Bookmark

Was tun bei Milcheinschuss? Tipps gegen die Schmerzen

Einige Tage nach der Entbindung kommt es zum sogenannten Milcheinschuss. Was dabei passiert, wie du den Einschuss bemerkst und was du gegen die Beschwerden tun kannst, liest du hier. Außerdem: Kann man den Milcheinschuss fördern?

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

Kann ich den Milcheinschuss anregen?
Kann ich den Milcheinschuss anregen?
© Bigstock/ Akarat Phasura

In diesem Artikel:

Was ist der Milcheinschuss und wann kommt er?

Etwa zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Entbindung kommt es in der Regel zum ersten Milcheinschuss. Das bedeutet, dass die Vormilch (Kolostrum) sich langsam in Übergangsmilch umwandelt. Später (etwa fünfzehn Tage nach der Entbindung) wandelt sich die Übergangsmilch in die reife Muttermilch um.

Bis es zu einem Milcheinschuss nach dem Kaiserschnitt kommt, kann es auch bis zum fünften Tag dauern.

Bekommt mein Baby davor genug Milch?

Bevor du reife Milch produzierst, trinkt dein Baby Kolostrum. Diese Vormilch enthält alle wichtigen Mineralien, Vitamine und Nährstoffe, die dein Baby in dieser Zeit braucht. Bis zum Milcheinschuss ist das Füttern mit Kolostrum deines Babys normalerweise ausreichend.

Wie äußert sich der Milcheinschuss?

Dass deine Brüste schon reife Muttermilch produzieren bemerkst du meistens von selbst. Meist entsteht eine Brustdrüsenschwellung, da deine Brustdrüsen auf einmal mehr Milch produzieren müssen. Weil in dieser Zeit mehr Blut durch deine Brüste zirkuliert, sind sie hart, gerötet, heiß oder schmerzhaft. Auch, wenn sich deine Brüste jetzt sehr prall anfühlen und das etwas unangenehm ist, ist das ganz normal.

Wie lange dauert es bis der Milcheinschuss wieder weg ist?

„In der Regel dauert der Milcheinschuss 48 Stunden“, wissen die Hebammen Anja Stern und Marie Beinhauer aus Erfahrung. Kurz darauf lassen das Druckgefühl sowie andere Beschwerden wieder nach.

Jedoch gibt es aber auch einige Dinge, die du gegen die Brustschmerzen beim Milcheinschuss tun kannst. Anja und Marie geben auf ihrem Blog hallohebamme einige Tipps gegen die Beschwerden.

Schmerzen beim Milcheinschuss – das kannst du tun

  • Wie oft Stillen bei Milcheinschuss? Schon von Geburt an solltest du dein Kind stillen – und auch, wenn der Einschuss beginnt, sollte du dein Baby nach Bedarf anlegen – idealerweise alle zwei bis drei Stunden, also etwa acht bis zwölf Mal in 24 Stunden (so lange bis das Geburtsgewicht wieder erreicht ist). Denn so wird die Milchbildung angeregt.
  • Brustmassage: Das bringt den Milchfluss in Gang. Alternativ kannst du vor dem Stillen auch etwas Milch abpumpen.
  • Wärme deine Brüste vor dem Stillen: Mit einem Wärmekissen oder einem warmen Tuch kannst du vor dem Stillen die Milchgänge weiten. Dadurch fließt die Milch leichter. Achte aber darauf, die Wärme nicht zu lange anzuwenden, sonst können sich Brustschmerzen durch den Milcheinschuss verstärken.
  • Nach dem Stillen kühlen: kalte Waschlappen oder Quarkwickel wirken schmerzlindernd. Nach dem Stillen verengt Kälte die Gefäße und Milchgänge – das Druckgefühl lässt so nach.

Bei sehr starken Schmerzen durch den Milcheinschuss oder anderen Symptomen wie Fieber solltest du mit einem Arzt sprechen. Auch deine Hebamme kann dir hilfreiche Tipps zur Schmerzlinderung geben.

Kann ich den Milcheinschuss fördern

Dass sich Milch bildet, wird durch Hormone wie beispielsweise Prolaktin und Oxytocin ausgelöst. „Prolaktin ist für die Milchbildung verantwortlich und Oxytocin für den Milchspendereflex. Es ist ein Zusammenspiel, was den Milcheinschuss auslöst“, erklären Anja und Marie. Normalerweise produziert dein Körper auf natürliche Weise (zum Beispiel durch das Anlegen) genug Prolaktin, um die Milchbildung aufrechtzuerhalten.

In Normalfall musst du deinen Milcheinschuss also gar nicht fördern. Es gibt aber ein paar Hausmittel, die unterstützend wirken. Anja und Marie empfehlen zum Beispiel:

  • Bockshornklee
  • Stilltees
  • Malzbier
  • Mandeln und Studentenfutter

Grundsätzlich solltest du darauf achten, ausreichend zu essen und zu trinken.

Es gibt jedoch auch Frauen, zum Beispiel mit polyzystischem Ovarialsyndrom oder nach einer Brustoperation, bei denen die Milchbildung beeinträchtigt sein kann. Hier kann es notwendig sein, die Milchbildung etwas anzuregen. In diesem Fall werden dir eventuell Medikamente von deinem Arzt verschrieben, die den Prolaktinspiegel erhöhen.

Quellen