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Hygienisch Milch abpumpen und Tipps zur Aufbewahrung

Milch abpumpen bringt Flexibilität – wirft aber bei vielen Mamas einige Fragen auf. Wie sollte ich die Muttermilch aufbewahren? Kann man Muttermilch einfrieren? Und wie taut man sie dann wieder auf. Wir haben die Antworten auf alle deine Fragen.

Milch abpumpen bringt Flexibilität – wirft aber bei vielen Mamas einige Fragen auf
Milch abpumpen bringt Flexibilität – wirft aber bei vielen Mamas einige Fragen auf
© Bigstock/ blanscape

Milch abpumpen: So machst du es richtig

Wenn du deine Milch abpumpen und deinem Baby später füttern willst, ist es sehr wichtig, dass du auf die richtige Hygiene achtest. Hier gelten dieselben Hygieneregeln wie beim Stillen. Das Perinatalzentrum vom Klinikum Passau gibt im Flyer ‚Hinweise zum Abpumpen von Muttermilch‘ einige Hygienetipps:

  • Bevor du deine Muttermilch abpumpen kannst: Hände waschen!
  • Brust mit Wasser waschen und einem sauberen Handtuch abtrocken (das Handtuch täglich wechseln). Seifen können die Haut austrocknen – klares Wasser genügt.
  • Die ersten Tropfen der Milch solltest du von Hand ausstreichen. Hautkeime auf der Brustwarze werden so beseitigt.
  • Achte darauf, immer ein sauberes Abpumpset zu verwenden – Milch immer nur in sterile Flaschen pumpen.
  • Nach dem Milch abpumpen: Abpumpset säubern!
  • Teile, die mit der Muttermilch in Berührung gekommen sind, solltest du mit kaltem Wasser abspülen und dann normal mit Spülmittel säubern. Dann entweder vaporisieren oder zehn Minuten abkochen. Abtrocknen und in einem sauberen Tuch aufbewahren.
  • Alle anderen Teile solltest du täglich zehn Minuten lang auskochen.

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Kann ich frische Muttermilch abpumpen und zu bereits abgepumpter Milch dazu schütten?

Jein! Hier kommt es auf die Umstände an. Der deutsche Hebammenverband rät davon ab, Muttermilch für längere Lagerung zu sammeln. „Dabei kann es leicht zu Verunreinigungen kommen und die Haltbarkeit verkürzt sich stark.“ Wenn du die Milch aber gut kühlst und vorhast, sie innerhalb von maximal drei Tagen zu verbrauchen, kannst du sie zusammenschütten.

Bitte beachten, wenn du Milch abpumpen und zusammenschütten willst:

  • In einem verschlossenen Gefäß sollte die frisch abgepumpte Muttermilch im Kühlschrank zunächst abkühlen, bevor die beiden Portionen vermischt werden.
  • Du solltest die Innenseiten der Gefäße, in denen du die Muttermilch aufbewahren willst, nicht anfassen.
  • Die Milch, die zuerst abgepumpt wurde, gibt das Haltbarkeitsdatum an.

Muttermilch Aufbewahrung: Was ist am besten?

Wo du die Muttermilch aufbewahren solltest, hängt davon ab, wann du sie brauchst. Wenn du die Muttermilch in den nächsten drei Tagen füttern möchtest, ist es ausreichend, sie im Kühlschrank frisch zu halten.

Muttermilch im Kühlschrank aufbewahren

Bei der Aufbewahrung von Muttermilch im Kühlschrank kannst du zwischen verschiedenen Gefäßen wählen. Am besten eignen sich verschließbare Glasgefäße sowie spezielle Muttermilchflaschen und -beutel. Plastikgefäße oder eine offene Lagerung ist nicht zu empfehlen. Wenn du Muttermilchflaschen verwendest, kannst du die Milch direkt in die Flasche pumpen. Dann vermeidest du unnötiges umschütten.

Du solltest die Muttermilch auch auf keinen Fall in der Kühlschranktüre aufbewahren Der hintere Teil vom Kühlschrank eignet sich besser dafür. Durch das Öffnen und Schließen der Türe bleibt hier nämlich die Temperatur nicht konstant – das verringert die Haltbarkeit. Wie lange Muttermilch im bei verschiedenen Temperaturen haltbar ist, erfährst du in nächsten Teil

Muttermilch einfrieren

Milch abpumpen und länger lagern ist auch problemlos möglich. Du kannst Muttermilch einfrieren. Dazu brauchst du spezielle Milchbeutel oder -fläschchen. Der Hebammenverband weist darauf hin, dass du das Milchgefäß nicht ganz auffüllen solltest – ein volles Gefäß könnte platzen.

Der Hebammenverband rät: „Nutzen Sie frische Milch, wann immer es möglich ist.“ Muttermilch einfrieren führt nicht dazu, dass die Milch an Qualität verliert – frische Milch ist für dein Baby trotzdem am besten Am besten machst du die Lagerung der Milch also von der gewünschten Haltbarkeit abhängig.

Milch abpumpen: Wie lange ist sie haltbar?

Je nach Lagerort unterscheidet sich die Haltbarkeit der Muttermilch. Bei allen Aufbewahrungsarten gilt aber: Die Milch sollte in einem sauberen und verschlossenen Gefäß gelagert werden. Wenn du Milch abpumpen und dann lagern willst, solltest du immer das Abpumpdatum (Datum und Uhrzeit) auf dem Behälter notieren, damit du einen Überblick über die Haltbarkeit hast.

