Fremdeln - Warum andere Menschen unheimlich werden

Fremdeln – Warum andere Menschen plötzlich unheimlich werden

Fremdeln ist bei Babys vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Sie haben einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht. Wie du dich verhalten solltest, wenn das Baby fremdelt, erfährst du hier.

Ein kleines Mädchen versteckt sich bei ihrer Mutter
Warum Fremdeln bei kleinen Kindern vollkommen normal ist © Freestocks Photos via Pixabay

Fremdeln: Gründe für die plötzliche Skepsis

Dein Kind hat gestern vielleicht noch freudestrahlend deine Nachbarin angelächelt und heute fängt es an zu weinen, sobald sie es streicheln will? Woher kommt dieser plötzlichen Sinneswandel?

Fremdeln hat nichts mit einem verzogenen Kind zu tun. Und du hast nichts falsch gemacht, wenn dein Baby fremdelt. Ganz im Gegenteil: Fremdeln ist eine ganz normale Entwicklungsstufe deines Kindes und zeugt sogar von neu gewonnener Reife. „Die Sinneswahrnehmung der Kinder wird in dieser Zeit differenzierter“, so Diplom-Psychologin Sybille Weber gegenüber familie.de.

Kinder lernen in dieser Phase zwischen vertrauten Gesichtern, wie beispielsweise das der Mutter, und fremden Gesichtern zu unterscheiden. Es ist also ganz normal, wenn sich dein Baby gegenüber anderen Personen ohne ersichtlichen Grund ängstlich verhält.

Ab wann fremdeln Babys?

Das Fremdeln wird auch Achtmonatsangst beziehungsweise 8-Montas-Angst genannt, weil diese Phase bei Babys meist zwischen dem sechsten und achten Monat beginnt. Seinen Höhepunkt hat sie aber erst im zweiten Lebensjahr. Ab Babys zweiten Geburtstag nimmt die Skepsis wieder ab.

Wie stark ein Baby fremdelt hängt von verschiedenen Faktoren ab: Manche Kinder sind von Natur aus eher neugierig und offen gegenüber neuen Menschen. Auch ein enger Bezug zu anderen Familienangehörigen kann das Fremdeln vermindern.

 

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So äußert sich das Fremdeln

  • Dein Kind wird sich von den entsprechenden Personen abwenden
  • Es wird deine Nähe suchen
  • und sich wohlmöglich aus Unsicherheit hinter dir verstecken.
  • Wenn das Baby fremdelt ist sein Verhalten abweisend,
  • es wird den Kontakt zu Unbekannten verweigern.
  • Vielleicht weint dein Baby oder schreit.
  • Es hat schlechte Laune, wenn „Fremde“ dabei sind.

Doch diese Skepsis muss nicht von Dauer sein. Sie kann verschwinden, wenn sich dein Kind wieder sicher fühlt, beziehungsweise wenn es durch deine Reaktionen merkt, dass von der Person keine Gefahr ausgeht. Dann schenkt es dem „Fremden“ vielleicht sogar ein Lächeln.

Mit dem Fremdeln richtig umgehen: So hilfst du deinem Kind

Je entspannter du mit dem Fremdeln deines Kindes umgehst, desto leichter wird es auch ihm fallen. Auf keinen Fall solltest du dein Kind in dieser Phase zu irgendetwas drängen, das es nicht möchte – selbst wenn es abweisend auf Verwandte oder Freunde reagiert. Das bedeutet aber auch, selbst wenn es Oma und Opa oft schwerfällt: Bitte sie, sich zurückzuziehen, wenn das Kind panisch wird. Andernfalls kann das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört werden. Du solltest also auch deutlich kommunizierst, dass dein Baby fremdelt. Dein Umfeld wird darauf sicher mit Verständnis reagieren. Es ist wichtig, dem Kind jetzt Zeit zu geben.

Auslöser fürs Fremdeln kann auch die Angst vor der Trennung von der Mutter sein, du solltest deinem Kind also schon früh zeigen, dass eine Trennung nicht von Dauer ist.

Das ist tabu, wenn dein Baby fremdelt:

  • Das Kind zwingen, die Hand zu geben oder sich anfassen zu lassen.
  • Das Kind einfach jemandem in die Arme geben.
  • Das Kind zurückweisen, wenn es Kontakt oder Schutz sucht.
  • Das Kind „mal kurz“ bei jemand anderem lassen als bei seinen Bezugspersonen.

Auch wenn das Fremdeln bedeutet, dass dein Kind regelrecht an dir klebt: Hab Geduld mit ihm. Auch diese Phase geht vorbei und es wird Oma und Opa schon ganz bald wieder freudestrahlend in die Arme laufen.