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Duschen mit Baby/Kleinkind – das Abenteuer ruft

Täglich grüßt das Murmeltier: Ich möchte morgens nach dem Aufstehen gerne unter die Dusche. An einem Wochentag, wenn mein Mann arbeiten ist. Auf den ersten Blick alles kein Problem, aber mit Babys und Kleinkindern ein regelrechtes Abenteuer.

Eine Mama über den täglichen Wahnsinn!
Eine Mama über den täglichen Wahnsinn!
© Unsplash/ Hannah Xu

Täglich Duschen? Das findet meine Tochter nicht so toll!

Als meine Tochter ein Neugeborenes war und quasi noch den ganzen Tag schlief, nahm ich sie mit dem kompletten Stubenwagen ins Bad. Das Rauschen der Dusche und das anschließende Brummen des Föhns sorgten dafür, dass sie sehr friedlich schlief. Alles gar kein Problem! Doch als sie etwa 4 Monate alt war, war sie tagsüber schon sehr lange wach und der tägliche Duschgang wurde immer komplizierter. Ich legte die Krabbeldecke und etwas Spielzeug bereit und huschte schnell unter die Dusche. Meine Tochter fand das gar nicht toll und brüllte die gesamte Zeit als ich im gläsernen Kasten verschwunden war. Irgendwann versuchte ich es dann mit der Babyschale. Dar war sie normalerweise recht gerne drin, beim Duschen aber auch eher mit mäßiger Begeisterung. So ging das Tag für Tag weiter und ich war immer dankbar, wenn Wochenende war oder mein Mann Urlaub hatte, und ich mal in Ruhe Duschen konnte.

…und es wurde schlimmer!

Doch es wurde noch schlimmer. Sie wurde mobil und ich versuchte es wieder mit der Krabbeldecke und viel Spielzeug. Das Spielzeug war mäßig interessant, viel lieber erkundete Sie das gesamte Bad. An einem Tag entdeckte sie die Klobürste. Ich schäumte mich gerade ein, da hielt sie das gute Stück auch schon in der Hand. Als ob sie den Moment absichtlich abgewartet hätte, in dem ich unmöglich einschreiten konnte. Sie hob die Bürste hoch über ihren Kopf und „weihte“ das ganze Bad mit der Klobürste ein – wie ein übereifriger Priester. Na toll, wie ekelig. Jetzt darf ich auch noch das gesamte Bad putzen.

Kuscheltiere brauchen auch ein Bad

An einem anderen Tag beschloss sie, dass ihre Kuscheltiere, die auch mit im Bad waren, wohl auch ein Bad nehmen sollten. Sie warf also alle in die Badewanne. Um kurz darauf ihre Meinung zu wechseln. Sie wollte die Kuscheltiere wiederhaben, kam aber nicht mehr an sie ran. Sie beugte sich tief über den Wannenrand und hing plötzlich mit Kopf und Beinen frei in der Luft. Noch nie in meinem Leben bin ich so schnell aus der Dusche gesprungen…

Und wieder an einem weiteren Tag beschloss sie offenbar, dass ihr ihr Spielzeug nicht mehr so wichtig ist. Sie klappte den Klodeckel hoch und warf die Sachen beherzt in die Schüssel. Würg. Gedanklich notierte ich mir, dass ich die Sachen später aussortieren muss und gleichzeitig zu schauen, was davon waschbar ist und was direkt in den Müll wandert.

Irgendwie klappt es doch immer!

Uff. Oft kam ich nicht dazu, mich komplett fertig zu machen. Im Sommer sind die Haare nur halbherzig geföhnt oder werden zu einem unordentlichen Zopf zusammengebunden. Oder ich gehe einfach ungeschminkt aus dem Haus. Dinge, die vor meiner Mutterschaft niemals vorgekommen wären.

Mittlerweile ist meine Tochter zwei Jahre alt und mag es immer noch nicht, wenn Mama unter der Dusche steht. Sie hat aber auch inzwischen einen viel regelmäßigeren Schlaf. Ich weiß in etwa, wann sie morgens aufwacht. Ich stelle mir einfach den Wecker eine halbe Stunde früher, um mich in Ruhe fertigmachen zu können. Eine halbe Stunde Bad-Zeit. Das ist wirklich toll und für meine Tochter auch super, wenn sie gleich nach dem Aufstehen die volle Aufmerksamkeit von Mama bekommt. Irgendwie klappt es halt doch immer – zum Glück.