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Muss ich auf Honig in der Schwangerschaft verzichten?

vonDaniela Kirschbaum

Werdende Mamas machen sich oft Sorgen, ob sie Honig in der Schwangerschaft essen dürfen. Schließlich ist der für Säuglinge im 1. Jahr tabu. Schadet er also auch dem Ungeborenen?

vonDaniela Kirschbaum
© Unsplash / Calum Lewis

Dürfen Schwangere Honig essen?

Es ist richtig, dass Schwangere vorsichtig sein sollten, welche tierischen Produkte sie essen. Gerade unbehandelte Lebensmittel aus Rohmilch oder Rohwürste können mit Keimen belastet sein. Die können auch dem Ungeborenen schaden.

Streng genommen zählt Honig ebenfalls zu den tierischen Produkten. Und häufig wird davon gesprochen, dass Honig Bakterien (Clostridium botulinum) enthalten kann; oder dass erhitzter Honig Giftstoffe entfalten kann. Ganz falsch ist das nicht. Aber generell gilt: Honig in der Schwangerschaft ist unbedenklich!

Darum ist Honig in der Schwangerschaft unbedenklich

Honig besitzt von Natur antimikrobielle Eigenschaften. Das senkt das Risiko einer Keimbelastung zum Beispiel mit Listerien. Das natürlich vorkommende Bakterium Clostridium botulinum im Honig ist für einen erwachsenen Menschen ungefährlich. Es ist auch nicht möglich, dass es über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen wird. Ebenso wenig solltest du dir Gedanken machen, erhitzter Honig in Tee und Milch könnte ihm schaden.

Hier erklären wir die noch einmal ausführlich, warum diese meisten Sorgen unbegründet sind:

Listerien in Honig

Listerien sind Bakterien, die eine Infektionskrankheit auslösen können: die Listeriose. Diese Lebensmittelinfektion kann für Ungeborene gefährlich werden. Listerien kommen auch im Honig vor.

Wegen des hohen Zuckergehalts und der antibakteriellen Wirkung von Honig könne die sich aber kaum vermehren. Demnach ist Honig in der Schwangerschaft in Bezug auf Listeriose absolut ungefährlich.

: Kurzüberblick
Was ist Listeriose?

Honig enthält keine Toxoplasmose-Erreger

Toxoplasmose-Bakterien kommen in Honig gar nicht vor. Du kannst also auch hinsichtlich Toxoplasmose als werdende Mama Honig in der Schwangerschaft ganz und gar bedenkenlos genießen.

Keine Angst vor Botulismus-Erkrankung

In Honig kann das Bakterium Clostridium botulinum vorkommen. Das kann sich bei Säuglingen im Darm ansiedeln und eine toxische Wirkung entwickeln – genannt Botulismus. Bei Erwachsenen ist der Darm in der Regel gut gegen das Bakterium gewappnet und eine Erkrankung ist unwahrscheinlich. Deswegen brauchst du dir keine Sorgen machen, wenn du Honig isst: In der Schwangerschaft kannst du dein Baby nicht gefährden. Das Bakterium kann nicht auf das Ungeborene übertragen werden.

: Was ist das?

Kaum Giftstoffe in erhitztem Honig

Bei der Erhitzung von einigen Lebensmitteln – unter anderem auch Honig – entsteht Hydroxymethylfurfural (HMF). Es wurde lange wurde vermutet, dass HMF potenziell gesundheitsschädlich sei. Nachgewiesen werden konnte das aber nie eindeutig. 2011 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung den HMF-Gehalt verschiedener Lebensmittel genauer untersucht. Sie kamen letztlich zu dem Schluss, dass HMF in Lebensmitteln ungefährlich ist! Dur brauchst dir also auch keine Sorgen machen, eine warme Milch oder Tee mit Honig könne deinem Baby irgendwie schaden.

Belastung mit Pyrrolizidinalkaloiden

Pyrrolizidinalkaloide (PA) sind natürliche Pflanzeninhaltsstoffe, deren Abbauprodukte in der Leber krebserregend sein können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 2013 in Kräutertees, Tees und in bestimmten Honigen zum Teil hohe Dosen PA festgestellt. Das Bundesinstitut sieht für Erwachsene aber kein Problem, sondern nur für Kinder und Kleinkinder. Also auch hier eine Entwarnung für alle Schwangeren!

Genauere Information zum Gehalt von Pyrrolizidinalkaloiden in Lebens- und Futter­mitteln erhältst du hier.

Vorteile von Honig in der Schwangerschaft

Honig in der Schwangerschaft und der Stillzeit ist also absolut unbedenklich. Und nicht nur das, der süße Nektar ist ein echtes Allroundtalent:

  • gesunde Süßungsmittel-Alternative
    Honig ist nicht nur gesund und ein echtes Powerprodukt aus der Natur, er kann auch prima als alternatives Süßungsmittel zum Haushaltszucker herangezogen werden.
  • kalorienarm
    Da er kalorienärmer ist, vor allem der fruktosearme Frühlingshonig, beugt er so auch überflüssigen Schwangerschaftspfunden vor.
  • gegen Heißhunger
    Ein Honigbrot ist ein gesunder Snack für nächtliche Heißhungerattacken.

Als Allergiker auf Honig in der Schwangerschaft verzichten

Einzig, wenn du an Allergien leidest, solltest du auf all jene Honigprodukte verzichten, die Pollen enthalten (Propolis, Bienenbrot, mit Blüten versetzter Honig und ähnliche Produkte). Wenn du dir unsicher bist, ob du eventuell eine Lebensmittelunverträglichkeit hast, lass dich zur Sicherheit von einem Arzt beraten.

Quellen

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