Kopfgneis oder Milchschorf? Der Unterschied ist wichtig

Kopfgneis oder Milchschorf? Der Unterschied ist wichtig

Kopfgneis? Werden die Schüppchen auf Babys Kopf im Volksmund nicht Milchschorf genannt? Eigentlich ist das falsch und die Unterscheidung ist wichtig. Denn eines davon ist eine ernstzunehmende Hauterkrankung, die für das Baby sehr unangenehm sein kann und einer Behandlung bedarf.

Mutter hält Neugeborenes auf dem Arm
So kannst du Kopfgneis richtig erkennen © Bigstock/ alexandr_1958

Kopfgneis nicht verwechseln

Schuppige Beläge auf Babys Köpfchen? Das muss Milchschorf sein, oder? Das ist ein Irrglaube dem viele Eltern unterliegen. In den meisten Fällen handelt es sich bei der krustigen Hauterscheinung nämlich um den sogenannten Kopfgneis. Beides darf nicht verwechselt werden.

Während es sich beim Kopfgneis um eine harmlose, überschüssige Talgproduktion handelt, die sich mit der Zeit von selbst wieder reguliert, ist der „echte Milchschorf“ eine ernstzunehmende Hautkrankheit. Unter Umständen ist er ein Hinweis auf eine spätere Neurodermitiserkrankung.

So kannst du Kopfgneis und Milchschorf unterscheiden

Obwohl sich beides aufgrund der Hautschüppchen ähnelt, sind Ursachen, Symptome und Verlauf hierbei verschieden. Das muss auch bei der Behandlung berücksichtigt werden.

Kopfgneis beim Baby erkennen

Die genaue Ursache von Kopfgneis ist immer noch nicht eindeutig nachgewiesen. Allgemein geht die Wissenschaft aber davon aus, dass er durch Hormone der Mutter, die noch von der Schwangerschaft im Körper des Säuglings vorhanden sind ausgelöst wird. Die Talgdrüsen des Babys reagieren darauf mit einer Überproduktion. Das wichtigste Erkennungsmerkmal von Kopfgneis: Baby hat ihn vorwiegend in den ersten Lebenswochen. Weitere wichtigsten Symptome sind:

  1. Tritt etwa ein bis drei Wochen nach der Geburt auf
  2. Tritt vorwiegen auf der behaarten Kopfhaut auf
  3. fetthaltige, weiche Schuppen
  4. Verursacht wenig bis gar kein Juckreiz
  5. Heilt meist nach drei Monaten ab, manchmal nach einem Jahr
  6. Kopfgneis ist keine Hautkrankheit

Milchschorf richtig erkennen

Anders als der Name vermuten lässt, wird die Hautkrankheit Milchschorf nicht durch Milch verursacht. Er hat den Namen vom Vergleich zu angesetzter Milch im Topf. Warum die Krankheit bei manchen Kindern ausbricht ist leider unklar. Jedoch weisen Studien darauf hin, dass es eine genetische Veranlagung dafür gibt. Auch allergene Umwelteinflüsse wie beispielsweise Zigarettenrauch stehen als Auslöser in Verdacht. Die wichtigsten Symptome für dich zusammengefasst:

  1. Tritt erst ab dem dritten Lebensmonat auf
  2. Tritt auf dem Kopf auf, oft auch auf Wangen, Rumpf und Extremitäten
  3. harte Schuppen
  4. Verursacht starken Juckreiz
  5. Milchschorf ist eine Hautkrankheit
  6. meist medizinische Behandlung notwendig

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Kopfgneis entfernen: Das gilt es zu beachten

Bevor du den Kopfgneis entfernen möchtest, kläre unbedingt immer zuvor beim Kinderarzt ab, ob es nicht vielleicht doch Milchschorf ist!

Hat dein Baby Kopfgneis, braucht es keine spezielle Behandlung. Die Schuppen auf dem Kopf deines Babys jucken nicht oder nur wenig und beeinträchtigen auch nicht seine Gesundheit. Du kannst also einfach abwarten, bis sie von allein verschwinden. Die meisten Eltern stören sich jedoch am Anblick, es sieht irgendwie nicht „süß“ aus.

