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Babys Körpertemperatur: Ab wann ist es Fieber?

vonMichaela Brehm

Dieser Überblick hilft dir zu entscheiden, welche Körpertemperatur für Säuglinge normal ist und ab wann ein Baby Fieber hat. Außerdem wichtige Tipps, wann Zäpfchen sinnvoll sind und in welchen Fällen du einen Arzt informieren solltest.

vonMichaela Brehm
Ab wann spricht man von Fieber bei Babys?
Ab wann spricht man von Fieber bei Babys?
© Twenty20/ Twinshenanigans

Welche Körpertemperatur ist bei Babys normal?

Die normale Körpertemperatur von Babys sollte zwischen 36,5° und 37,5° Celsius liegen. Anfangs haben Kinder noch große Schwierigkeiten diese selbst zu regulieren – sie kühlen schnell aus und heizen sich schnell auf. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob deinem Kind zu warm oder zu kalt ist. Das bedeutet natürlich nicht, dass du permanent mit einem Thermometer nachmessen sollst. Du wirst schnell selbst ein Gefühl dafür entwickeln.

Arme, Beine, Füße und vor allem der Kopf sollten sich immer warm anfühlen. Ein Kontrollgriff in den Nacken kann helfen: Ist der Nacken schwitzig ist deinem Baby zu warm, fühlt er sich ungewöhnlich kühl an, ist deinem Kind zu kalt.

Auch wenn sich die Temperatur des Babys erhöht, besteht zunächst kein Grund zur Panik. Kinder entwickeln schneller Fieber als Erwachsene. Das ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers: Dreht der Körper seine Heizung auf, können sich Viren und Bakterien schlechter vermehren als bei normaler Körpertemperatur. Außerdem werden die Abwehrkräfte aktiver.

Ab wann hat ein Baby Fieber?

Ab einer Temperatur von über 38,5° Celsius spricht man von Fieber. Hohes Fieber beginnt bei einer Temperatur über 39,5° Celsius. Ist dein Kind jünger als drei Monate, solltet ihr bereits ab einer Körpertemperatur von 38° Celsius einen Arzt aufsuchen – bei einem älteren Kind ab einer Temperatur über 39° Celsius.

Die Temperatur des Babys ist zu niedrig

Je jünger Kinder sind, desto leichter frieren sie. Säuglinge haben noch wenig Unterhautfettgewebe, das isoliert und vor Kälte schützt. Zudem ist ihre Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse relativ groß. Dadurch verlieren sie schnell Wärme. Vor allem wenn sie nackt sind oder generell zu dünn angezogen sind.

Ein erster Schritt ist immer, das Kind wärmer anzuziehen. Zusätzlich solltest du es in eine Decke einwickeln (bitte das Kind so nie unbeaufsichtigt schlafen lassen) und es durch Kuscheln oder ein Kirschkernkissen wieder aufwärmen.

Warnsignale für Unterkühlung:
Körpertemperatur niedriger als 35° Celsius

Unterkühlte Kinder wirken blass und die Haut kann sich blau verfärben. Sie wirken unruhig, der Herzschlag und die Atmung sind beschleunigt (leichte Unterkühlung). Säuglinge können noch nicht zittern. Daher fehlt bei ihnen dieses Warnsignal. Wirkt dein Kind bereits teilnahmslos und starr zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen.

Erhöhte Temperatur des Babys im Sommer

Eine leicht erhöhte Körpertemperatur ist im Sommer – beziehungsweis bei Hitze – möglich und erstmal kein Grund zur Sorge. Vor allem dann nicht, wenn dein Baby fit und munter wirkt. Trotzdem dürft ihr die Hitze nicht unterschätzen und solltet euch an gängige Empfehlungen halten: Mittagshitze vermeiden und keine direkte Sonne. Babys können überschüssige Wärme noch nicht gut abtransportieren (z. B. durch Schwitzen). Daher kann es leichter zu einem Wärmestau im Körper kommen. Dem Kind kann ein Sonnenstich oder im schlimmsten Fall ein Hitzschlag drohen.

