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Mein Sohn war ein Schreibaby!

Bevor man ein Baby bekommt, hat man keine Vorstellung davon, was einen erwartet. Und dann ist natürlich auch noch jedes Kind anders. Der Sohn unserer Autorin Daniela Kirschbaum war in seinem ersten Lebensjahr durchaus eine Herausforderung. Dennoch hat sie diese Zeit irgendwie überstanden. Und: Es wurde besser! Viel besser!

Ablegen? Sitzen? Schlafen? Da geht der Schreialarm an!
Ablegen? Sitzen? Schlafen? Da geht der Schreialarm an!
© Bigstock

Sind denn wirklich alle Babys so unzufrieden?

Es fing schon nach der Geburt im Krankenhaus an. Während die meisten Babys in ihren ersten Lebensstunden und -tagen erschöpft schliefen und irgendwie selig aussahen, war meines hellwach und laut. Schon damals schien unser Sohn nur zufrieden zu sein, wenn man ihn durch die Gegend schleppte, damit er etwas sehen konnte. Ich weiß noch, dass mein Schwager, als er uns nach der Geburt besuchte, ganz verdutzt meinte: „Der sieht einen ja direkt an! Echt ungewöhnlich!“ Wie auch immer: Dieses Baby schlief gefühlt nie und war nur dann zufrieden, wenn es auf Mamas oder Papas Arm in Bewegung war.

Friedliche Babys? Irgendwie unheimlich

Ablegen? Ging nicht, dann schrie er! Schlafen? Ging nicht, dann schrie er! Zu wenig Action? Ging nicht, dann schrie er! Man merkt schon: Er schrie ziemlich viel! Ich weiß nicht, ob er tatsächlich die Kriterien eines „echten“ Schreibabys erfüllte. Immerhin gab es Möglichkeiten, ihn zur Ruhe zu bringen, indem man ihn trug und ihm möglichst viel Anreiz bot. Wir waren also viel mit dem Tragetuch unterwegs…

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Damals habe ich gar nicht weiter darüber nachgedacht, ob diese große Unzufriedenheit normal ist oder nicht. Er war halt einfach so. Und wir fügten uns! Aber eines weiß ich noch ganz genau: Jedes Mal, wenn ich irgendwo ein Baby total zufrieden und still für sich alleine auf dem Rücken liegen sah, kam mir das absolut unheimlich vor. Das kannte ich so ja auch überhaupt nicht!

Je mobiler, desto weniger Geschrei

Im Nachhinein betrachtet bin ich heilfroh, dass mein Söhnchen ein motorischer Frühstarter war. Mit knapp sechs Monaten krabbelte er auf allen Vieren durchs Haus, mit sieben Monaten zog er sich hoch und spazierte an Möbelstücken entlang. Mit diesen Entwicklungsschritten wurde er endlich, endlich zufriedener! Plötzlich war er ausgeglichener, schrie weniger und brauchte uns nicht jede einzelne Sekunde als Mittel zum Zweck! Endlich konnte er sich seine Anreize allein holen! Ein schlechter Schläfer blieb er trotzdem! Bis heute braucht dieses Kind übrigens kaum Schlaf…

Mit der Trotzphase hat er uns verschont

So anstrengend und fordernd diese ersten sechs, sieben Monate mit dem Zwerg waren, danach wurde es richtig lässig! Auch wenn zu Beginn nichts darauf hingewiesen hat: Dieses Kind ist ausgeglichen und in sich ruhend. Stets in Bewegung, bringt ihn dennoch so schnell nichts aus der Ruhe. Die Trotzphase hat er dankenswerter Weise so gut wie ausgelassen und ist heute ein absolut pflegeleichtes Kind. Wir scherzen oft, dass er uns das nach den anstrengenden ersten Monaten auch irgendwie schuldig ist…

Insgeheim aber sind wir überzeugt: Er hat sich so entwickelt, weil wir ihm gerade in den ersten Monaten das gegeben haben, was er eben brauchte! Ohne es zu hinterfragen.

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