Wiederstehe aber der Versuchung, sie deinem Kind vom Kopf zu kratzen, dies kann zu nässenden Wunden führen. Besser ist es, den Kopf nach dem baden mit einer weichen Babybürste zu bürsten. Zusätzlich kann es helfen, den Kopf des Babys mit Oliven-Öl oder Vaseline – Eltern empfehlen auch Kakao-Butter oder Kokosnuss-Öl – einzureiben und dieses einwirken zu lassen. Löse dann die Schuppen vorsichtig mit einem feuchten Tuch vom Kopf. Anschließend die Haare gut mit mildem Babyshampoo auswaschen. Dabei das Shampoo eventuell einige Minuten einwirken lassen und dann sehr gut ausspülen. Du solltest darauf achten, dass kein Öl auf der Kopfhaut zurückbleibt, denn dieses kann die Poren verstopfen und zu weiteren Problemen führen.

Die Empfehlungen zum Haarewaschen sind zu diesem Thema sehr verschieden. Manche Empfehlungen raten zu täglichem Waschen, andere raten dringend davon ab und halten einmal pro Woche für besser, um zu vermeiden, dass die Kopfhaut durch häufiges Waschen noch mehr Talg produziert.

Empfehlungen von Müttern

Es gibt die Vermutung, dass ein Vitamin-B Mangel zu einer Neigung zum Kopfgneis führt, daher könnte es hilfreich sein, wenn stillende Mütter sogenannte „Still-Vitamine“ mit Vitamin-B einnehmen und somit das Baby mit diesem Vitamin versorgen.

Manche Eltern berichten von guten Erfahrungen mit Stiefmütterchen- und anderen Kräuter-Umschlägen, hier ein Rezept.

Lass dir in der Apotheke folgende Kräutermischung herstellen:

  • 30 g Stiefmütterchen-Kraut
  • 20 g Taubnesselblüten
  • 20 g Odermenning-Kraut
  • 30 g Zauberstrauchblätter

Zubereitung:

Gib einen Esslöffel der Kräutermischung in einen großen Becher und übergieße sie mit 250 Milliliter kochendem Wasser. Lass den Sud circa fünf Minuten ziehen und gieße ihn dann durch ein feines Sieb in eine kleine Schüssel um. Lass den Sud auf etwa 38 Grad abkühlen. Gib ein kleines Baumwolltuch in den Sud und wringe es dann aus, bis es nicht mehr tropft. Lege das Tuch auf den Kopf des Kindes und lass es dort zehn bis 15 Minuten einwirken – setzte deinem Kind eine Mütze auf, damit der Kopf nicht auskühlt!

Wie kann ich Milchschorf behandeln?

Babys mit Milchschorf leiden unter dem Juckreiz und sind daher meist unruhig und schlafen schlecht. Darum ist eine Behandlung wirklich notwendig. Daher solltest du bei einem Verdacht immer zum Kinderarzt gehen. Dieser kann auch eine juckreizstillende Salbe verschreiben. Die Schuppen dürfen auf keinen Fall abgekratzt werden, Entzündungen und nässende Stellen sind sonst leicht die Folge.

Generell sollte die Hautpflege des Babys jetzt beinhalten, dass die Haut nicht austrocknet- daher lieber abduschen als baden. Auch sollte die Kleidung atmungsaktiv sein und ein übermäßiges Schwitzen vermieden werden. Trockene Heizungsluft kann ebenfalls verschlimmern.

Jedes Baby ist schön – auch mit Kopfgneis

Auch wenn dich die Hautschüppchen vielleicht stören: Vergiss nicht, dass dein Baby gerade erst in dieser Welt angekommen ist. Fast jedes Baby hat in den ersten Wochen einen schiefen Kopf von der Geburt, Kopfgneis oder Neugeborenenakne. Dein Baby sieht nicht aus wie das auf der Windelpackung und das ist ganz normal. Gib ihm Zeit, anzukommen! Sein Immunsystem muss erst noch aufgebaut werden, es hat noch die mütterlichen Hormone mit all ihren Nebenwirkungen im Blut und muss sich an das Leben außerhalb der Mutter erst einmal anpassen. Gib ihm Zeit und hab Geduld, es ist so oder so das schönste Baby von allen!