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Baby-Boom: März bringt neuen Geburtenrekord

© Unsplash/ Doug Maloney

Also doch – Deutschland erlebt gerade einen echten Babyboom. So einen geburtenstarken März gab es seit über 20 Jahren nicht mehr. Zumindest lässt sich das an den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ablesen, die jetzt veröffentlicht wurden.

Zum Jahresstart blieb der Boom noch aus

Noch während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 wurde darüber gescherzt, dass es bald einen neuen Baby-Boom geben wird.

Klar, das öffentliche Leben stand still und wir verbrachten mehr Zeit als gewöhnlich in den eigenen vier Wänden. Da könnte man die Stunden ja nutzen, um…Netflix & Co leerzuschauen. Denn der erwartetet BOOM blieb zum Start in das neue Jahr 2021 aus.

Im Januar 2021 wurden sogar weniger Kinder geboren als noch im Vorjahresmonat. Und auch im Februar kamen nur etwa 1.600 Babys mehr zur Welt als das Jahr zuvor: Von einem Boom kann hier also nicht die rede sein!

„Ein Blick auf die Zahlen vom Jahresbeginn zeigt, dass während des ersten Lockdowns offenbar nicht mehr Kinder gezeugt wurden als sonst“, schreibt das Statistische Bundesamt.

März wird zum Rekordmonat – 65.903 Geburten

Umso überraschender die aktuelle Meldung der Statistiker: Der März 2021 ist der geburtenstärkste Monat seit über 20 Jahren. Insgesamt sind im März 65.903 Kinder zur Welt gekommen. Das sind 5.900 Kinder mehr als im Vorjahr.

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Mehr Jungs als Mädchen

Laut Statistischem Bundesamt wurden im März 33.935 Jungen geboren und 31.968 Mädchen.

Die Geburtenzahl ist damit um zehn Prozent gestiegen. Einen solchen Rekordmonat gab es zuletzt im Jahr 1998.

Die Lockerungen brachten neue Lebenslust

Wer jetzt schnell die neun Monate zurück gerechnet hat, der wird es schon erkannt haben: Nicht der Lockdown sondern die ersten Lockerungen ab Anfang Mai haben für den Baby-Boom gesorgt. Nach der Lockdown-Langeweile kam offenbar eine neue Lebenslust zurück – die gerne auch privat und intim zelebriert wurde.

Europa-Vergleich: Rumänien mit höchster Geburtenrate

Verglichen mit anderen europäischen Ländern liegt Deutschland trotz seines eigenen Rekordwertes nur im Mittelfeld. Am deutlichsten wuchs die Geburtenrate in Rumänien (+15 Prozent) gefolgt von Estland und Litauen: dort stieg die Rate um 13 Prozent. Knapp vor Deutschland liegen die Niederlande, Finnland und Ungarn (+10 %).

In den Ländern, die besonders hart von der Corona-Pandemie betroffenen waren, haben sich die rückläufigen Geburtenzahlen der letzten Jahre wieder stabilisiert. Dazu gehören Spanien, Frankreich oder auch Belgien.

Was bringt der Sommer 2021?

Die Inzidenz-Werte sinken – und in den kommenden Wochen und Monaten erwarten uns endlich wieder umfassende Lockerungen. Wird sich der „After-Lockdown-Effekt“ in diesem Sommer noch einmal wiederholen? Und: Wie hoch werden die Geburtenraten dann wohl sein? Schließlich hält der Lockdown ja diesmal schon deutlich länger an. Der Frühling 2022 wird es zeigen.

Quellen

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