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Krebsverdächtige Mineralöle in Säuglingsmilch von Nestlé und Novalac gefunden

Die Verbraucherorganisation foodwatch fordert den Verkaufsstopp und Rückruf von drei Säuglingsmilch-Produkten von Nestlé und Novalac. In ihnen wurden potenziell krebserregende Stoffe gefunden.

© Bigstock/ igor stevanovic

Mineralöl in Säuglingsmilch gefunden

Insgesamt wurden 16 Säuglingsmilch-Produkte aus Deutschland, Frankreich und den Niederladen im Auftrag von foodwatch von drei unterschiedlichen Laboren getestet. In drei von vier Produkten, die in Deutschland und Österreich verkauft werden, wurden Rückstände von aromatischen Mineralölen (MOAH) gefunden. Diese Mineralölbestandteile stehen im Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein.

Diese Produkte sind betroffen

  • Novalac Säuglingsmilchnahrung PRE, 400g (in Apotheken erhältlich)
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.03.2020
    Belastung mit MOAH: 0,5 mg/kg
  • Nestlé BEBA OPTIPRO PRE Pulver, 800 g, von Geburt an
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020
    Belastung mit MOAH: 3,0 mg/kg
  • Nestlé BEBA OPTIPRO 1 Pulver, 800 g, von Geburt an
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 10/2020
    Belastung mit MOAH: 1,9 mg/kg

In dem vierten getesteten Produkt „Beba Optipro 3, 800g, ab dem 10. Monat“ wurden keine MOAH-Rückstände gefunden.

Schon im April 2019 wurden von Öko-Test 16 Muttermilchersatz-Pulver getestet – in fast allen Produkten wurde eine erhöhte Menge an mineralölartigen Stoffen festgestellt.

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Verunreinigungen könnten durch die Verpackungen entstehen

Foodwatch geht davon aus, dass die Rückstände von den Weißblechdosen-Verpackungen in die Produkte übergegangen sein könnten. Aber auch die Maschinen, die für die Verarbeitung der Säuglingsmilch-Produkte eingesetzt werden, können für die Verunreinigung verantwortlich sein.

Die Verbraucherorganisation rät Eltern trotzdem, ihren Kindern vorsorglich keine Säuglingsmilch-Produkte aus Weißblechdosen zu füttern, bis definitiv belegt werden kann, dass die Produkte keine Mineralöle enthalten.

Mineralölvereinigungen in Lebensmitteln – seit Jahren ein Problem

Die Gefahren von Mineralölverunreinigungen in Lebensmitteln sind seit Jahren bekannt. Und obwohl auch die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) die aromatischen Mineralöle selbst in kleinsten Mengen als potenziell krebserregend einstuft, gibt es immer noch keine gesetzlichen Grenzwerte für Lebensmittel.

Eine Untersuchung von foodwatch aus dem Jahr 2015 untersuchte beispielsweise 120 verschiedene Lebensmittel wie Reis, Nudeln und Cornflakes. Das Ergebnis: 43 Prozent der Produkte enthielten MOAHs. Foodwatch fordert (besonders bei Babynahrung) sollte eine Null-Toleranz gelten – deswegen wurde jetzt auch eine Petition gestartet.

Petition für den Verkaufsstopp und Rückruf gestartet

Foodwatch fordert in der jetzt gestarteten Petition „Mineralöl raus aus der Babymilch!“ die Hersteller Nestlé und Novalac auf, die Produkte mit Mineralöl-Rückständen zurückzurufen und Eltern zu warnen.

Die enthaltenen aromatischen Mineralöle […] haben gerade in Lebensmitteln für Neugeborene nichts zu suchen! Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass diese Produkte gesundheitlich absolut unbedenklich sind.

Verbraucherinnen und Verbraucher können diese Petition unterstützen und damit Händler sowie Apotheken auffordern, den Verkauf der belasteten Produkte zu stoppen.

Quellen