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Meningokokken-Sepsis: Seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung für Babys und Kleinkinder

Fieber, Durchfall, Lethargie – Julias (Name geändert) sieben Monate altes Baby war offensichtlich krank. Sie ahnte nicht, dass sie kurze Zeit später um das Leben ihrer Tochter Isabella (Name geändert) kämpfen würde.

Isabellas Beine sind stark betroffen und vernarbt durch die Meningokokken-Erkrankung.
Isabellas Beine sind stark betroffen und vernarbt durch die Meningokokken-Erkrankung.
© Peter Yang / GSK

Diagnose Meningokokken-Sepsis

Was sich zunächst als Grippesymptome zeigte, endete in einem Alptraum: Als Isabellas Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, beschloss ihre Mutter sie ins Krankenhaus zu bringen. Aber Isabellas Symptome ähnelten zu sehr einem grippalen Effekt, weswegen sie nicht stationär aufgenommen wurden. Nicht mal eine Stunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen.

Die Mutter machte sich wieder auf den Weg ins Krankenhaus, allerdings in ein anderes. Hier wurde zunächst vermutet, dass Isabella eine Sepsis nach einem Harnwegsinfekt habe.

Zwölf Stunden nachdem die ersten Symptome aufgetreten waren, breiteten sich an Isabellas ganzem Körper Hauteinblutungen aus. Dadurch konnte eine Blutvergiftung durch Meningokokken (Meningokokken-Sepsis) bestätigt werden – eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung.

©  Peter Yang / GSK
© Peter Yang / GSK

Meningokokken-Sepsis kann langwierige Folgen haben

Glücklicherweise hat Isabella überlebt. Dennoch war ihr Weg nicht leicht. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge. Und als wäre das nicht schon genug, steckte sie sich auch noch mit einem Krankenhauskeim an. In ihrem kurzen Leben war sie dadurch schon mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Bei etwa einem von fünf Meningokokken-Erkrankten bleiben Folgeschäden wie Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust zurück. Eine Blutvergiftung durch Meningokokken kann zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen führen. In Extremfällen sind Amputationen nötig.

Auch die heute Zweijährigen Isabella leidet unter Folgeschäden der Erkrankung. Beide Beine sind stark betroffen und vernarbt. Ihr rechtes Bein musste schon mehr als 50-mal operiert werden. Neben den Krankenhausaufenthalten unterstützen regelmäßige Physiotherapie und ergotherapeutische Begleitung die Behandlung. Die Nervenschäden lassen das kleine Mädchen nachts oft weinen. Auch mit Problemen beim Knochenwachstum wird Isabella kämpfen müssen. Der Kontakt zu anderen Kindern ist gerade ebenfalls schwierig. Das aufgeweckte kleine Mädchen darf noch nicht in den Kindergarten – ihr Immunsystem ist zu geschwächt.

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Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden

Meningokokken-Erkrankungen können lebensgefährlich sein, sind aber selten. 2018 gab es in Deutschland 295 Meningokokken-Fälle. Das klingt wenig, trotzdem sollte man die Krankheit nicht unterschätzen. Innerhalb weniger Stunden kann sie lebensbedrohlich verlaufen. Etwa ein Drittel der Meningokokken-Erkrankten erleiden eine Blutvergiftung (Sepsis), wie Isabella. Bei zwei Drittel der Betroffenen tritt eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf. Leider versterben etwa 10 % aller Meningokokken-Patienten in Deutschland.

Meningokokken-Symptome sind vielfältig

Bei Meningokokken-Erkrankungen kann es zu plötzlich auftretenden unspezifischen Symptomen kommen. Dazu zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Schwindel

Tritt zusätzlich eine Hirnhautentzündung auf, kommen Erbrechen und Nackensteifigkeit hinzu. Weiterhin sind Symptome wie Reizbarkeit, Schläfrigkeit sowie Krampfanfälle oder Hirnnervenlähmungen möglich. Bei septischen Verläufen kommt es zum Blutdruckabfall und zum Organversagen. Bei einem ersten Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung solltest du sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen!

Bestmöglicher Schutz vor Meningokokken

Es gibt unterschiedliche Meningokokken-Gruppen und gegen diese auch verschiedene Impfungen. Gegen fünf der häufigsten Meningokokken-Gruppen in Deutschland gibt es Impfungen:

  • Meningokokken B-Impfung
  • Meningokokken C-Impfung
  • Meningokokken ACWY-Kombinationsimpfung

Gruppe B ist mit ca. 60 % für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y, C, W, A und anderen. Laut einer aktuellen Studie kennen 56 Prozent der Eltern den Meningokokken-Impfstatus ihrer eigenen Kinder nicht genau. Dabei ist hier das Risiko besonders hoch, denn das Immunsystem ist bei Babys und Kleinkindern noch nicht vollständig ausgebildet. Das macht sie anfällig für allerlei Erkrankungen und somit auch für Meningokokken. Auch Jugendliche zählen zur Risikogruppe.

Sprich deinen Kinder- und Jugendarzt daher am besten frühzeitig auf die Schutzimpfungen gegen Meningokokken an. Weitere Informationen findest du zum Beispiel unter www.meningitis-bewegt.de.

© GSK
© GSK

Quellen