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Kopfgneis: Definition, Symptome & Behandlung

Mutter hält Babykopf in den Händen
Kopfgneis: Wenn das Baby Schuppen bekommt
© Bigstock/ alexandr_1958

Dein Baby hat Schuppen auf dem Kopf? Das könnte Kopfgneis sein. Wir beantworten deine Fragen zu Entstehung, Behandlung und erklären dir außerdem den Unterschied zum Milchschorf.

Kopfgneis nicht mit Milchschorf verwechseln

Schuppige Beläge auf dem Köpfchen deines Babys: Das muss Milchschorf sein, oder? Nicht unbedingt! Das ist ein Irrglaube vieler Eltern. Denn auch wenn der Begriff weit verbreitet ist, so handelt es sich bei dem krustigen Hautbelag in den meisten Fällen um Kopfgneis. Beides darf aber nicht verwechselt werden!

Kopfgneis bei Babys: Was ist das?

Kopfgneisistein sogenanntes seborrhoisches Ekzem – es handelt sich hierbei um eine harmlose, überschüssige Talgproduktion, die sich mit der Zeit von selbst wieder reguliert.

Kopfgneis ist also eine ungefährliche, nicht-ansteckende Hautveränderung – KEINE ernstzunehmende Hautkrankheit.

Der Gneis am Knopf ist vor allem bei Babys weitverbreitet. Oft werden die Hautveränderungen aber mit Milchschorf, also der Frühform von Neurodermitis, verwechselt.

An diesen Symptomen kannst du Kopfgneis beim Baby erkennen. (Weiter unten im Text findest du außerdem die Unterschiede zwischen Milchschorf und Kopfgneis.)

Kopfgneis: Baby zeigt diese Symptome

Das wichtigste Erkennungsmerkmal von Kopfgneis: Babys haben ihn vorwiegend in den ersten Lebenswochen. Meistens sind Kinder im Alter zwischen einer Woche und drei Monaten davon betroffen – doch auch ältere Babys oder Kleinkinder können Kopfgneis bekommen.

Baby mit Kopfgneis

© Bigstock/ andrianocz

Die Symptome im Überblick:

tritt etwa ein bis drei Wochen nach der Geburt auf
tritt vorwiegend auf der behaarten Kopfhaut auf
fetthaltige, weiche Schuppen
Schuppen sind meist gelb bis gelbbraun
manchmal kommt es zu einer leichten Rötung
unter Umständen unangenehmer Geruch
verursacht wenig bis keinen Juckreiz

Übrigens: Die Hautveränderungen können bei Babys nicht nur am Kopf sondern auch an anderen Stellen wie Ohren,  Nase oder Augenbrauen vorkommen.

Ursachen der Hauterkrankung sind noch unbekannt

Die genaue Ursache von Kopfgneis ist immer noch nicht eindeutig nachgewiesen. Allgemein geht die Wissenschaft aber davon aus, dass er durch Hormone der Mutter, die noch von der Schwangerschaft im Körper des Säuglings vorhanden sind, ausgelöst wird.

Die Talgdrüsen des Babys reagieren darauf mit einer Überproduktion. Dass der Körper die mütterlichen Hormone nur nach und nach abbauen kann, gehört zur normalen Entwicklung des Babys.

Wie viele Babys bekommen Kopfgneis?

Schätzungen zufolge bekommen bis zu 70 Prozent aller Neugeborenen den schuppigen Hautbelag am Kopf.

Kopfgneis: Behandlung medizinisch nicht notwendig

„Strenggenommen ist aus medizinischer Sicht eine Behandlungsnotwendigkeit bei Kopfgneis meist nicht gegeben“, schreibt der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin Markus Schneider in der Fachzeitschrift „Die Hebamme“.

Die Schuppen auf dem Kopf deines Babys jucken nicht oder nur wenig und beeinträchtigen auch seine Gesundheit nicht. Er hat in der Regel  keine weiteren Auswirkungen und braucht auch keine spezielle Behandlung.

Du kannst eigentlich einfach abwarten, bis die Schuppen von allein verschwinden.

Trotzdem stören sich viele Eltern am Anblick der Schuppen und wollen sie lieber entfernen. Ist das auch bei dir der Fall, solltest du einige Dinge beachten:

Kopfgneis entfernen: Das ist dabei zu beachten

Wichtig: Schuppen nicht wegkratzen! Auch wenn Kopfgneis auf der Fontanelle und rund um den Kopf für dich ein ästhetisches Problem darstellt, widerstehe unbedingt der Versuchung, deinem Kind die Schüppchen vom Kopf zu kratzen. Das kann zu Narben führen.

Besser: Nach dem Baden mit einer weichen Babybürste den Kopfgneis entfernen.

Alternativ kannst du die Haut auch mit einem sanften Öl (z.B. Mandelöl) einreiben und einziehen lassen. So lösen sich die Schuppen schneller ab.

Löse nach dem Einwirken die Schuppen vorsichtig mit einem feuchten Tuch vom Kopf. Anschließend die Haare gut mit mildem Babyshampoo auswaschen. Dabei das Shampoo eventuell einige Minuten einwirken lassen und dann sehr gut ausspülen. Du solltest darauf achten, dass kein Öl auf der Kopfhaut zurückbleibt, denn dieses kann die Poren verstopfen und zu weiteren Problemen führen. Außerdem solltest du dein Baby generell nicht zu oft baden, damit die Haut nicht austrocknet.

Wichtig: Bevor du die Haut deines Babys pflegen, beziehungsweise den Kopfgneis entfernen möchtest, kläre unbedingt immer zuvor beim Kinderarzt ab, ob es nicht vielleicht doch Milchschorf ist!

Kopfgneis oder Milchschorf: Worin liegen die Unterschiede?

Während es sich beim Kopfgneis um eine harmlose, überschüssige Talgproduktion handelt, die sich mit der Zeit von selbst wieder reguliert, ist der „echte Milchschorf“ eine ernstzunehmende Hautkrankheit. In einigen Fällen kann Milchschorf der Vorbote von Neurodermitis sein.

Milchschorf und Kopfgneis unterscheiden sich vor allem in den Symptomen:

Kopfgneis Milchschorf
Tritt schon eine bis drei Wochen nach der Geburt auf Tritt erst ab dem dritten Lebensmonat auf
Weiche Schuppen Harte Schuppen
Meist kein Juckreiz Verursacht starken Juckreiz
Tritt hauptsächlich auf behaarter Kopfhaut auf Kann auch an Wangen, Rumpf und Extremitäten auftreten
Heilt von allein wieder ab – keine Behandlung erforderlich Muss medizinisch behandelt werden

Fazit: Kopfgneis ist nur ein ästhetisches Problem – hab‘ Geduld!

Zugegeben, Kopfgneis ist mit seinen gelblich, fettig wirkende Schuppen nicht gerade schön. Aber auch wenn dich die Hautschüppchen stören: Vergiss nicht, dass dein Baby gerade erst in dieser Welt angekommen ist.

Fast jedes Baby hat in den ersten Wochen einen schiefen Kopf von der Geburt, Neugeborenenakne oder Kopfgneis. Dein Baby sieht nicht aus wie das auf der Windelpackung und das ist ganz normal.

Sein Immunsystem muss erst noch aufgebaut werden, es hat noch die mütterlichen Hormone mit all ihren Nebenwirkungen im Blut und muss sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs erst einmal anpassen. Gib ihm Zeit und hab Geduld.

Quellen

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