Stiftung Warentest warnt: Diese Kindermatratzen sind gefährlich

Stiftung Warentest warnt: Diese Kindermatratzen sind gefährlich

Stiftung Warentest hat einen großen Matratzen-Test für Kinder durchgeführt: Insgesamt wurden 14 Kindermatratzen getestet – und das Ergebnis ist alles andere als beruhigend: Jede zweite Matratze ist durch den Test gefallen.

Baby liegt auf Matratze im Kinderbett
Die meisten Kindermatratzen sind zu weich. ©Unsplash/ Ashley Schulze

Eine zu weiche Matratze kann schlimme Folgen haben

In den ersten Monaten kann ein Baby seinen Kopf noch nicht eigenständig heben oder drehen. Deswegen ist es besonders wichtig, dass eine Kindermatratze nicht zu weich ist. Ist das nämlich der Fall, versinkt das Gesicht in der Matratze. Die Folge: Das Baby kann ersticken.

Genau darum hat die Stiftung Warentest 14 Kindermatratzen jetzt genauer unter die Lupe genommen – mit erschreckenden Ergebnissen.

Kindermatratzen: Die Hälfte war mangelhaft

Die Hälfte der getesteten Matratzen ist durchgefallen. Geprüft wurden Schadstoffe, Liegeeigenschaften, Haltbarkeit und Sicherheit. Basis für den Test war die neue Sicherheitsnorm für Kindermatratzen (DIN EN 16890), die seit August 2017 gültig ist. Neu bei dem Testverfahren ist der Kugeltest. Der soll simulieren, was geschieht, wenn sich das Kind nachts auf den Bauch dreht.

Sieben der getesteten Matratzen fielen bei den wichtigen Sicherheitstest durch. Sechs davon, weil sie zu weich waren. Dabei hat sich gezeigt, dass Qualität und Preis nicht unbedingt zusammenhängen müssen. Denn auch Kindermatratzen, die sich mit €110,- bzw. €179,- im oberen Preissegment befinden, waren mangelhaft.

Matratzen-Mängel: Großteils sind Anbieter kulant

Die Anbieter der mangelhaften Kindermatratzen zeigen sich Großteiles sehr kulant. Pinolino und Waschbär teilten mit, dass sie die betroffenen Artikel bereits vom Markt genommen haben. Schon gekaufte Modelle kann man zurückgeben und bekommt den Kaufpreis zurück. MFO tauscht ab August 2017 gekaufte Kindermatratzen um. Ein Anbieter lehnt die Rückgabe allerdings komplett ab und verweist auf eine bereits verbesserte Stauchhärte. Bei den Anbietern Julius Zöller und Träumeland wird man angehalten sich an den Kundenservice zu wenden.

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Kindermatratzen: Diese Matratzen sind „Gut“

Doch es gibt ein Licht am Ende des (Matratzen-) Tunnels. Nicht alle Matratzen sind mangelhaft und somit potenziell gefährlich: Fünf Kindermatratzen haben mit „Gut“ abgeschnitten. Der Testsieger ist die Kindermatratze „Jonas“ vom Dänischen Bettenlager für €99,-. Das beste Preis-Leistungsverhältnis hat die Schaumstoffmatratze „Skönast“ von Ikea für €70,-. Diese ist einfacher verarbeitet, schneidet aber nur wenig schlechter ab als der Testsieger.

Hier noch ein Tipp der Tester:
„Die beste Matratze für Kinder ist mittel­hart und besteht den Normtest. Der Härtegrad hingegen ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass sich Ihr Kind auf der Matratze wohlfühlt. Lassen Sie Ihr Kind nach Möglichkeit probeliegen, bevor Sie eine Kinderbettmatratze kaufen. Und lassen Sie sich nicht von knackigen Werbeversprechen beeindrucken. Kindermatratzenkauf ist Vertrauenssache.“