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Können Babys Albträume haben?

vonSonja Hagl

Plötzlich wacht das Baby auf – scheinbar ohne Grund. Könnten Albträume daran schuld sein? Ab wann träumen Babys?

vonSonja Hagl
© Unsplash/ Michal Bar Haim

Wie genau schlafen Babys?

Babys schlafen bis zu 18 Stunden über den Tag und die Nacht verteilt – manche mehr, manche aber auch weniger. Dabei wachen sie in regelmäßigen Abständen auf und unterbrechen ihren Schlaf vier- bis fünfmal in der Nacht.

: Wie schlafen Babys?

Unser Schlaf besteht aus zwei Phasen. Schlafen wir ein, fallen wir in den Tiefschlaf. Danach wechseln wir in den oberflächlichen Schlaf. Hier bewegen sich die Augen schnell hin und her. Deswegen nennt man diese Phase REM-Schlafphase (Rapid Eye Movements). In dieser Zeit träumen wir.

Können Babys träumen?

Jein! Die Schlafforschung ist sich zwar sicher: Babys sind schon im Mutterleib so weit entwickelt, dass sie theoretisch träumen können.

Etwa ab der 24. bis 33. Schwangerschaftswoche ist Forscher rapide Hirntätigkeit bei schlafenden Babys im Mutterleib nachweisbar. Sie befinden sich ab diesem Zeitpunkt immer wieder in der REM-Phase.

Ab diesem Zeitpunkt könnten Babys theoretisch träumen. Ob sie es wirklich tun, lässt sich aber nicht definitiv bejahen.

Forscher vermuten, dass Babys innerhalb des ersten Lebensjahres definitiv anfangen zu träumen. Da Babys am Tag danach nicht von ihren Träumen berichten können, lässt sich der genau Zeitpunkt, ab wann Babys träumen, nicht genau bestimmen.

REM-Schlaf wichtig für die Entwicklung

Im ersten Lebensjahr schlafen Babys sehr viel. Und das ist auch gut so: Im Schlaf verarbeiten sie die Eindrücke des Tages – das Gehirn knüpft dabei neue Verbindungen von Gehirnzellen. Babys machen also auch nachts große Entwicklungssprünge.

Wie träumen Babys?

Schlaf- und Traumforscher David Foulkes geht in seinem Buch „Children’s Dreaming and the Development of Consciousness“ davon aus, dass Babys und Kleinkinder in statischen Bildern träumen.

Bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren träumen Babys und Kleinkindern nicht in Filmen, sondern in Bildern. Foulkes nimmt an, dass ihnen die räumliche Vorstellungskraft für bewegte Träume fehlt – diese entwickelt sich im Alter zwischen fünf und neun Jahren.

Wovon träumen Babys?

Wovon Babys genau träumen lässt sich leider nicht genau bestimmen. Man kann aber davon ausgehen, dass die Träume von Babys, wie auch Träume von Kindern und Erwachsenen, auf täglich neu gewonnenen Eindrücken, Gefühlen und Erlebnissen basieren. Diese können sowohl positiv als auch negativ in Erinnerung bleiben.

Können Babys schon Albträume haben?

Albträume können verschiedene Auslöser haben. Laut der Schlafforschung kann vor allem Stress oder beängstigende Situationen am Tag nachts schlechte Träume auslösen. Da Babys mit diesen Dingen meist noch nicht konfrontiert sind, wird angenommen, dass sie wahrscheinlich auch noch keine Albträume haben.

Wann genau Albträume beginnen, lässt sich nicht bestimmen.

Fakt ist jedoch, im Kleinkinderalter kommen Albträume häufiger vor.

: Kleinkinder haben oft Albträume

Kleinkinder bekommen mit, wenn die Eltern sich streiten. Sie verstehen Gruselgeschichten, die ihnen ein Geschwisterkind erzählt. Diese Erfahrungen können Albträume begünstigen. Ab dem dritten Lebensjahr befinden Kinder sich außerdem in der magischen Phase. Jetzt glauben sie, dass all die furchteinflößenden Monster real sind.

Wie du ein Kind nach einem Albtraum beruhigen kannst, liest du hier:

: Albtraum gehabt?

Warum schläft mein Baby dann so schlecht?

Wenn dein Baby in den ersten Lebensmonaten sehr unruhig schläft und plötzlich aufwacht, dann ist das meist normal. Hierbei handelt es sich um die normalen Schlafphasen deines Kindes.

: Schlafrhythmus

Organische Ursachen für Schlafprobleme sind bei Babys eher selten. Ist dein Baby tagsüber jedoch plötzlich quengeliger oder übermüdet, solltest du das auf jeden Fall mit deinem Kinderarzt besprechen.

Manche Babys haben Probleme, allein in den Schlaf zu finden. Wie du deinen Babys helfen kannst, wenn es nicht schlafen will, kannst du in unserem Ratgeberartikel nachlesen.

Quellen

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