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ÖKO-Test: Diese Kindermatratzen können für Babys gefährlich sein

ÖKO-Test hat 2020 einen großen Matratzen-Test für Babys durchgeführt: Insgesamt wurden 13 Babymatratzen getestet – und das Ergebnis ist erschreckend: drei Matratzen entsprechen den Sicherheitsnormen nicht, zwei können für Babys lebensgefährlich sein.

Die meisten Kindermatratzen sind zu weich.
Die meisten Kindermatratzen sind zu weich.
©Unsplash/ Ashley Schulze

So wurde der Test durchgeführt:

Laut dem ÖKO-Test wurden im Test 13 Kindermatratzen mit jeweils gleicher Größe (70×140 cm) überprüft. Alle Produkte passen in Kinder- und Babybetten bis zum Vorschulalter.

Babymatratzen von Marken wie Ikea, Frankenstolz, Paradies und Julius Zöllner, aber auch von Bio-Anbietern wie Waschbär und Allnatura haben an diesem Test teilgenommen. Eigenschaften wie Sicherheit, Schadstoffe und Verarbeitungsqualität waren für die Testergebnisse entscheidend.

DIN EN 16890 – Norm für die Sicherheit der Babymatratze

Basis für den Test war die europäische Sicherheitsnorm für Kindermatratzen (DIN EN 16890), die seit August 2017 gültig ist. Diese prüft, dass Kinder im Bett nicht ersticken, sich dort einklemmen, strangulieren oder etwa Kleinteile verschlucken können. DIN EN 16890 ist ein freiwilliger Standard, der rechtlich nicht verpflichtend ist. Einige Hersteller von Babymatratzen weichen deutlich von dieser Norm ab.

Folgende Babymatratzen sind mit der Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ im Test durchgefallen:

  • Alvi Wave Kindermatratze
  • Sternentraum Vital Kindermatratze (Aro Artländer)
  • Lübbe Air Premium Babymatratze (Julius Zöllner)

Die Experten von ÖKO-Test raten vom Kauf diesen Babymatratzen ab, weil sie den Kugeltest nicht bestanden haben. Der Kugeltest simuliert mit einer Stahlkugel das Einsinken des Kopfes in die Matratze, wenn sich schlafende Kinder auf den Bauch drehen und prüft auf diese Weise die mögliche Erstickungsgefahr.

Eine zu weiche Matratze kann schlimme Folgen haben

In den ersten Monaten kann ein Baby seinen Kopf noch nicht eigenständig heben oder drehen. Deswegen ist es besonders wichtig, dass eine Kindermatratze nicht zu weich ist. Ist das nämlich der Fall, versinkt das Gesicht in der Matratze. Die Folge: Das Baby kann ersticken.

Weitere Gefahr für Babys

Kleinteile und Aufkleber können für Babys auch gefährlich sein, denn sie können abbrechen oder sich lösen. Babys können sich die Teile in den Mund stecken und dadurch ersticken.

Laut dem ÖKO-Test halten zwei Matratzenhersteller die Vorgaben nicht ein: In einem Fall ließ sich der Reißverschlussgriff am Bezug abbrechen. Im anderen war die Matratzenfüllung zu leicht zugänglich.

Die anderen vier Matratzen haben der angegeben Größe nicht entsprochen. Wenn sie nicht richtig ins Gestell passt, könnten sich Kinder zwischen der Matratze und dem Bett einklemmen.

Diese Matratzen sind Testsieger

Doch es gibt ein Licht am Ende des (Matratzen-) Tunnels. Nicht alle Matratzen sind mangelhaft und somit potenziell gefährlich. Die folgenden Matratzen haben den ÖKO-erfolgreich bestanden:

  • Ikea Himlavalv 3-D-Matratze Babybett
  • Träumeland Regenbogen Basic Babymatratze
  • Waschbär Kindermatratze Kokos, Baumwolle
  • Prolana Baby- und Kindermatratze Ronja Plus
  • Allnatura Kokosfaser-Kindermatratze „Coco“*
  • Lonsberg Kindermatratze Kokos-Latex mit Baumwollauflage

Die Träumeland-Regenbogen Basic Babymatratze gehört trotz seines günstigsten Preises (75 Euro) zu den Test-Siegern.

Die Experten von ÖKO-Test raten beim Kauf von Matratzen folgende Sachen zu beachten:

  • Um eine Erstickungsgefahr zu vermeiden, sollte die Babymatratze eher hart sein.
  • Alle Kleinteile, wie zum Beispiel Aufkleber, sollten aufgrund der Erstickungsgefahr von der Matratze entfernt werden.
  • Vor dem Gebrauch sollte die Matratze eine paar Tage gelüftet werden.
  • Damit das Baby sich nicht einklemmt, sollten zwischen Matratze und Bettgestell nicht mehr als zwei Finger passen, also etwa drei Zentimeter. So passt die Matratze auch gut ins Babybett.
  • Damit die Atemwege vom Baby frei bleiben, sollte das Baby auf den Rücken gelegt werden.

Quellen