Wenn das Baby Luft im Bauch hat: Hilfe, Prävention und Gründe

Wenn das Baby Luft im Bauch hat: Hilfe, Prävention und Gründe

Die Horrorvorstellung frischgebackener Eltern: Der Säugling brüllt vor Schmerzen und lässt sich durch nichts beruhigen. Grund ist oft Luft im Bauch, die schlimme Schmerzen auslösen kann. Hier findest du Hilfe zur Linderung von Blähbauch-Beschwerden, Tipps, um Luft im Bauch vorzubeugen und eine Checkliste, ab wann du einen Arzt aufsuchen solltest.

Die wichtigsten Tipps gegen Baby-Bauchschmerzen hat eine Hebamme im Video zusammengefasst:

Hebammen-Tipps: Das hilft deinem Baby bei Bauchschmerzen

Das kannst du tun, wenn dein Baby Luft im Bauch hat

Kinderärzte gehen davon aus, dass circa zehn bis 15 Prozent aller Babys unter schmerzhaften Blähungen leiden. Bei Luft im Bauch gibt es zwei Säulen der Hilfestellung: Vorbeugen, sodass es erst gar nicht zu übermäßig viel Luft im Bauch kommt, sowie Hilfe im Akutfall. Hier findest du Tipps zu beiden Bereichen:

Luft im Bauch: 6 Tipps zur Linderung

Macht zu viel Luft im Bauch deinem Baby das Leben schwer, kannst du einige Dinge ausprobieren, um ihm zu helfen:

  1. Fliegergriff
    Der Fliegergriff hilft dabei, beim Baby Darmwinde entweichen zu lassen. Bei dieser speziellen Haltung legst du dir dein Baby mit dem Bauch über deinen Unterarm. Sein Köpfchen ist entweder zu deiner Hand hin ausgerichtet oder liegt in deiner Ellenbeuge.
  2. Massagen
    Lege dein Baby sanft auf den Rücken und hilf ihm mit einer Massage dabei, dass die Luft aus seinem Bäuchlein entweichen kann. Dafür massierst du mit Mittel- und Zeigefinger seinen Bauch sanft im Uhrzeigersinn. Eine Creme auf Kümmelöl-Basis kann dabei unterstützend wirken.
  3. Tee
    Bei Babys, die schon mit Beikost begonnen haben, kann Kümmel- oder Fencheltee gegen zu viel Luft im Bauch helfen.
  4. Kirschkernkissen
    Lege ein warmes Kirschkernkissen auf den Bauch deines Babys, um seine Beschwerden zu lindern.
  5. Tragetuch
    Trägst du dein Baby im Tragetuch, können Darmwinde durch die aufrechte, angehockte Haltung leichter entweichen.
  6. Helfer aus der Natur
    Natürliche Mittel wie Kümmelzäpfchen oder Kamille können dein Baby unterstützen, die angestaute Luft im Bauch wieder loszuwerden. Lass dich von deinem Kinderarzt oder Hebamme beraten.

Luft im Bauch vorbeugen

Fütter-Position

Bei Kindern, die das Fläschchen bekommen, kann es helfen, sie in möglichst aufrechter Position zu füttern und dabei darauf zu achten, dass die Milch in der Flasche nicht schaumig vom Schütteln ist.

Der richtige Sauger

Auch der richtige Sauger ist wesentlich. Babys Mund muss sich optimal darum schließen können, damit beim Trinken nicht versehentlich zu viel Luft mitgeschluckt wird. Anti-Kolik-Sauger haben sich hier besonders bewährt. Auch kannst du gegebenenfalls versuchen, die Marke der Flaschennahrung zu wechseln.

Video-Empfehlung

Bäuerchen machen

Ob Stillkind oder Flaschenkind: Bei vielen Babys ist das Bäuerchen nach der Milchmahlzeit zwingend notwendig, um Luft im Bauch vorzubeugen. Lege dein Baby nach dem Trinken dazu mit dem Bauch über deine Schulter und klopfe sachte auf seinen Rücken, damit es aufstoßen kann. Alternativ kannst du das Bäuerchen auch in einer sitzenden Position (Baby mit dem Rücken zu dir) oder im Fliegergriff locken.

Ernährung der Mutter

Zwar gibt es keine Studien, die das zweifelsfrei belegen, aber bei manchen gestillten Babys soll es helfen, wenn die Mutter auf blähende Nahrungsmittel verzichtet.

Viel Luft im Bauch: Wann zum Arzt?

Nicht immer ist es ratsam, Bauchschmerzen und Koliken deines Babys selbst zu behandeln. Manchmal kann eine ernsthafte Erkrankung hinter zu viel Luft im Bauch stecken oder aber auch eine Unverträglichkeit gegen Milch(-pulver).

Luft im Bauch: Anzeichen von Krankheiten

  • Dein Baby wirkt antriebslos und hat zusätzlich zu den Magen-Darm-Beschwerden Fieber
  • Der Stuhlgang deines Babys ist ungewöhnlich fest oder schaumig flüssig
  • Der Stuhl deines Kindes weist Schleim- und/oder Blutspuren auf
  • Dein Baby verweigert das Trinken und/oder nimmt nicht zu
  • Die Blähungen und das Schreien treten bei/nach jeder Milchmahlzeit auf

Luft im Bauch: Gründe

Die sogenannten Dreimonatskoliken, also vermehrte Luft im Bauch des Neugeborenen, können jedes Baby treffen. Hauptursache dafür ist wohl der zu wenig ausgereifte Magen-Darm-Trakt. Die Darmflora befindet sich im Aufbau, Verdauungsenzyme sind noch recht spärlich vorhanden. Dazu kommt, dass durch das Trinken, Schreien oder manchmal auch einfach nur durch das Atmen Luft in Babys Bauch gelangt. Bauchschmerzen und Blähungen sind die unschöne Folge. Zum Glück sind Koliken häufig tatsächlich scheinbar von einen Tag auf den anderen vorbei. Der Magen-Darm-Trakt arbeitet dann effektiver, das Baby hat den Trinkprozess perfektioniert und bewegt sich überdies mehr.

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