ungefährliche Dinge mit seinem Mund zu erforschen. Natürlich gibt es ein paar Sicherheitstipps, die du trotzdem beachten solltest. Du findest sie weiter unten im Artikel.

In der oralen Phase werden Zunge, Kiefer und Lippen trainiert. Damit bereitet sich das Kind auf das Essen fester Nahrung sowie auf das Sprechen vor.

Mit etwa einem halben Jahr hat die Phase ihren Höhepunkt – also etwa zu dem Zeitpunkt, wenn Kinder  mobiler zu werden.

: Endlich mobiler

Aber: Nicht immer liegt es jedoch an der oralen Phase, wenn sich dein Baby alles in den Mund stopft. Ist dein Baby gerade mit Zahnen beschäftigt, kann es auch sein, dass es auf allen Dingen herumkaut. Mehr Informationen findest du in unserem Ratgeberartikel.

: Infos und Tipps

Wann hört mein Kind auf, alles in den Mund zu nehmen?

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell.

Aber in der Regel endet sie mit etwa eineinhalb Jahren.

Viele Kinder lecken selbst im vierten oder fünften Lebensjahr noch gelegentlich an Autoscheiben oder kauen auf Ärmelbündchen herum. Auch in diesem Alter können sie mit Mund und Zunge die Beschaffenheit von Dingen besser erforschen als mit ihren Händen.

 

Orale Phase: Tipps für Eltern

Wenn sich Kinder alles in den Mund schieben, sind Eltern natürlich um ihre Sicherheit besorgt. Hier findest du einige wichtige Sicherheitstipps für die orale Phase:

  • Mach dein Zuhause kindersicher

Verstaue Putzmittel, Medikamente, Zigaretten und Alkohol so, dass dein Kind sie nicht erreichen kann. Achte außerdem darauf, dass keine giftigen Pflanzen in Reichweite stehen, und lasse keine spitzen oder scharfen Gegenstände in Reichweite deines Babys liegen.

Hacks, wie du deine Wohnung kindersicher machst, verraten wir dir hier:

  • Kaufe altersgerechtes Spielzeug

Biete deinem Kind abwechslungsreiches Spielzeug an. Gut greifbare Spielsachen mit interessanten Oberflächen wie Rillen, Löcher und Noppen eignen sich besonders gut.

Achte außerdem auf die Altersempfehlung und darauf, dass das Spielzeug speichelfest ist, keine Weichmacher enthält und ein entsprechendes Gütesiegel hat.

  • Kleinteile jeder Art müssen in Sicherheit gebracht werden

Ab dem neunten Monat können Babys die Bewegungen ihrer Finger schon so gut koordinieren, dass sie Dinge mit Daumen und Zeigefinger – dem sogenannten Pinzettengriff – zielsicher zum Mund führen können.

Jetzt werden auch kleinere Gegenstände, die leicht verschluckt werden können, interessant. Also genau darauf achten, was zu Hause rumliegt – Münzen, Knöpfe und so weiter.

Das gilt übrigens auch für Essbares, vor allem für Süßigkeiten, aber auch für Nüsse und Weintrauben oder Kirschtomaten. Sie sind noch zu hart und können von Babys noch nicht zerkleinert werden. Sie sind auch zu groß, um sie gefahrlos herunterzuschlucken.

Essen in der oralen Phase

Auch das Essen erkunden Kinder in dieser Phase gerne mit ihrem Mund – und spucken es oft wieder aus. So setzt sich das Kind mit den Lebensmitteln auf den Teller auseinander. Das ist zwar meist viel Dreck – aber es ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung deines Babys.

Mit einem Latz sowie waschbaren Matten oder Tischdecken kannst du die Sauerei möglichst gering halten.

  • Gibt es Tiere im Haus?

Die Katzentoilette muss für das Baby unerreichbar sein. Außerdem sollten Hunde und Katzen regelmäßig geimpft werden.

Orale Phase: Hygiene ja! Steril nein!

Wenn sich dein Zwerg ständig Sachen in den Mund schiebt, hast du dir wahrscheinlich schon Gedanken gemacht, wie du es mit der Hygiene handhaben sollst. Hierbei kannst du jedoch relativ entspannt sein.

Zwar sollten die Spielsachen sauber sein, sterilisieren musst du sie in der oralen Phase nicht. Auch eine Handvoll Sand schadet nicht. Dein Baby wird schnell genug feststellen, dass es nicht wirklich gut schmeckt.

 

Denn: zeigen, dass eine zu sterile Umgebung bei Kindern Allergien oder Asthma begünstigen kann.

Im Sandkasten solltest du aber darauf achten, dass Hunde und Katzen diesen nicht als ihre Toilette benutzen. Sonst ist die Gefahr einer Wurmerkrankung groß.

Quellen

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