Haarfarbe Baby: Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?

Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?

Unsere Haarfarbe bestimmt ebenso wie die Farbe der Augen unser Aussehen. Klar, dass wir da neugierig sind, welche Haarfarbe Baby wohl bekommt. Vielleicht sogar rote Haare? Ein Einblick, wie die Haarfarbe vererbt wird.

Zwei Geschwister umarmen sich
©Pexels

In diesem Artikel:

Haarfarbe des Babys vorhersagen: Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?

Eine genaue Vorhersage zu treffen, welche individuelle Haarfarbe Baby einmal bekommt, ist – anders als bei der Augenfarbe – schier unmöglich. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Haarfarben-Vererbung laut wissenschaftlichen Schätzungen von mehreren Genen beider Partner abhängig ist und immer noch nicht gänzlich erklärt werden kann. Inzwischen haben Wissenschaftler 123 (!) verschiedene Gene identifizieren können, die im Farbtöpfchen der Baby-Haarfarbe mitmischen. Diese neusten Erkenntnisse hat ein internationales Forscherteam jetzt in der Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht.

Trotzdem lassen sich natürlich Tendenzen voraussagen, welche Haarfarbe Kinder einmal bekommen werden: Blonde, braune, schwarze oder rote Haare? Vererbung ist immer ein Zusammenspiel aus den Genen von Mutter und Vater. Einige davon setzen sich dominanter durch als anderen.

Haarfarbe Vererbung: Farbstoff Melanin verantwortlich

Und welche Haarfarbe bekommt mein Kind nun? Verantwortlich für die Haarfarbe ist der Farbstoff Melanin. Melanin wird von sogenannten Melanozyten, Hautzellen, produziert und anschließend über die Haarwurzel ins Haar eingelagert. Der Farbstoff kommt in zwei Varianten vor und unterteilt sich dabei in Dunkel und Hell:

  • Eumelanin: verantwortlich für die braun, schwarze Haarfarbe
  • Phäomelanin: verantwortlich für blonde und rötliche Haarfarbe

Das Mengenverhältnis der beiden gebildeten Pigmente sagt dann aus, welchen genauen Farbton, von hellblond bis schwarz, das Haar später annimmt. Unklar an der Vererbung ist allerdings, wie genau die Gene an der Herstellung der Eumelanin und Phäomelanine genau beteiligt sind.

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Baby Haarfarbe: Dunkle Haare setzt sich nicht immer durch

Dass es mehr dunkelhaarige Menschen als blond- oder rothaarige gibt, liegt daran, dass das dunkle Eumelanin das Haar viel intensiver färbt als helle Phäomelanin und es quasi überlagert. Sprich: Je mehr dunkle Farbpigmente in das Farbtöpfchen gegeben werden, desto stärker überlagern sie die hellen – und auch die roten. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass Vater oder Mutter Gene für rote und blonde Haare tragen können, auch wenn sie selbst dunkle Haare haben. Wenn dann beide Elternteile die entsprechenden Gene zur Bildung von Phäomelanin, also der hellen Farben, weiter vererben, kommen blonde beziehungsweise rote Haare dabei raus. Oft eine Überraschung für Eltern, sind doch eigentlich die dunklen Haarfarben-Pigmente dominanter.

Wann bekommt ein Kind rote Haare: Vererbung wirklich rezessiv?

Ursprünglich entstanden rote Haare einst durch eine Mutation auf einem der Gene, das unsere Haarfarbe bestimmt: der Melanocortin-Typ-1-Rezeptor (MC1R). Genetische Studien eines Wissenschaftsteams um Carles Lalueza-Fox von der Universität Barcelona, Holger Römpler von der Universität Leipzig und Michael Hofreiter vom Leipziger Max-Planck-Institut konnten sogar nachweisen, dass es bereits rothaarige Neandertaler gab. Rote Haare gibt es also fast schon so lange wie uns Menschen.

Da sich rote Haare in der Vererbung allerdings eher zurückhaltend zeigten, galten sie lange als rezessiv. Doch inzwischen nimmt man an, dass sie die Haarfarbe des Babys dominanter bestimmen als blonde. Vielleicht bist du auch rothaarig und weißt es gar nicht, weil ein stärkerer Braun- oder Schwarzton dies überdeckt. Also wundere dich nicht, wenn Junior bei seiner Geburt Urgroßvaters Rotschopf ans Tageslicht bringt.

Babys Haarfarbe kann sich wieder ändern

Manchmal ändert sich die Haarfarbe deines Kindes in den ersten Lebensjahren auch nochmal. So kann ein Kind, das mit schwarzem Schopf zur Welt kam, diese verlieren und blond werden. Bis das Kind die definitive Haarfarbe annimmt, können Jahre vergehen. Bei einigen lässt sich die finale Entscheidung bis zur Einschulung oder sogar bis ins Pupertätsalter Zeit. Eine eindeutige Antwort auf die Frage „Welche Haarfarbe bekommt mein Kind?“ gibt es also nicht. Aber ein bisschen Überraschung ist doch auch etwas Gutes!

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Quellen :

Hysi G. Pirro; Valdes M. Ana […] Spector, Timophy D.: Genome-wide association meta-analysis of individuals of European ancestry identifies new loci explaining a substantial fraction of hair color variation and heritability; Nature Genetics, Band 50, Ausgabe 4, Mai 2018, Seiten 652-656

Lalueza-Fox, Carles1; Römpler, Holger: A Melanocortin 1 Receptor Allele Suggests Varying Pigmentation Among Neanderthals; Science, Band 318, Ausgabe 5855, 30. November 2007

Max-Planck-Gesellschaft: Rote Haare, Sommersprossen …, Pressemitteilung vom 25. Oktober 2007, URL: https://www.mpg.de/540983/pressemitteilung20071024( Abrufdatum 18.10.2018)

Merlot, Julia: Das Blondinenrätsel, URL: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/haarfarbe-in-der-genanalyse-das-blondinenraetsel-a-1203280.html (Abrufdatum 18.10.2018)

Dr. med. Lang, Marin; Dr. med. Weinzierl-Moll, Petra: Haarfarbe bei Babys und ihre Veränderlichkeit; URL: https://www.kinderarzt-augsburg.de/baby/babys-besonderheiten/haarfarbe/  (Abrufdatum 18.10.2018)