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Blähungen & Bauchweh beim Baby: 11 Tipps, die helfen

vonPhiline Matzen

Babys leiden oft in den ersten 10 bis 12 Lebenswochen an Bauchweh durch Luft im Bauch und Blähungen, obwohl sie kerngesund sind. So kannst du deinem Baby helfen.

vonPhiline Matzen

Woran erkenne ich, dass mein Baby Blähungen hat?

Häufig kommt es in den ersten drei Lebensmonaten zu Blähungen. Kinderärzte gehen davon aus, dass circa zehn bis 15 Prozent aller Babys deswegen unter Bauchweh leidet.

Durch die Luft im Bauch sind Babys dann sehr unruhig und können stundenlang schreien. In diesem Zeitraum kann es (muss aber nicht) sich auch um 3-Monats-Koliken handeln. An diesen Symptomen erkennst du Baby-Bauchschmerzen durch Blähungen:

  • harter Bauch
  • Verdauungsprobleme
  • schreien und/oder Weinen
  • Appetitlosigkeit
  • Baby zieht die Beine an
  • Erbrechen

Was löst Blähungen bei Babys aus?

Früher hieß es, dass schreiende Kinder an Blähungen und Bauchschmerzen leiden. Heute geht man davon aus, dass der Blähbauch erst in Folge des Schreiens entsteht, da das Baby Sauerstoff verschluckt und sich viel Luft im Bauch sammelt.

Die Ursachen für Blähungen beim Baby sind nicht immer eindeutig. Es steht fest, dass jedes Baby ganz natürlich Blähungen hat. Wenn sie nicht ausgestoßen wird, entsteht ein schmerzhafter Druck.

Durch das Trinken und Schlucken von Milch entsteht zusätzlich Luft im Bauch, die Bauchschmerzen verursachen.

Babys, die gestillt werden, können Blähungen auch durch die Mutter bekommen. Hat sie blähende Lebensmittel, wie Kuhmilch getrunken oder Zwiebeln gegessen, kann das durch die Muttermilch auf das Baby übergehen und einen Bauchweh verursachen.

Wann hören die Blähungen beim Baby auf?

Der Darm der Kleinen ist ab dem 4. bis 5. Lebensmonat ausgereifter, sodass Luft im Bauch und Bauchweh dann nicht mehr allzu oft auftreten. Das Baby hat zudem gelernt, wie es drücken muss, sodass die Luft rauskommt und sich nicht zu schmerzlichen Bauchschmerzen anstaut.

11 Hausmittel und Tipps gegen Baby-Bauchweh

Was tun wenn Baby Blähungen hat? Hier findest du 11 Hausmittel und Tipps, die wirklich helfen:

  • Bauchmassage beim Baby
    Dabei massierst du den Bauch deines Babys sanft im Uhrzeigersinn. Die Bauchmassage für dein Baby regt den Darm an und zeigt, ob das Baby berührungsempfindlich ist. Wenn ja, solltest du den Arzt anrufen.
  • Fliegergriff
    Für den Fliegergriff legst du den Bauch des Babys auf deinen Unterarm und schiebst die freie Hand unter den Bauch. Achte darauf, dass das Köpfchen in stabiler Lage auf dem Arm liegt. Wärme und Druck helfen gegen die Beschwerden.
  • Tragen
    Das Baby in ein Tragetuch oder in die Trage packen. Die Körperwärme, Nähe und die aufrechte Haltung mit angewinkelten Beinen wirkt wie ein Wunder gegen Blähungen und Bauchschmerzen.
  • Wärme
    Entweder die warme Hand auf den Babybauch legen oder die Füße wärmen, indem du dein Baby badest und ihm danach Socken anziehst.
  • Kümmelöl
    Das Kümmelöl oder die Salbe etwa 1 cm lang unterhalb des Bauchnabels einmassieren. Die Anwendung darf nur rein äußerlich erfolgen.Am Anfang ist es besser das Öl zu verdünnen. Auch Kümmelzäpfen haben sich bewährt, jedoch ist hier eine Absprache mit dem Arzt empfehlenswert.
  • Leichte Bein-Übungen
    Übungen sind auch ein gutes Mittel gegen Blähungen und Bauchweh. Dabei winkelst du die Beine des Babys an und drückst sie ganz sanft in Richtung Bauch. Nach etwa 30 Sekunden werden die Beine wieder gestreckt. Diesen Ablauf ein paar Mal wiederholen. Alternative: Mit den Babybeinen Fahrrad fahren.
  • Kräutertee
    Bereits wenige Löffel Tee können krampflösend wirken. Verwende am besten Anis-, Fenchel-, oder Kümmeltee. Stillmamis können den Tee auch selbst trinken, sodass er in die Muttermilch übergeht. Wichtig ist, dass der Tee zuckerfrei ist.
  • Kirschkernkissen
    Kirschkernkissen erwärmen und auf den Bauch legen oder das Kirschkernkissen auf das Stillkissen platzieren und das Baby bäuchlings darauflegen.
  • Tropfen
    „Sab simplex“-Tropfen vor der Mahlzeit verabreichen oder in die Flaschennahrung geben (diese schäumt dann nicht mehr so, die Kleinen schlucken weniger Luft). Die Tropfen werden nicht vom Körper aufgenommen, sondern lösen im Darm die Luftbläschen auf und verhindern somit Blähungen.
  • Flaschensauger
    Bei der Flasche nur Sauger mit kleinen Sauglöchern verwenden (Tee- und Ventilsauger). Zu empfehlen ist der „Habermann“-Sauger von Medela (gibt es in der Apotheke). Milchflasche erst geben, wenn keine Luftbläschen mehr in der Nahrung sind.
  • Auf dem Bauch
    Wenn das Baby wach ist, kann es durchaus mal eine Weile auf dem Bauch liegen. Dabei entweichen Blähungen, Luft im Magen und überschüssige Milch ganz von allein, bevor sie Bauchweh bereiten.

