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Ab wann sollte sich ein Baby drehen können?

vonLisa Klugmayer

Dass sich ein Baby drehen kann, ist ein wichtiger Meilenstein in seiner Entwicklung – und doch dauert es bei manchen Kindern ein paar Monate länger. Wir zeigen dir, mit welchen Übungen du dein Baby beim Drehen lernen unterstützen kannst.

vonLisa Klugmayer

Inhalt geprüft und ergänzt von Kathrin Mattes, Physiotherapeutin

Ab wann kann mein Baby sich drehen?
Ab wann kann mein Baby sich drehen?
©Bigstock/loki_ast

Meilenstein fürs Baby: Drehen vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt

Drehen lernen ist für dein Baby ein echter Kraftakt. Denn seinen ganzen Körper um die eigene Achse herumzudrehen erfordert viel Muskelkraft und Koordination.

Ab wann drehen sich Babys?

Wann genau sich Babys drehen, lässt sich pauschal natürlich nicht beantworten, da Kinder sich sehr unterschiedlich entwickeln. Was manche schon mit vier Monaten schaffen, gelingt anderen erst mit sieben Monaten.

Ist die Rumpfmuskulatur erstmal stark genug, drehen sich viele Babys mit ungefähr fünf bis sechs Monaten von der Rücken- in die Bauchlage. Zurück schaffen es die meisten zwischen dem achten und neunten Monat.

Baby dreht sich nicht: Was tun?

Wenn sich dein Baby nicht drehen sollte oder du das Gefühl hast, dass sich dein Baby schwertut, dann sprich’ mit deinem Kinderarzt darüber. Bei der Vorsorgeuntersuchung U5, die zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat stattfindet, wird zusätzlich die Beweglichkeit deines Kindes geprüft.

Wichtig: Wenn dein Kind das Drehen in die Bauchlage auslässt, ist das meist therapiebedürftig! Dieser Meilenstein ist essentiell für die weitere Entwicklung.

Nur das Zurückdrehen in Rückenlage machen manche Kinder sehr selten, wenn sie einfach schon sehr viel Zeit in Bauchlage verbringen und langsam mobil werden. Dann ist die Rückenlage oft nicht mehr so interessant.

Apropos interessant: Dein Baby wird sich nicht nur drehen, sondern immer mehr beginnen zu greifen. Mehr darüber, ab wann Babys greifen, erfährst du hier.

Baby Drehen: Wie können Eltern es untersützen?

Schon bevor dein Baby drehen kann, kannst du es unterstützen. Lege es immer wieder auf den Bauch – das stärkt seine Muskulatur. In dieser Position hebt es seinen Kopf und die Schultern an, zudem stützt es sich auf die Arme. Statt dein Baby nur auf den Bauch zu legen, kannst du zusätzlich auch Anreize schaffen.

Manche Babys beginnen ohne ersichtlichen Grund damit, sich vom Rücken auf den Bauch zu rollen. Andere treibt der Wunsch nach einem schlecht zu erreichendem Kuscheltier an. Auch wenn es erstmal gemein klingt: Zeige deinem Kind ein Spielzeug und positioniere es dann in Sicht- aber nicht in Reichweite. Dein Baby wird dann merken, dass es in der Rückenposition nicht alles greifen kann und sich bald auf den Bauch drehen.

Hier noch einige weitere Tipps, wie du die besten Vorraussetzungen schaffen kannst, damit sich dein Baby dreht:

  • Sorge dafür, dass dein Baby genügend Platz und Bewegungsfreiheit hat. Wenn es in einer kleinen Wiege liegt, wird es schwierig mit dem Umdrehen. Und auch zu weiche Unterlagen, auf denen das Baby in einer Mulde liegt, erschweren ihm jede Gewichtsverlagerung und jeden Positionswechsel. Ideal ist es, wenn es einfach am Boden liegen kann – und zwar nicht auf einer Decke, die leicht wegrutscht, sondern beispielsweise auf einer dünnen Matte.
  • Achte darauf, dass dein Baby nicht durch zu enge oder steife Kleidung in seiner Beweglichkeit eingeschränkt wird, wie z.B. Jeans oder andere Kleidungsstücke aus nicht dehnbarem Stoff. Das Bauchbündchen sollte weich und dehnbar sein und nicht einschneiden, auch die Windel sollte nicht zu eng geschlossen werden. Einengende Kleidung führt dazu, dass Babys ihre Beine seltener und weniger hoch heben – und das Heben der Beine ist eine Voraussetzung für das richtige Umdrehen.
  • Außerdem ist es gut, wenn du dein Baby schon von Geburt an im Wechsel über die Seite hochhebst, es also dabei zur Seite rollst – das ist ein natürlicherer Bewegungsablauf als das gerade Hochheben. So spürt dein Baby den Drehvorgang ganz selbstverständlich immer wieder im Alltag.

Das erste Baby-Drehen passiert aber meist überraschend – sowohl für Eltern als auch für das Kind.

Wie Babys Drehen lernen: Helfen Übungen

Grundsätzlich lernen Babys das Drehen ganz von allein. Spezielle Dreh-Übungen musst du mit deinem Kind also nicht machen.

Willst du trotzdem mit deinem Baby das Drehen üben, kannst du diese Übung versuchen:

An die Ringe!

  • Lege dein Baby auf den Rücken.
  • Halte ihm einen Greifring vors Gesicht und bewege ihn langsam zu einer Seite (gerade außerhalb seiner Reichweite)
  • So kommt dein Baby vielleicht  auf die Idee, sich zu drehen, ohne dass ihm aktiv geholfen wird.

Außerdem kann es hilfreich sein, wenn du die Füße des Babys viel ins Spiel miteinbezieht. Das Heben der Beine ist wie gesagt eine Voraussetzung für das physiologische Drehen.

Unterstütze dein Baby, aber setz es nicht unter Druck

Alle gesunden Babys drehen sich früher oder später. Es ist auch wichtig, dass du dein Baby in seiner motorischen Entwicklung unterstützt. Vergleiche es aber nie mit anderen und setze weder dich noch dein Kind unter Druck! Die Unterstützung sollte immer spielerisch ablaufen und für dein Baby eine angenehme Herausforderung und kein anstrengendes Sportprogramm sein.

Worauf muss ich achten, wenn sich mein Baby drehen kann?

Die Baby-Drehungen werden zuerst eher zufällig sein, dann aber immer bewusster – auch außerhalb von spielerischen Situationen wird dein Kind ausprobieren sich auf die Seite zu rollen. Lass dein Kind deswegen auf erhöhten Oberflächen, wie der Wickeltisch oder das Sofa, nie unbeaufsichtigt.

Stürze vom Wickeltisch sind immer noch die häufigste Verletzungsursache von Säuglingen, wie eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes zeigt (Unfälle, Gewalt, Selbstverletzung bei Kindern und Jugendlichen – 2017).

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber-Artikel: Sturz vom Wickeltisch: Bei diesen Anzeichen solltest du zum Arzt

Wenn du dich kurz umdrehen musst oder abgelenkt bist, ist es deswegen wichtig, immer eine Hand am Körper deines Babys zu haben. Musst du kurz aus dem Zimmer, nehme dein Baby immer mit oder lege es auf eine Unterlage auf den Boden.

Quellen

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