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Keim in der Milchnahrung: Frühchen stirbt

© Bigstock/ igor stevanovic

Durch Verunreinigungen in der Milchnahrung ist ein Baby im Klinikum Oldenburg gestorben. Bei drei weiteren Babys wurde der Keim aus der Milch ebenfalls nachgewiesen. Nun wird gegen das Klinikpersonal ermittelt.

Verunreinigte Milch

Im Klinikum Oldenburg ist am 07. Juni ein wenige Tage altes Frühchen auf der Intensivstation verstorben. Anschließende Untersuchungen ergaben, dass das Baby Milchnahrung bekommen hatte, die mit einem Keim belastet war.

Dieses Bakterium wurde nachgewiesen

In der Milch konnte ein Keim der Bakteriengattung Cronobacter nachgewiesen werden. Der kann quasi überall vorkommen, zum Beispiel auf Oberflächen und im Wasser.

Gefährlich ist der Keim vor allem für Frühchen, Kinder unter sechs Monaten und Personen mit einem schwachen Immunsystem.

“Bei dieser Altersgruppe geht man davon aus, dass eine Übertragung u. a. über Säuglingsanfangsnahrung auf Milchpulverbasis erfolgt, wenn diese nicht mit kochend heißem Wasser aufgegossen und nicht vor jeder Mahlzeit frisch zubereitet wird”, informiert das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Für gesunde Erwachsene und Kinder stellt der Keim keine große Gefahr mehr dar.

Weitere Babys überlebten

Da bei der Zubereitung jeder Milchnahrung im Klinikum Proben entnommen werden, konnte genau zurückverfolgt werden, welche Kinder in Oldenburg die Keim-belastete Milch erhalten haben.

Demnach haben drei weitere Babys verunreinigte Nahrung zu sich genommen. Sie zeigen nach Angaben des Krankenhauses aber keine Anzeichen einer Erkrankung.

Hygiene-Maßnahmen verletzt

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Klinik-Personal wegen fahrlässiger Tötung. Es wird untersucht, ob bei der Zubereitung der Milchnahrung die strengen Hygienevorschriften verletzt wurden. Es wurden bislang in keiner anderen Probe Verunreinigungen gefunden.

Trauriger Einzelfall

So schrecklich, wie der Tod des Frühchens in Oldenburg ist, besteht für werdende Eltern kein Grund zur Panik. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover, Oliver Grimm, berichtet der Süddeutschen Zeitung, dass der Vorfall keine landesweiten Auswirkungen habe.

Die Regeln für die Zubereitung der Nahrung seien auf allen Frühchen-Stationen sehr streng und die Hygiene-Standards sehr hoch.

Quellen

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