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Ab wann krabbeln Babys? + Tipps zum Krabbeln lernen

Ab wann krabbelt mein Baby?
Jetzt geht's los: Wenn das Baby krabbeln lernt.
© Unsplash/ picsea

Nach dem Robben kommt das Krabbeln: Doch ab wann krabbeln Babys? Was, wenn mein Baby nicht krabbelt – muss ich mir Sorgen machen? Und: Woran du erkennst, dass es bald losgeht.

geprüft von Kathrin Mattes, Physiotherapeutin

Wann beginnt das Baby zu krabbeln?

Bevor dein Baby krabbeln kann, lernt es zunächst auf Händen und Knien zu balancieren. Dann findet es bald heraus, wie es sich aus dieser Position durch Verschieben der Knie nach vorn und hinten bewegen kann. Dies passiert schrittweise und erfordert viel Koordination.

Der Diplom-Psychologe Dr. Heinz Krombholz hat in einer Übersichtstabelle zusammengefasst, wann Babys krabbeln und welche Entwicklungsschritte wann passieren. Es gibt dabei Abweichungen von bis zu zwei Monaten.

Tabelle: Ab wann krabbeln Babys?

Entwicklung Alter
auf den Bauch drehen 4,7 Monate
auf den Rücken drehen 5,2 Monate
frei sitzen mit Hilfe 7,2 Monate
selbstständig aufsetzen 8,5 Monate
robben 7,1 Monate
krabbeln 8,5 Monate

Krabbeln ist der Beginn der effektiven, selbstständigen Fortbewegung und sorgt für eine gute Verknüpfung der linken und rechten Hirnhälfte. Das liegt daran, dass bei den diagonalen Bewegungen von Händen und Füßen beide Gehirnhälften arbeiten müssen.

Rechtes Bein und linker Arm vor, linkes Bein und rechter Arm vor: Die Überkreuzbewegungen brauchen viel Konzentration. Durch das Krabbeln werden außerdem die Muskeln des Babys für das spätere Laufen gestärkt und die Koordination der beiden Körperhälften gefördert.

Schritt 1: Erst robben, dann krabbeln

Drehen und sitzen kann es schon – der nächste Schritt steht an: Das Baby robbt. Das ist noch nicht gleich Krabbeln, denn die Beine und Arme werden zwar zur Fortbewegung genutzt – allerdings ohne dabei den Bauch zu heben. Im Durchschnitt robben Babys mit etwa 8 Monaten, da jedes Kind sein eigenes Tempo hat, kann es aber auch einen Monat früher oder später soweit sein.

Manche Kinder verzichten auch ganz auf das Robben – das ist kein Problem, da es sich dabei nicht um einen motorischen Meilenstein handelt (Physiotherapeuting K. Mattes)

Schritt 2: Wie lernt das Baby krabbeln?

Ab wann Babys krabbeln? Das ist individuell sehr verschieden, im Schnitt beginnt das Kind im 10./11. Lebensmonat damit. Aber: Die Schwankungsbreite ist sehr groß.

In Einzelfällen beginnen Babys schon mit sechs Monaten mit dem Krabbeln, allerdings sehr selten. Es gibt auf der anderen Seite auch Kinder, die mit 11 Monaten noch nicht krabbeln. (Physiotherapeuting K. Mattes)

Schritt 3: Wie beginnen Babys zu krabbeln?

Wie beginnen Babys zu krabbeln? Anzeichen für die ersten Fortbewegungsversuche deines Nachwuchses siehst du in diesem Video.

6 Anzeichen, dass dein Baby bald krabbelt

Die Reihenfolge der folgenden Punkte ist nicht genau festgelegt.

Manche Babys sitzen zuerst und krabbeln dann, andere krabbeln zuerst und sitzen erst danach. Generell kommen Sitzen, Krabbeln und Hochziehen zum Stehen meist innerhalb weniger Wochen und die Reihenfolge kann variieren.

  1. Dein Baby liegt auf dem Bauch und drückt sich mit beiden Armen vom Boden ab
  2. Dein Baby kann stabil und ohne Hilfe sitzen
  3. Dein Baby lernt, aus dem Sitzen oder der Bauchlage auf alle Viere zu gehen und auf Händen und Knien zu balancieren
  4. Dein Baby stützt sich auf Hände und Knie und schaukelt vor- und zurück
  5. Dein Baby bewegt Knie und Arme nach vorne und krabbelt schließlich

Ohne Sitzen geht gar nichts: Erst wenn dein Baby sicher allein sitzen kann, ist an Fortbewegung zu denken. Es kann dann den Kopf hoch genug halten kann und Arm-, Bein- und Rückenmuskeln sind außerdem stark genug, um ein Umfallen zu vermeiden. Sonst landen Babys gerne kopfüber auf dem Boden.

Das ist nicht ungewöhnlich und bedeutet einfach nur, dass die Muskulatur noch nicht stark genug ist, um das Baby auf allen Vieren zu halten.