#1 Bei Zimmertemperatur lagern (bis 26 ° Celsius)
Laut der Bundeszentale für gesundheitliche Aufklärung ist ungekühlte Muttermilch nur zwischen sechs und acht Stunden haltbar und „sollte dann umgehend verfüttert werden.“ Im Sommer ist eine längere Lagerung ohne Kühlung nicht ratsam.

#2 Muttermilch-Aufbewahrung im Kühlschrank

  • Temperatur zwischen 4° und 6° Celsius: Hier hält sich die Milch für bis zu 72 Stunden. Du solltest die Milch möglichst weit hinten im Kühlschrank lagern, weil es da kälter ist. Der perfekte Platz ist im Fach über der Gemüseschublade.
  • Temperatur zwischen 0 und 4° Celsius: Muttermilch hält sich hier bis zu fünf Tage. Du kannst den Behälter mit der Milch in eine extra Plastikbox stellen – das „schafft eine zusätzliche Temperaturstabilität“, so der Hebammenverband.

#3 Muttermilch einfrieren

  • Im Eisfach (-15° Celsius): Im Eisfach deines Kühlschranks solltest du die Muttermilch nur ein bis zwei Wochen einfrieren.
  • Tiefkühler (zwischen -16 und -20° Celsius): Die Milch ist hier zwischen drei und vier Monaten haltbar.
  • Tiefkühler (kälter als -22° Celsius): Einmal eingefroren hält die Milch sich ein halbes Jahr.

Wie kann ich eingefrorene Muttermilch auftauen?

Milch abpumpen und einfrieren, das sind nur die ersten Schritte. Auch beim Auftauen und Erwärmen gibt es ein paar Punkte zu beachten.

Beim Auftauen solltest du zunächst überlegen, wieviel Milch du brauchen wirst. Denn: wenn du die Muttermilch auftauen lässt, kannst du sie nicht noch einmal einfrieren. Je nach Entwicklungsstand trinken Babys zwischen 60 und 120 Milliliter Milch. Es gibt extra Milch-Einfrierbeutel, die in passenden Portionsgrößen kommen.

Muttermilch erwärmen – so machst du’s richtig:

  • Die gefrorene Milch solltest du zum Auftauen in den Kühlschrank stellen – wenn es nicht zu heiß ist, kannst du den Behälter auch bei Raumtemperatur langsam auftauen lassen.
  • WICHTIG: Du solltest nie in der Mikrowelle die Muttermilch auftauen. Im Leitfaden zum Hygienischen Umgang mit abgepumpter Muttermilch in Kindertageseinrichtungen erklärt das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, warum: In der Mikrowelle können „wertvolle Bestandteile der Muttermilch zerstört werden und es [kann] aufgrund ungleichmäßiger Temperaturverteilung zu sogenannten „hotspots“ kommen.“ Das kann zu Verbrennungen bei deinem Baby führen.
  • Direkt nach dem Auftauen solltest du die Muttermilch erwärmen und verfüttern. Du kannst die Milch in einem warmen Wasserbad oder mit einem Flaschenwärmer erwärmen. Die Milch sollte dabei im Bereich deiner Körpertemperatur entsprechen, aber 37°C nicht überschreiten
  • Außerdem solltest du die warme Milch dann direkt verfüttern. Bei langem Warmhalten können sich Bakterien in der Milch vermehren.
  • Wenn dein Baby nicht trinkt, ist die Milch vielleicht noch zu kalt – in einem lauwarmen Wasserbad oder einem Flaschenwärmer kannst du die Milch weiter aufwärmen – nicht kochen!

Aufgetaute Muttermilch aufbewahren

Einmal aufgetaut ist die Milch nicht mehr sehr lange haltbar. Auch hier macht die Raumtemperatur die Haltbarkeit aus.

  • Raumtemperatur (bis 26° Celsius): Milch ist hier nur vier Stunden haltbar.
  • Kühlschrank (circa 4° Celsius): ungeöffnete Milch ist bis zu einem Tag haltbar – einmal geöffnet, sollte sie in zwölf Stunden verbraucht werden.

Milch abpumpen & aufbewahren: So klappt’s unterwegs

Wenn du unterwegs Muttermilch abpumpen musstest, solltest du die so kühl wie möglich transportieren. Eine Kühltasche eignet sich dafür besonders gut. In einer Kühltasche mit gefrorenen Cool-Packs ist die Milch laut dem Hebammenverband bis zu einem Tag haltbar.


Quellen

  • Perinatalzentrum Passau: Hinweise zum Abpumpen von Muttermilch. (2015) In: Kinderklinik Dritter Ordern – Passau. Zentrum für Kinder und Jugendliche. https://www.klinikum-passau.de/fileadmin/user_upload/downloads/flyer/Flyer_Stillen_Abpumpen_Muttermilch.pdf
  • Deutscher Hebammenverband e. V.: Flyer zur Aufbewahrung von Muttermilch (2015) Unter: hebammenverband.de (Weltstillwoche 2015): https://www.hebammenverband.de/aktuell/aktionen/archiv/weltstillwoche-2015/ (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Hygiene rund um die Muttermilch (2017). Auf: kindergesundheit-info.de. https://www.kindergesundheit-info.de/themen/ernaehrung/alltagstipps/stillen/hygiene-bei-muttermilch/ (Letzter Zugriff: Mai 2019)
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz: Leitfaden – Hygienischer Umgang mit abgepumpter Muttermilch in Kindertageseinrichtungen (2016) Unter: https://www.lra-bgl.de/fileadmin/user_upload/content/doc/Gesundheit__Mensch___Tier/Gesundheitsamt/Infektionsschutz/Muttermilch_in_Kitas_6-2016.pdf (Letzter Zugriff: Mai 2019)