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Ab wann sollte sich ein Baby drehen können?

Dass sich ein Baby drehen kann, ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Entwicklung – und doch dauert es bei manchen Kindern ein paar Monate länger. Wir zeigen dir, mit welchen Übungen du dein Baby beim Drehen lernen unterstützen kannst.

Ab wann kann mein Baby sich drehen?
Ab wann kann mein Baby sich drehen?
©Bigstock/loki_ast

In diesem Artikel:

Meilenstein fürs Baby: Drehen vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt

Drehen lernen ist für dein Baby ein echter Kraftakt. Denn seinen ganzen Körper um die eigene Achse herumzudrehen erfordert viel Muskelkraft und Koordination.

Ab wann drehen sich Babys?

Wann genau sich Babys drehen, lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten, da Kinder sich sehr unterschiedlich entwickeln. Was manche schon mit drei Monaten schaffen, gelingt anderen erst mit einem halben Jahr.

Allgemein kann man aber sagen, dass sich die meisten Säuglinge im ersten Lebensjahr eigenständig herumdrehen. Sobald Babys sicher ihren Kopf halten können, lässt der erste Seitenwechsel nicht mehr lange auf sich warten. Ist die Arm- und Beinmuskulatur erstmal stark genug, drehen sich viele Babys mit ungefähr drei bis vier Monaten von der Bauch- in die Rückenlage. Zurück schaffen es die meisten zwischen dem fünften und siebten Monat.

Baby dreht sich nicht: Was tun?

Wenn sich dein Baby nicht drehen sollte oder du das Gefühl hast, dass sich dein Baby schwertut, dann sprich’ mit deinem Kinderarzt darüber. Bei der Vorsorgeuntersuchung U5, die zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat stattfindet, wird zusätzlich die Beweglichkeit deines Kindes geprüft.

Aber: Macht dein Baby keine Anstalten sich zu drehen, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Viele Kinder lassen diesen Meilenstein auch einfach aus und fangen gleich mit dem Krabbeln an.

Wie kann ich mit meinem Baby Drehen üben?

Schon bevor dein Baby drehen kann, kannst du es unterstützen. Lege es immer wieder auf den Bauch – das stärkt seine Muskulatur. In dieser Position hebt es seinen Kopf und die Schultern an, zudem stützt es sich auf die Arme. Statt dein Baby nur auf den Bauch zu legen, kannst du zusätzlich auch Anreize schaffen.

Manche Babys beginnen ohne ersichtlichen Grund damit, sich vom Bauch auf den Rücken zu rollen. Andere treibt der Wunsch nach einem schlecht zu erreichendem Kuscheltier an. Auch wenn es erstmal gemein klingt: Zeige deinem Kind ein Spielzeug und positioniere es dann in Sicht- aber nicht in Reichweite. Dein Baby wird dann merken, dass es in der Rückenposition nicht alles greifen kann und sich bald auf den Bauch drehen.

Das erste Baby-Drehen passiert aber meist überraschend – sowohl für Eltern als auch für das Kind. Klappt dann die erste Drehung, ist es wichtig, deinem Kind durch Unterstützung und positiver Bestärkung die Angst vor dem nächsten Dreher zu nehmen.

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Übungen, wie Babys Drehen lernen

Bevor du diese Übungen mit deinem Baby machst, frage deinen Kinderarzt ob Gründe dagegen sprechen.

Außerdem: Achte dabei darauf, wie lang dein Baby die Position halten kann und höre rechtzeitig auf. Schließlich soll es deinem Baby Spaß machen — es geht nicht darum, dass es etwas aushalten muss!

#1 Bauchlage auf Mamas Beinen

  • Setze dich mit ausgestreckten Beinen auf den Boden und lege dein Baby auf den Bauch quer über deine Oberschenkel. Der Oberkörper deines Kindes darf dabei nicht ins Hohlkreuz fallen.
  • In dieser Position kannst du mit deinem Nachwuchs spielen oder mit einem Tuch über seinen Rücken streichen. Da du es unter der Brust mit dem Oberschenkel stützt, ist die Position für dein Kind auch nicht unangenehm.
  • Wechsle immer wieder die Position, indem du es auf den anderen Oberschenkel, über beide gleichzeitig oder über die Unterschenkel legst. Dein Baby lernt so neue Positionen und Bewegungen kennen.

#2 An die Ringe!

  • Lege dein Baby auf den Rücken.
  • Wenn es nach links schaut, gib ihm einen Greifring in die rechte Hand (oder umgekehrt).
  • Beweg nun den Ring vorsichtig etwas nach links und hilf deinem Baby so sich zu drehen.

Unterstütze dein Baby, aber setz es nicht unter Druck

Fast alle Babys drehen sich früher oder später. Es ist auch wichtig, dass du dein Baby in seiner motorischen Entwicklung unterstützt. Vergleiche es aber nie mit anderen und setze weder dich noch dein Kind unter Druck! Die Unterstützung sollte immer spielerisch ablaufen und für dein Baby eine angenehme Herausforderung und kein anstrengendes Sportprogramm sein.

Worauf muss ich achten, wenn sich mein Baby drehen kann?

Die Baby-Drehungen werden zuerst eher zufällig sein, dann aber immer bewusster – auch außerhalb von spielerischen Situationen wird dein Kind ausprobieren sich auf die Seite zu rollen. Lass dein Kind deswegen auf erhöhten Oberflächen, wie der Wickeltisch oder das Sofa, nie unbeaufsichtigt.

Stürze vom Wickeltisch sind immer noch die häufigste Verletzungsursache von Säuglingen, wie eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt (Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen – 2017).

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber-Artikel: Sturz vom Wickeltisch: Bei diesen Anzeichen solltest du zum Arzt

Wenn du dich kurz umdrehen musst oder abgelenkt bist, ist es deswegen wichtig, immer eine Hand am Körper deines Babys zu haben. Musst du kurz aus dem Zimmer, nehme dein Baby immer mit oder lege es auf eine Unterlage auf den Boden.

Quellen