: Wichtig

Setz dein Baby nicht hin, bevor es dies selbstständig tut. Warum das so wichtig ist, liest du in unserem Artikel zum passiven Sitzen: Ab wann sitzen Babys? Nicht zu früh eingreifen

Dein Baby wird erkennen, dass das Vorwärtsschieben der Knie genau das ist, was es braucht, um mobil zu werden. Außerdem wird es lernen, aus der Krabbelposition zurück in die Sitzposition zu gelangen (oder sich erstmals hinzusetzen).

Bewegungen werden koordinierter: die Gliedmaßen bewegen sich nicht parallel, sondern diagonal. Ab jetzt ist es noch eine Frage der Übung.

Was tun wenn das Baby nicht krabbeln will?

Man liest oft, dass es normal ist, wenn Babys das Krabbeln überspringen. Das stimmt jedoch nicht: Das Krabbeln gehört zur normalen Entwicklung – wenn ein Baby nicht krabbelt, hat das immer Gründe, z.B.

  • Es wurde es passiv hingesetzt oder
  • Es hat angeborene motorische Auffälligkeiten. Manche Kinder können diese später gut kompensieren, andere weniger gut.

Ergotherapeut:innen, die im Kindergarten- oder Schulkinder mit Auffälligkeiten in der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration, im Verhalten oder in der Feinmotorik behandeln, fragen immer nach der Entwicklung im Babyalter und häufig stellt sich heraus, dass das Kind nicht gekrabbelt ist. (Physiotherapeutin K. Mattes)

: Wann Hilfe suchen?

Wenn dein Baby mit 1 Jahr noch keinerlei Interesse daran zeigt, mobil zu werden (egal ob durch kriechen, krabbeln, robben) und wenn es noch nicht gelernt hat, Arme und Beine in koordinierten Bewegungen oder zumindest gleichzeitig zu benutzen, dann solltest du dich an deinen Kinderarzt wenden.

Wie kann ich mein Baby beim Krabbeln lernen unterstützen?

Wichtig ist es, sich immer vor Augen zu halten, dass jedes Kind einzigartig ist. Nur weil andere Babys vielleicht schon Krabbeln oder sogar Laufen, heißt es nicht, dass dein Baby diesen Meilenstein in der Entwicklung auch sofort erreichen muss. Lasse ihm die Zeit, die es benötigt und versuche es nicht zu drängen. Es wird in seinem ganz eigenen Tempo Krabbeln üben und lernen. Und manchmal geht es dann doch von einem Tag auf den anderen.

Hier findest du ein paar Tipps, wie du ein Baby zum Krabbeln lernen animieren kannst. Du solltest aber beachten: Zu energische Versuche können auch frustrieren. Gib deinem Baby Zeit und sieh es nicht als Training.

  1. Spielsachen knapp außerhalb der Reichweite platzieren
    Genau wie beim Greifen lernen ist kannst du dein Baby so zum Krabbeln ermutigen.
  2. Einige Schritte entfernt auf den Boden setzen
    Auch das kann dein Baby zum Krabbeln animieren.
  3. Bauchlage
    Dreh dein Baby öfter mal in die Bauchlage und zu beobachte, was es als nächstes tut. Vielleicht versucht es dann schon von ganz allein, seine Position zu verändern und sich auf alle Viere zu erheben. Aber: Babys, die kurz vorm Krabbeln lernen sind, verbringen eigentlich sowieso die meiste Zeit in Bauchlage. Ein Baby, das noch vorwiegend am Rücken liegt, wird nicht in nächster Zeit zu krabbeln beginnen.

Das Baby wird mobil: So macht man das Zuhause krabbelsicher

Egal, ab wann Krabbeln Babys neuen Lieblingsbeschäftigung wird, sobald es beginnt zu robben, solltest du an die Sicherheit denken. Ein Kind, das sich alleine fortbewegen kann, kann vieles anstellen und sich selbst in einige Schwierigkeiten bringen.

  1. Sichere Treppen durch Gitter/Türen
    Auch wenn du es jetzt vielleicht noch nicht glauben kannst: Dein Baby wird bald überall Fluchtwege suchen…
  2. Sichere alle Gefahrenquellen
    Von Steckdosen, spitze Möbelkanten und dem heißen Backofen – ab jetzt ist nichts mehr sicher! Denk auch an heiße Kaminöfen, Schränke mit Putzmitteln, …
  3. Versuche das Krabbeln zu erleichtern
    Holzfußböden, Laminat, Fliesen und glatte Böden machen für das Baby Krabbeln nicht unbedingt leichter, jedoch werden sie es auch nicht davon abhalten. Rote, wunde Knie sind dann allerdings oft die Folge und auch Hosen nutzen sich im Kniebereich schnell ab.
    Es gibt spezielle Knieschoner für Babys, die allerdings umstritten sind, da sie das nach vorn Ziehen der Knie beim Krabbeln erschweren.

In Schuhe brauchst du dein Geld jetzt übrigens noch nicht zu investieren. Dein Baby benötigt Schuhe erst, wenn es einige Zeit sicher läuft.

Zum Schutz vor kalten Füßen eignen sich meistens warme weiche Krabbelschühchen, ABS-Socken oder Lederslipper. Am allerbesten können sich Babys allerdings fortbewegen, wenn sie barfuß sind. Die Sorge vor kalten Füßen ist meist unbegründet, da das Baby ständig in Bewegung ist.

Fragen zum Thema

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Quellen

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