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Was tun bei Milcheinschuss? Tipps gegen die Schmerzen

Einige Tage nach der Entbindung kommt es zum sogenannten Milcheinschuss. Was dabei passiert, wie du den Einschuss bemerkst und was du gegen die Beschwerden tun kannst, liest du hier. Außerdem: Kann man den Milcheinschuss fördern?

Kann ich den Milcheinschuss anregen?
Kann ich den Milcheinschuss anregen?
© Bigstock/ Akarat Phasura

In diesem Artikel:

Was ist der Milcheinschuss und wann kommt er?

Etwa zwischen dem zweiten und fünften Tag nach der Entbindung kommt es in der Regel zum ersten Milcheinschuss. Das bedeutet, dass die Vormilch (Kolostrum) sich langsam in Übergangsmilch umwandelt. Später (etwa fünfzehn Tage nach der Entbindung) wandelt sich die Übergangsmilch in die reife Muttermilch um.

Bis es zu einem Milcheinschuss nach dem Kaiserschnitt kommt, kann es auch bis zum fünften Tag dauern.

Bekommt mein Baby davor genug Milch?

Bevor du reife Milch produzierst, trinkt dein Baby Kolostrum. Diese Vormilch enthält alle wichtigen Mineralien, Vitamine und Nährstoffe, die dein Baby in dieser Zeit braucht. Bis zum Milcheinschuss ist das Füttern mit Kolostrum deines Babys normalerweise ausreichend.

Wie äußert sich der Milcheinschuss?

Dass deine Brüste schon reife Muttermilch produzieren bemerkst du meistens von selbst. Meist entsteht eine Brustdrüsenschwellung, da deine Brustdrüsen auf einmal mehr Milch produzieren müssen. Weil in dieser Zeit mehr Blut durch deine Brüste zirkuliert, sind sie hart, gerötet, heiß oder sensibler. Auch, wenn sich deine Brüste jetzt sehr prall anfühlen und das etwas unangenehm oder sogar schmerzhaft ist, ist das ganz normal.

Wie lange dauert es bis der Milcheinschuss wieder weg ist?

Der Milcheinschuss dauert nicht lange – bei manchen Frauen ist der Einschuss nach nur einem Tag vorbei, bei anderen dauert es einige Tage. Kurz darauf lassen das Druckgefühl sowie andere Beschwerden wieder nach.

Jedoch gibt es aber auch einige Dinge, die du gegen die Brustschmerzen beim Milcheinschuss tun kannst. Hebammen Anja und Marie von hallohebamme, geben einige Tipps gegen die Beschwerden.

Schmerzen beim Milcheinschuss – das kannst du tun

  • Wie oft Stillen bei Milcheinschuss? Schon von Geburt an solltest du dein Kind stillen – und auch, wenn der Einschuss beginnt, sollte du dein Baby so oft wie möglich anlegen – etwa acht bis zwölf Mal in 24 Stunden. Denn so wird die Milchbildung angeregt.
  • Streiche vor dem Stillen etwas Milch aus: Das bringt den Milchfluss in Gang. Alternativ kannst du vor dem Stillen auch etwas Milch abpumpen.
  • Brustmassagen: Vor allem kurz vor dem Stillen können auch Brustmassagen gegen die Beschwerden helfen.
  • Wärme deine Brüste vor dem Stillen: Mit einem Wärmekissen oder einem warmen Tuch kannst du vor dem Stillen die Milchgänge weiten. Dadurch fließt die Milch leichter. Achte aber darauf, die Wärme nicht zu lange anzuwenden, sonst können sich Brustschmerzen durch den Milcheinschuss verstärken.
  • Nach dem Stillen kühlen: kalte Waschlappen oder Quarkwickel wirken schmerzlindernd. Nach dem Stillen verengt Kälte die Gefäße und Milchgänge – das Druckgefühl lässt so nach.

Bei sehr starken Schmerzen durch den Milcheinschuss oder anderen Symptomen wie Fieber solltest du mit einem Arzt sprechen. Er kann dir ein Schmerzmittel verschreiben, dass du auch beim Stillen nehmen darfst. Auch deine Hebamme kann dir hilfreiche Tipps zur Schmerzlinderung geben.

Kann ich den Milcheinschuss fördern

Der Milcheinschuss wird durch Hormone wie beispielsweise das „Stillhormon“ Prolaktin ausgelöst. Normalerweise produziert dein Körper auf natürliche Weise (zum Beispiel durch das Anlegen) genug Prolaktin, um die Milchbildung aufrechtzuerhalten.

In Normalfall musst du deinen Milcheinschuss also gar nicht fördern.

Es gibt jedoch auch Frauen, zum Beispiel mit polyzystischem Ovarialsyndrom oder nach einer Brustoperation, bei denen die Milchbildung beeinträchtigt sein kann. Hier kann es notwendig sein, die Milchbildung etwas anzuregen. In diesem Fall werden dir eventuell Medikamente von deinem Arzt verschrieben, die den Prolaktinspiegel erhöhen.

Quellen