Esserverhalten von Kindern ist Charaktersache: Diese Studie beweist es

Das Esserverhalten deiner Kinder ist Charaktersache

Schüchtern oder selbstbewusst? Das Essverhalten deines Kindes verrät dir, wie es tickt. Das behaupten zumindest amerikanische Psychologinnen.

Mutter füttern Tochter mit Brei
Schwierige Esser? Das ist Charaktersache © Tanaphong Toochinda via Unsplash

Für ihre Forschung setzten die Psychologinnen Cynthia Stifter und Kameron Moding von der Pennsylvania State University in State College das Essverhalten von Kindern mit ihrem Charakter in Verbindung. Sie haben untersucht, inwieweit sich das Temperament des Kindes auf seinen Geschmack auswirkt. Oder, um es noch einfacher zu sagen: Ist dein Kind, was es isst? Ihre Ergebnisse haben sie jetzt im Fachjournal „Child Development“ veröffentlicht.

Schon bei der Beikosteinführung zeigt sich meist deutlich, ob Kinder einfach alles essen oder eher mäkelig sind. Wie die amerikanischen Forscherinnen herausgefunden haben steckt dahinter aber mehr, als nur ein einseitiger Geschmack.

Essen oder Spielzeug – Kinder machen keinen Unterschied

Für ihre Studie luden Stifter und Moding 136 Mütter und ihre Kinder ins Labor ein: zum ersten Mal, wenn das Baby sechs Monate alt war, erneut mit zwölf Monaten und zum Abschluss mit 18 Monaten. Für die Tests wurde den Kindern sowohl neues Spielzeug als auch unbekannte Lebensmittel angeboten – zum Beispiel Hummus oder grüne Bohnen. Die Wissenschaftlerinnen beobachteten genau, wie aufgeschlossen oder ablehnend die Kinder auf das Spielzeug und auf das Essen reagierten. Sie stellten fest, dass Kinder, die skeptisch gegenüber dem neuen Spielzeug waren, auch zögerten, die unbekannten Nahrungsmittel zu probieren. „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass Babys abhängig von ihrem Temperament auf neue Nahrungsmittel reagieren“, sagt Moding.

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Ein weiterer interessanter Aspekt: Den Psychologinnen war es möglich, sehr genaue Prognosen zu stellen, wie sich der Charakter eines Kindes im Laufe der Testphase entwickeln wird. Moding: „Aus ihrem Verhalten im Alter von zwölf Monaten ließ sich ablesen, wie sie ein halbes Jahr später auf neue Objekte reagierten.“ Wollte ein Einjähriges unbekannte Nahrungsmittel nicht probeiern, näherte es sich als Kleinkinder auch fremden Spielzeugen eher zögerlich.

Geschmack lässt sich trotzdem lernen

Vorwürfe, sie hätten ihre schwierigen Esser zu sehr verwöhnt, können Eltern damit ab sofort ganz leicht entkräften: Es ist tatsächlich Charaktersache, wie gut Kinder essen. Trotzdem empfehlen die Studienautorinnen allen Eltern, ihren Kindern weiterhin ganz verschiedenes Essen anzubieten. Selbst wenn es bei einigen Kindern länger dauert, werden auch sie neue Nahrungsmittel akzeptieren und dann auch lieben lernen.

Am besten sollten Eltern dabei sehr einfühlsam und geduldig sein. Je zugewandter sie dem Kind beim Essen sind, desto eher wird es bereit sein, Neues zu probieren. Das haben Stifter und Moding zumindest in einer vorangegangenen Studie herausgefunden.