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Kephalhämatom: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Bluterguss nach der Geburt – und dann auch noch am Kopf des Babys. Vielen Eltern bereiten Schwellungen und Hämatome viel Sorge. Das sogenannte Kephalhämatom sieht meistens aber schlimmer aus, als es eigentlich ist. Hier findest du wichtige Infos zu Ursachen und Behandlung von Kephalhämatomen.

Ist das Kephalhämatom gefährlich?
Ist das Kephalhämatom gefährlich?
© Unsplash/ Marcin Jozwiak

Was ist ein Kephalhämatom?

Ein Kephalhämatom wird oft auch als Kopfblutgeschwulst bezeichnet. Schätzungen zufolge tritt es bei einer bis zwei von 100 Geburten auf. Es handelt sich dabei um einen Bluterguss zwischen dem Schädelknochen und der Knochenhaut, der nach der Geburt am Babykopf auftritt.

Oft werden Kephalhämatome und Geburtsgeschwulste verwechselt. Bei Beiden handelt es sich um Blutergüsse. Ein Geburtsgeschwulst bildet sich jedoch nur in den oberen Hautschichten und verschwindet nur wenige Tage nach der Geburt wieder.

Wie entsteht das Kopfblutgeschwulst?

Grund für die Entstehung von Kephalhämatomen sind die sogenannten Scherkräfte (tangentiale Kräfte), die bei der Geburt auf den Babykopf wirken. Im engen Geburtskanal verschieben sich durch die Scherkräfte die oberen Hautschichten und die Knochenhaut anders als der Schädelknochen. Dadurch wird die Knochenhaut vom Schädelknochen getrennt und verschoben. Gefäße unter der Knochenhaut können einreißen und bluten. Der Zwischenraum zwischen Knochen und Knochenhaut füllt sich und erzeugt das Hämatom.

Ist das Hämatom gefährlich?

Da das Kephalhämatom zwischen Knochenhaut und Schädel des Babys sitzt, grenzt es nicht direkt an das Gehirn an. In der Regel ist ein Kopfblutgeschwulst also nicht gefährlich. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen – mehr dazu liest du in Laufe dieses Artikels.

Mögliche Risikofaktoren

Es gibt einige mögliche Risikofaktoren, die ein Kephalhämatom begünstigen können:

  • Saugglockengeburt
  • Zangengeburt
  • Sehr enger Geburtskanal
  • Scheitelbeinstellung
  • Hinterhauptslage
  • Schnelle Geburt
  • Großer Babykopf und kleines Becken

Wie erkenne ich ein Kephalhämatom?

Manchmal tritt das Hämatom direkt nach der Geburt auf. Es kann aber auch sein, dass der Bluterguss sich erst einige Tage nach der Geburt zeigt, da weiterhin Blut in den Zwischenraum zwischen Schädel und Knochenhaut sinkt.

Du erkennst am Kopf, meist im Bereich des Scheitelbeins oder Hinterkopfs, deines Neugeborenen dann eine einseitige Schwellung. Die Schwellung kann kirsch- oder eigroß werden, ist wie eine Halbkugel geformt und mit Blut gefüllt. Das Hämatom fühlt sich weich und elastisch an.

In sehr seltenen Fällen können übrigens auch mehrere Hämatome vorkommen.

Neben der äußerlichen Schwellung macht sich das Hämatom oft auch durch das Verhalten des Kindes bemerkbar. Vor allem, wenn Druck auf das Kephalhämatom ausgeübt wird, ist das Baby meist unruhig oder weint viel.

Muss das Kopfblutgeschwulst behandelt werden?

Im Normalfall bildet sich das Kephalhämatom etwa in den ersten sechs Wochen nach der Geburt selbst zurück. Sehr selten kann es sein, dass der Rand vom Kephalhämatom verknöchert – aber auch die Verknöcherung bildet sich wieder zurück.

Eine spezielle Behandlung wie zum Beispiel eine Punktion zum Absaugen des Hämatoms ist laut dem Elternratgeber des Klinikums Kulmbach nicht ratsam. Denn durch die Punktion könnten Bakterien unter die Haut gelangen und eine Infektion auslösen. Damit Blutungen im Kopf ausgeschlossen werden, wird oft ein Ultraschall durchgeführt.

Bei Kephalhämatomen verschreiben manche Ärzte vorsorglich Vitamin K. Es hilft der Leber dabei, Eiweiß für die Blutgerinnung herzustellen. Dadurch können gerissene Adern schneller verschlossen werden.

Kann ein Kephalhämatom gefährlich werden?

Verheilt ein Kephalhämatom nur sehr langsam, könnte das ein Anzeichen für eine Blutgerinnungsstörung sein. Das sollte von einem Arzt untersucht werden.

Bei einem sehr großen Kephalhämatom haben Babys in den ersten Tagen nach der Geburt ein erhöhtes Risiko für eine Neugeborenen-Gelbsucht. Deshalb wird hier in der Regel die Bilirubin-Konzentration im Blut (entsteht beim Abbau vom roten Blutfarbstoff) überwacht. Ein zu hoher Wert kann das Nervensystem sowie die Leber schädigen. In einem solchen Fall wird mit einer Lichttherapie die Bilirubin-Konzentration im Blut gesenkt.

Wenn mehrere Hämatome vorliegen, oder das Baby durch das Hämatom viel Blut verliert, kann es zu einer Blutarmut kommen, die auch behandelt werden muss.

Worauf sollten Eltern achten?

Oft heißt es bei einem Kephalhämatom für Eltern nur abwarten. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die du für dein Baby tun kannst:

  • Übe keinen Druck auf das Hämatom aus: Das bereitet deinem Baby mehr Schmerzen
  • Lege dein Baby nicht auf das Kephalhämatom: Auch das kann sehr unangenehm für das Kleine sein. Je nachdem, wo das Hämatom lokalisiert ist, kann dir dein Arzt Liege- und Schlafpositionen empfehlen.
  • Hausmittel: Es gibt einige Hausmittel, die bei der Heilung des Kopfblutgeschwulsts helfen sollen. Essig-Umschläge und Arnika-Salben gehören dazu. Wende diese Hausmittel jedoch nie an, ohne davor mit deinem Arzt gesprochen zu haben.
  • Habe Geduld: Es ist schwer, das eigene Babys leiden zu sehen – und so ein Kephalhämatom kann sehr besorgniserregend aussehen. Bedenke aber immer – das Hämatom wird sich bald schon zurückbilden und auch keine bleibenden Schäden hinterlassen.

Quellen