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Zäh, zäher – Kindspech

Windel mit Kindspech
Kindspech: Der erste Stuhlgang des Babys
©nd3000 via Bigstock

Das Kindspech ist die erste volle Windel deines Kindes. Woraus der erste Stuhlgang deines Babys besteht und warum es gefährlich wird, wenn Mekonium ins Fruchtwasser gelangt.

Kindspech – Was ist das?

Das Kindspech (Mekonium) ist der erste Stuhlgang deines Babys. Seine schwarz-grünliche Farbe und die zähe Konsistenz gibt dem Kindspech seinen Namen. Und ja, es klebt wirklich so fürchterlich, wie man es in Schwangerschaftsratgebern liest.

Mekonium wird etwa ab der 13. SSW im Darm des Babys gebildet. Kindspech besteht aus Lanugo-Haaren, Hautzellen, Sekret und Schleim. Das Baby nimmt diese Dinge durch das Fruchtwasser auf.

So gesehen handelt es sich bei Mekonium also gar nicht um “Stuhlgang” – das Baby hat ja noch keine Nahrung zu sich genommen – sondern um die Ausscheidung von Abgangsprodukten.

: Das verrät Kindspech

Im Mekonium können Schadstoffe gespeichert werden – das konnte eine US-Studie belegen. Zum Beispiel kann anhand von Kindspech nachgewiesen werden, ob die Mutter während der Schwangerschaft Drogen oder andere schädliche Stoffe zu sich genommen hat.

Wann kommt der erste Stuhlgang nach Geburt?

In der Regel findet der erste Stuhlgang des Babys etwa 24 bis 48 Stunden nach der Geburt statt.

Ein frühes Ausscheiden des Mekoniums ist übrigens ein gutes Zeichen. Das bedeutet, dass der Verdauungstrakt gut funktioniert. Kommt der erste Stuhlgang nach der Geburt recht schnell, kann das auch das Risiko für eine Neugeborenengelbsucht lindern.

Das Kindspech kann aber auch einige Tage auf sich warten lassen.

Hier ist Muttermilch (Kolostrum) ein guter Helfer, da sie einen abführenden Effekt hat. Die Milch ist recht dickflüssig, enthält wenig Fett und viel Eiweiß. Das macht sie leicht bekömmlich und bringt die Verdauung in Schwung.

Wenn das Kindspech auf sich warten lässt

Kritisch wird es, wenn das Baby auch nach vier Tagen noch kein Mekonium ausgeschieden hat. Bleibt das Kindspech zu lange im Darm, kann das eine Neugeborenengelbsucht begünstigen. Die Ursachen sollten deswegen unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Mögliche Ursachen sind:

  • ein Darmverschluss (z.B wegen festsitzendem Mekonium-Pfropf)
  • Erkrankung des Dickdarms (z.B. Morbus Hirschsprung)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Mukoviszidose)

Wenn das Kindspech auch nach vier Tagen nicht ausgeschieden wurde wird meist ein Einlauf vorgenommen. Nur sehr selten ist eine Operation nötig.

Aber keine Angst: Etwa 99 Prozent aller Babys, die zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen, haben ihren ersten Stuhlgang innerhalb von 48 Stunden. Bei Frühchen sind es mit etwa 94 Prozent etwas weniger.

Problematisch: Mekonium im Fruchtwasser

Wenn das Kindspech zu früh (also vor oder während der Geburt) ausgeschieden wird, dann kann das problematisch werden. Dass Mekonium im Fruchtwasser ist, lässt sich an der Farbe erkennen – es färbt sich nämlich grünlich. Meist wird das nach einem Blasensprung festgestellt. Dickes und dunkles Fruchtwasser kann manchmal auch im Ultraschall festgestellt werden.

Die Geburt wird in diesem Fall meist umgehend eingeleitet, da das Risiko für das Kind steigt, dass Kindspech in die Lunge eindringt.

: alle Infos

Kommt Mekonium-haltiges Fruchtwasser in die Lunge des Babys kann das eine sogenannte Mekoniumaspiration (MAS) auslösen. Es drohen Atemnot und schwere Entzündungen.

Übrigens: Laut Schätzungen kommt es bei etwa 13 Prozent aller Geburt zu Mekonium im Fruchtwasser. Etwa zehn Prozent dieser Babys sind von einer MAS betroffen.

Wie kommt es zu einer Mekoniumaspiration?

Dass Kindspech vorzeitig ausgeschieden wird, kommt meist bei einer Übertragung (also einer Geburt nach der 40. SSW) vor. Es gibt auch noch einige andere Risikofaktoren für eine MAS:

  • Fehlbildungen der Nabelschnur
  • Plazentaschwäche (z.B. durch Infektionen)
  • Alkohol-, Nikotin- oder Drogenkonsum in der Schwangerschaft
  • Vorerkrankungen der Schwangeren (z.B. Bluthochdruck)
  • Wachstumsstörung des Babys

Vor allem eine schwere oder lange Geburt kann den Abgang von Mekonium begünstigen. Denn ein schwerer Geburtsverlauf ist mit viel Stress für das Baby verbunden.

In solchen Stresssituationen werden erstmal nur die wichtigen Organe versorgt. Zum Beispiel wird der Darm dann weniger durchblutet und der Schließmuskel lockert sich – Mekonium wird ausgeschieden.

Befindet sich das Baby zu diesem Zeitpunkt schon im Geburtskanal, dann ist das kein Problem. Es besteht keine Gefahr, dass es Kindspech einatmet.

Befindet sich das Baby noch nicht im Geburtskanal, kann es das mekonium-haltige Fruchtwasser einatmen – eine MAS ist die mögliche Folge.

Mekonium in der Lunge – was bedeutet das?

Im Falle einer Mekoniumaspiration werden sofort nach der Geburt die Fremdkörper aus der Lunge abgesaugt. Gegebenenfalls werden auch die Bronchien  gespült.

Normalerweise besteht für dein Kind danach kein Risiko mehr.

Häufig gestellte Fragen zum Kindspech

Wie riecht Kindspech?

Wie lange dauert das Kindspech?

Wie viel Kindspech ist normal?

Wie oft wird Kindspech ausgeschieden?

Quellen

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