Homöopathische Mittel gegen Blähungen

  • Viburcol-Zäpfchen
    Viburcol für Babys wirkt entblähend und entkrampfend. Es ist zur Behandlung von Unruhezuständen und banalen Infekten bei Kindern geeignet.Inhaltsstoffe: Kamille (D1), Belladonna (D2), Plantago major (D3), Pulsatilla (D 2) und Calcium Carbonicum Hahnemanni (innere Teile der Austernschale, D 8).

Auch verschiedene Globuli können helfen:

  • Chamomilla D30: 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden
  • Calcium Carbonicum Hahnemanni D6: 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden
  • Calcium phosphoricum D6: 5 Globuli alle 2 bis 3 Stunden

Wann zum Arzt?

Auch wenn Blähungen bei Babys nichts Ungewöhnliches sind, kann es in selten Fällen ernsthafte Gründe haben. Normale Blähungen sollten nach wenigen Stunden verschwinden. Gehäufte Bauchschmerzen können auf Erkrankungen, wie eine Nahrungsmittelunverträglichkeit (z.B.: Laktoseintoleranz) hindeutet.

Gründe für einen Arztbesuch:

  • Schreiattacken nach jeder Mahlzeit
  • Trinkverweigerung
  • Fieber
  • Stuhlgang ist ungewöhnlich fest oder schaumig flüssig
  • Baby nimmt nicht zu

Tipps von der Hebamme

Kann ich Blähungen & Bauchweh vorbeugen?

Blähungen kannst du vorbeugen, indem du darauf achtest, wie die Flasche an das Baby oder das Baby an die Brust gelegt wird. Flaschenbabys neigen häufiger zu einem Blähbauch als Stillkinder.

Das hängt vermutlich damit zusammen, dass Flaschenbabys den Milchfluss nicht so gut kontrollieren können, wie beim Stillen. Aber auch Stillkinder verschlucken Luft. Deshalb das Baby nicht liegend, sondern in halbaufrechter Position trinken lassen. Nach der Mahlzeit sollte das Kind ein Bäuerchen machen, damit es die Luft aufstoßen kann.

Wenn du stillst, überprüfe ob du Nahrung oder Getränke zu dir nimmst, die blähend wirken können, zum Beispiel diverse Kohlarten, Zwiebeln, Bananen, Hülsefrüchte, Trauben oder Milch, Orangensaft und Kaffee.

Baby quält sich nachts mit Blähungen

Häufig treten Blähungen abends auf, was schnell zu einer schlaflosen Nacht führen kann. Damit euch das erspart bleibt, gibt es ein paar Tricks, damit die Nacht erholsam wird:

  • Locker sitzender Schlafanzug
  • Baby-Bauchmassage mit Kümmelöl
  • Warmes Bad vor dem Einschlafen
  • Warmes Kirschkernkissen für den Bauch
  • Frühe letzte Stillmahlzeit und danach nur noch mit Tee zufüttern.

Quellen

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