Warnsignal für Überhitzung:
Körpertemperatur höher als 38,8° Celsius

Ein hochroter, sehr warmer Kopf ist ein deutliches Warnsignal. Überhitzte Babys schreien meist laut und schrill und wollen nichts mehr trinken. Übergibt sich dein Kind und sollte die Körpertemperatur auf über 38,8° Celsius ansteigen, informiert bitte umgehend einen Arzt.

Bei Hitze ist das Risiko für das sogenannte Durstfieber oder Hungerfieber umso höher. Trinkt dein Kind zu wenig, kann der Körper auf den Flüssigkeitsmangel mit einem Temperaturanstieg reagieren. Eine eingefallene Fontanelle ist beim Säugling ein deutliches Warnsignal, dass dein Kind bereits dehydriert ist. Welchen Flüssigkeitsbedarf Babys haben, kannst du in unserem Ratgeber zum Thema nachlesen.

Wie viel müssen Babys trinken?

Ab wann hat ein Baby Fieber?

Ob die Temperatur beim Baby erhöht ist, kannst du meist schon an seinem Aussehen und Verhalten erahnen: „In den meisten Fällen merkt man dem Kind schon rein äußerlich an, dass es Fieber hat. Das Gesicht ist heiß und gerötet, die Augen wirken müde, die Haut am Körper kühl und blass. Manche Kinder sind bei Fieber quengelig und haben kaum Appetit “, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. in einer Patienteninformation zum Thema Fieber auf kinderaerzte-im-netz.de.

Diese Fieber-Symptome können auftreten:

  • ungewöhnliche Hautfarbe (blass, bläulich oder rötlich)
  • ungewöhnliches Verhalten (wirkt abwesend, lethargisch)
  • trinkt sehr schlecht (lehnt zwei Mahlzeiten ab)
  • plötzlicher Hautausschlag
  • Erbrechen oder Durchfall

Entscheidend ist aber letztlich die Körpertemperatur.

In dieser Fieber-Tabelle kannst du überprüfen, welche Körpertemperatur Babys haben sollten.

FIEBER BEIM BABY
normale Körpertemperatur  36,5 °C bis 37,5 °C 
erhöhte Körpertemperatur  37,6 °C bis 38,5 °C 
Fieber Baby  ab 38,5 °C 
hohes Fieber Baby  ab 39 °C 

 

Bei Neugeborenen beginnt Fieber ab 38° Celsius

Bei einem jungen Säugling zeigt sich eine Erkrankung nicht immer zwingend durch einen deutlichen Anstieg der Temperatur. Ihr Immunsystem muss erst noch lernen, mit Erregern richtig umzugehen. Daher sprechen Ärzte bei Babys bis zu einem Altern von drei Monaten bereits ab einer Temperatur von 38° Celsius von Fieber.

FAQ: Fieber beim Baby

Wo sollte ich Fieber messen?

Ab wann bei Fieber zum Arzt?

Fiebern Babys beim Zahnen?

Bekommt ein Baby nach der Impfung Fieber?

Baby fiebert: Ab wann muss ich zum Arzt?

Je jünger dein Kind ist, desto eher solltest du reagieren. Bei Kindern unter drei Monaten solltest du bereist bei einer Körpertemperatur von über 38° Celsius vorsichtig sein. Säuglinge reagieren auf Infekte nicht immer sofort mit deutlichem Fieber. Wirkt dein Kind zusätzlich erschöpft und teilnahmslos, hat wenig Appetit und ist ungewöhnlich blass informiert euren Kinderarzt.

Bei älteren Kindern muss hohes Fieber ab 39° Celsius ärztlich abgeklärt werden. Das bedeutet nicht zwingend, dass dein Kind schwer krank ist. Ein Arzt muss aber mögliche Ursachen abklären, um das Kind richtig behandeln zu können. Fiebern an sich ist keine Krankheit, sondern nur eine Abwehrreaktion des Körpers.

Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie ehemaliger Bundespressesprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät auf der Seite Kinder- & Jugendärzte im Netz: „Auch wenn das Fieber schubweise beziehungsweise wiederholt auftritt, wenn bei einem unter zweijährigen Kind das Fieber länger als einen Tag anhält oder bei einem älteren Kind über drei Tage, sollten Eltern ihr Kind dem Kinder- und Jugendarzt vorstellen.“

Unabhängig von der Höhe des Fiebers solltest du mit dem Baby zum Arzt,

  • wenn das Fieber länger als einen Tag anhält
  • bei einem Fieberkrampf
  • wenn dir der Allgemeinzustand Sorgen macht
  • bei anhaltender Appetitlosigkeit
  • bei Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • wenn das Fieber trotz fiebersenkenden Maßnahmen nicht zurückgeht
  • wenn das Baby berührungsempfindlich ist und schrill schreit

Fieber beim Baby senken: Zäpfchen & Hausmittel

Fieber ist ein Schutzmechanismus des Körpers gegen Krankheitserreger. Wird das Fieber zu vorschnell unterdrückt, kann sich der Körper nicht mehr effektiv gegen die Eindringlinge wehren. Daher sollte und muss es nicht sofort gesenkt werden. Sofern dein Kind normal isst und die Körpertemperatur des Babys nicht in einen kritischen Bereich steigt. Daher ist es wichtig, die Temperatur regelmäßig zu kontrollieren.

Ab wann sollte man Fieberzäpfchen geben?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt nur in Ausnahmefällen und am besten erst bei Temperaturen ab 39° Celsius zu fiebersenkenden Medikamenten zu ergreifen. Bei jungen Säuglingen entsprechend schon bei einer Körpertemperatur über 38° Celsius. Bitte besprich dich vorher immer mit deinem Kinderarzt!

Schwächt das Fieber Babys merklich, trinken sie schlecht, schlafen unruhig machen fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen Sinn. Meist werden sie in Form von Fieberzäpfchen oder Säften gegeben. Hierbei gilt:

  • Paracetamol-Saft/ Paracetamol-Zäpfchen: Ab einem Körpergewicht von drei Kilogramm können Babys das Medikament zu sich nehmen
  • Ibuprofen-Saft/ Ibuprofen-Zäpfchen: Werden erst ab dem vierten Lebensmonat und mit mindestens sechs Kilogramm Körpergewicht verschrieben.

Fieberzäpfchen sind Babys und Kleinkindern oft einfacher zu verabreichen. Es kann helfen, wenn du das Zäpfchen vorher in der Hand anwärmst und es leicht anfeuchtest.

Hausmitteln gegen Fieber: Baby braucht Ruhe und Zuwendung

Was kann ich außerdem tun, wenn mein Baby Fieber hat? Mit viel Liebe, Aufmerksamkeit und ein paar Hausmitteln unterstützt du den natürlichen Heilungsprozess.

  • Baby sollte viel trinken
    Hausmittel Nummer eins und zwei: Kuscheln und Trinken. Ist dein Kind vom Fieber geschwächt und fühlt sich krank, braucht es dich umso mehr. Nimm es jetzt besonders viel in den Arm und sei noch mehr an seiner Seite als ohnehin schon. Dabei solltest du darauf achten, dass es genügend trinkt.
  • Kalte Wadenwickel/ lauwarme Waschlappen auf der Stirn
    Weitere bewehrte Hausmittel, um bei einem Baby Fieber sanft zu senken sind ein feuchter, lauwarmer Waschlappen auf der Stirn und Wadenwickel.
  • Schlafen hilft gegen Fieber
    Achte darauf, dass dein Kind jetzt sehr viel Schlaf bekommt und nicht gestresst wird. Und vor allem: Stress dich selbst nicht. Das überträgt sich auf dein Kind. Du machst dir Sorgen, wenn dein Baby Fieber hat. Doch in den meisten Fällen musst du das gar nicht. Der kleine Körper mobilisiert mit der erhöhten Körpertemperatur wahrscheinlich bloß seine Abwehrkräfte und kann morgen früh schon wieder komplett fit sein. Anders als du, wenn du dich die ganze Nacht sorgst.

Generell gilt bei allen Maßnahmen: Sie lindern nur Beschwerden aber bekämpfen nicht die Ursache des Fiebers. Hält es länger als einen Tag an, informiert bitte euren Kinderarzt.

Quellen

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