Kinderbetreuerin erklärt, warum sie nie ein schlafendes Kind annimmt

Kinderbetreuerin erklärt, warum sie nie ein schlafendes Kind annimmt

Sie darf keine schlafenden Kinder von den Eltern übernehmen, so die Regeln einer Kinderbetreuungsstelle in Nordamerika. Der Grund ist erschreckend.

Kind schläft in Kindersitz im Auto
Kinderbetreuerin erzählt über Missbrauch ©Bigstock/naumoid

Schlafendes Kind kann Zeichen für Missbrauch sein

Internetuser „Twattermelon“ teilte auf der Online-Plattform „imgur“ ihre Erfahrungen als Kinderbetreuerin und erzählt von einer ungewöhnlichen Vorschrift des Betreuungszentrums für das sie derzeit arbeitet: Sie darf keine schlafenden Kinder von den Eltern übernehmen.

Die Eltern müssen ihr Kind aufwecken, bevor sie es zur Betreuung abgeben. Manche Eltern wurden deswegen wütend, denn es klingt erstmal ziemlich grob, ein Kind einfach aus seinem Schlaf zu reißen. Doch die Kinderbetreuungsstelle hat einen sehr guten Grund für diese Maßnahme.

Kinderbetreuerin erzählt über Missbrauch

Die Kinderbetreuerin schildert einen Vorfall, der zeigt, weshalb diese „nicht schlafen“-Vorschrift so wichtig ist.

Eine Großmutter brachte ein Baby zu dem Betreuungszentrum. Es schlief und ließ sich nicht aufwecken. Das Baby hat nur immer wieder kurz den Kopf angehoben, gewimmert und ist wieder eingeschlafen. Der Betreiber der Tagesstätte hat sofort den Notarzt kontaktiert, aber die Großmutter hat den Vorfall herunterspielen wollen und gemeint, er hatte „eine schwierige Nacht und ist nur müde“.

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Die Betreuerin allerdings kannte das Kind sehr gut und meinte, dass das ein sehr untypisches Verhalten für das Kind wäre. Normalerweise würde es nämlich nicht schlafen, wenn es denkt etwas verpassen zu können. An dem Tag war in dem Zentrum ziemlich viel los. Es wurde laute Musik gespielt und Kinder spielten und sangen lautstark. In dem ganzen Chaos verschwand die Großmutter und die Eltern des Kindes wurden kontaktiert.

Wie sich herausstellte, hatte die ältere Dame dem Baby eine ziemlich hohe Dosis Schlafmittel gegeben, um es ruhig zu stellen. Dem Kind, dass erst sechs Monate alt war, soll im Krankenhaus der Magen ausgepumpt worden sein und es wurde zur Überwachung dortbehalten.

Kein Einzelfall

Dieser Vorfall scheint aber leider kein Einzelfall zu sein. Die Regelung wurde nämlich deswegen eingeführt, so die Kinderbetreuerin, weil die Täter die Verantwortung für den Missbrauch auf die Tagesstätte und die Betreuer abschieben würden. Doch auch in Deutschland beobachten Kinderärzte und Wissenschaftler einen gefährlichen Trend: Immer mehr Eltern geben ihren Kindern Schlafmittel, damit sie nachts besser durchschlafen können. Eine Entwicklung, die dringend gestoppt werden muss, so die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml.