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Mastitis: Kann ich bei einer Brustentzündung stillen?

Eine Mastitis ist eine schmerzhafte Entzündung der Brustdrüse. Frischgebackene Mamas leiden häufig an so einer Brustentzündung. Diese Mastitis Symptome solltest du daher kennen. Außerdem klären wir, ob du trotz einer Mastitis stillen kannst.

Eine Mastitis trifft oft frischgebackene Mütter
Eine Mastitis trifft oft frischgebackene Mütter
© Bigstock/ Rodrigobark

Mastitis nicht verharmlosen

Bei einer Mastitis entzündet sich die Brustdrüse und das kann für dich ziemlich schmerzhaft werden. Wichtig ist jetzt, gleich zu reagieren. Doch das Tückisch ist, dass eine Brustentzündung meist mit einem Milchstau beginnt und daher leicht verwechselt und somit verharmlost werden kann. Der entsteht, wenn über längere Zeit mehr Milch produziert wird, als das Baby trinken kann. Die überschüssige Muttermilch staut sich dann in der Brust. Das äußert sich vor allem in einem unangenehmen Spannungsgefühl und geröteten Stellen auf der Haut. Sorgst du jetzt nicht dafür, dass die Milch irgendwie abfließt – durch Stillen, Abpumpen oder indem du die Brust ausstreichst – kann sich das Brustgewebe entzünden. Bei folgenden, deutlichen Symptomen einer Mastitis solltest du zum Arzt gehen.

Mastitis Symptome im Überblick:

  • Schmerz- und Spannungsgefühl in der Brust
  • deutlich gerötete Haut der Brust
  • die Brust fühlt sich geschwollen und heiß an
  • du kannst deutliche Verhärtungen spüren
  • du hast Fieber: Temperaturen über 38,5 oder sogar 39 Grad Celsius
  • du fühlst dich schlapp und erschöpft

So kann eine Brustentzündung aussehen

 

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This is mastitis. After hitting the 1 year breastfeeding mark last Sunday I felt compelled to share my story. Breastfeeding did NOT come easy for me. My milk came in after 5 days. I wasn't aware that it could take that long, I didn't even necessarily know what "milk coming in" meant. (Nobody ever taught me.) I was the only mother breastfeeding on my ward. One women did try to breastfeed, but switched to formula after 12 hours because she "had no milk" (nobody taught her either.) While the other babies slept with full bellies, my son screamed and cried attached to my breast through the night. (What was cluster feeding? Nobody told me) When I got home, problems started to arise-my nipple literally cracked in half. I have never felt such pain, I dreaded every feed, but persisted with tears in my eyes until I was healed. (Nobody taught me that breastfeeding could be painful, nobody taught me what a good latch looked like) When feeding my son out in public I would either go to the bathroom or pump at home and feed him with a bottle. Because I felt embarrassed and as though I would make others uncomfortable. This resulted in clogged ducts and engorgement. (I feed freely in public now, and have done for a long time. Fuck this backwards society!) Then came mastitis. I remember waking up at 3am shivering, putting on my dressing gown and extra blankets and trying to feed my son. The pain. It was excruciating. I was shaking and sweating but freezing to my bones. At 5 am I woke up my boyfriend and told him I thought I needed to go to the hospital. We got my stepdad, a doctor, he took my temperature and said it was slightly high, but to take a paracetamol and try and sleep. 7am comes, I've had no sleep, and now I'm vomiting, he takes my temp again. 40 c. I had developed sepsis overnight. This was because I was not able to recognise the more subtle signs of mastitis (as I had seen no redness that day) I was rushed to resus, given morphine, anti sickness and the strongest antibiotics they could give, and separated from my baby for two nights. I was Heartbroken. Continued in comments…

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Mastitis & Stillen: Kann ich mit Brustentzündung stillen?

Eine Mastitis tritt besonders häufig im Wochenbett auf, also in den ersten sechs bis acht Wochen nach der Geburt. In dieser Zeit ist alles im Umbruch – körperlich wie psychisch. Das Immunsystem ist noch geschwächt und dein Körper daher anfälliger für Infektionen. Auch müssen sich Mama und Baby erst kennenlernen und einen gemeinsamen Stillrhythmus entwickeln. Bei den meisten ist der Start jedoch etwas holprig und ein Milchstau daher nicht untypisch. Sollte sich deine Brust entzündet haben, liegt das also nicht daran, dass du etwas falsch gemacht hast.

Und du musst dir auch keine Sorgen machen, dass du dich deswegen nicht mehr richtig um dein Kind kümmern kannst. Denn du kannst trotz einer Mastitis stillen! Deinem Baby schadest du damit nicht. Laut dem aktuellen Forschungsstand ist es sogar zu empfehlen bei einer Brustentzündung weiter zu stillen. Das regelmäßige und vollständige Entleeren der Brust beschleunigt die Heilung, erklärt auch die nationale Stillkomission.

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Häufig haben Mütter auch Bedenken, dass das Stillen mit einer Mastitis zu schmerzhaft sein könnte. Wir machen dir hier nichts vor, ein Vergnügen ist das Anlegen an der entzündeten Brust sicher nicht. Aber du wirst schnell eine Erleichterung fühlen, wenn das Baby die Brust entleert. Hebammen empfehlen allerdings, die Stillmahlzeit an der gesunden Brust zu starten. Durch das Saugen wird der Milchfluss angeregt und das macht auch das Stillen an der entzündeten Brust leichter.

Um dir zusätzlich Linderung zu verschaffen, kannst du deine Brust vor dem Stillen mit Wärme behandeln: zum Beispiel mit warmen Kompressen. Das erweitert das Brustgewebe und die Milch kann leichter abfließen. Nach dem Stillen hilft Kühlen. Entweder du verwendest dafür ein Kühlpad oder du versuchst dich an Quarkwickeln. Hebammen schwören auf diesen Trick bei einer Mastitis. Der Quark hat den Vorteil, dass er nicht nur kühlt, sondern auch entzündungshemmend ist. Ein weiterer typischer Hebammen-Tipp sind Kohlwickel. Auch sie sollen einen kühlenden und entzündungshemmenden Effekt haben. Sieht dann ein bisschen aus, wie Arielle aus dem Gemüsebeet – aber wenn es hilft.

Mastitis-Therapie: Behandlung mit Antibiotikum

Bei einer akuten Brustentzündung ist es wie gesagt wichtig, schnell zu handeln. Schon bei den ersten Mastitis Symptomen solltest du deine Hebamme oder einen Arzt kontaktieren. Vor allem hohes Fieber ist immer ein deutliches Warnsignal des Körpers! Der Berufsverband der Frauenärzte e.V. erklärt auf seiner Info-Website Frauenärzte im Netz: „Die Behandlung sollte möglichst schnell begonnen werden und erfolgt abhängig vom Stadium der Entzündung. Zu einem frühen Zeitpunkt wird die Milchproduktion der Brust mit Medikamenten etwas gedrosselt; die Mutter sollte dabei weiterstillen, damit die Brust gut entleert wird. Anschließend kann eine Behandlung mit Antibiotika erfolgen.“ Heutzutage gibt es spezielle Präparate für stillende Mütter, die auch für das Baby absolut unbedenklich sind. Du kannst das Medikament also ruhigen Gewissens einnehmen.

Wird die entzündete Brust nicht behandelt, kann sich ein Abszess bilden. Der muss dann operativ entfernt werden. Aber soweit kommt es bei einer Mastitis nur selten.

Kann ich einer Mastitis vorbeugen?

Es gibt leider nicht diesen einen genialen Tipp, den du beachten kannst, damit eine Mastitis erst gar nicht entsteht. Du kannst aber auf jeden Fall auf eine korrekte Stillposition achten und darauf, dass dein Baby immer deine ganze Brust entleert. Klappt das nicht, weil du vielleicht zu viel Milch produzierst, solltest du deine Brust ausstreichen oder den Rest abpumpen.

Auch entzündetet Brustwarten können eine Mastitis begünstigen. Daher ist es wichtig, dass du vor und nach dem Stillen auf gute Hygiene achtest. Über Risse in der Brustwarze oder des Warzenvorhofs können Bakterien leicht in die Brust eintreten. Die häufigsten Erreger sind Staphylokokken oder Streptokokken.

Nimm das Wochenbett ruhig wörtlich und gönn dir nach der Geburt viel Ruhe im Bett. Denn es ist tatsächlich so, dass ein Milchstau häufig durch Stress entsteht. Indem du alles möglichst entspannt angehst, senkst du das Risiko einer Brustentzündung. Leider wissen wir selbst, dass dieser einfache Tipp mit einem Neugeborenen fast unmöglich umzusetzen ist.

Quellen