Bookmark

Milchspendereflex: So klappt das Stillen problemlos!

Bei jedem Stillen löst der Milchspendereflex den Milchfluss aus. Wie fühlt sich der Milchspendereflex an? Was tun, wenn der Reflex schmerzhaft oder viel zu stark ist? Alle wichtigen Infos und Antworten auf deine Fragen findest du hier.

Wie fühlt sich der Milchspendereflex an?
Wie fühlt sich der Milchspendereflex an?
© Bigstock/ shurkin_son

In diesem Artikel:

Milchspendereflex: Was ist das?

Der Milchfluss- oder auch Milchspendereflex ist dafür verantwortlich, dass dein Baby die Milch bekommen. Bei Hautstimulation, zum Beispiel durch das Saugen deines Kindes an der Brust, wird der Reflex ausgelöst und die Milch beginnt zu laufen.

Wie funktioniert der Milchflussreflex?

Es ist immer wieder erstaunlich, was dein Körper so alles kann. Zuerst bringt er in nur neun Monaten ein Baby zur Welt und dann kann er das Baby ab der Geburt sofort füttern. Und das funktioniert so:

In deinem Warzenhof befinden sich viele Nervenenden. Wenn diese Nervenenden gereizt werden, zum Beispiel durch Stimulation, dann senden sie eine Botschaft an den Hypothalamus (der sitzt im Zwischenhirn). Der Hypothalamus bringt die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) dazu, das Stillhormon Prolaktin auszuschütten.

Außerdem wird das Milchspende-Hormon Oxytozin ausgeschüttet – es führt dazu, dass die Muskelzellen der Milchbläschen sich zusammenziehen damit Milch durch die Milchgänge fließen kann.

Wann kommt Milchspendereflex?

Der Milchflussreflex setzt in Normalfall bei jedem Stillen einige Minuten vor dem Beginn des Milchflusses ein. Übrigens können auch andere Hautstimulation wie Massagen den Milchspendereflex auslösen.

Bei manchen Frauen setzt der Milchfluss schon ein, wenn sie ein hungriges Baby weinen hören. Auch der bloße Gedanke an das eigene Baby, sowie bestimmte Gerüche können manchmal den Milchspendereflex anregen.

Wie fühlt sich der Milchspendereflex an?

Jede Frau nimmt den Stillreflex anders war. Die meisten Frauen beschreiben aber ein warmes und angenehm kribbelndes Gefühl auf der Haut oder ein leichtes Ziehen. Meistens spürst du den Reflex stärker auf der Brust, an der dein Baby gerade nicht trinkt!

Es kann aber auch ein schmerzender Milcheinschuss vorkommen.

Wie erkenne ich, dass der Milchflussreflex eingesetzt hat?

Dass dein Milchspendereflex eingesetzt hat, kannst du in der Regel am Saugen deines Babys erkennen. Am Anfang der Stilleinheit saugt dein Baby meist unruhig und sehr schnell an der Brustwarze. Sobald der Milchfluss angeregt wurde, saugt es regelmäßiger und nimmt auch tiefere Züge.

Warum tut der Milchspendereflex weh?

Vor allem bei den ersten Stilleinheiten kann der Milchflussreflex etwas schmerzhaft sein. Meistens liegt es daran, dass deine Hormone nach der Geburt noch etwas durcheinander sind – das macht die Brust sensibler. Schon kleine Muskelkontraktionen spürst du dann.

Verwechsle einen schmerzhaften Milcheinschuss aber nicht mit Ansaugschmerzen. Die kommen auch oft in den ersten Wochen vor. Sie entstehen aber, weil deine Brustwarzen noch nicht an das intensive Saugen deines Babys gewöhnt sind.

Was kann ich gegen die Schmerzen tun?

Vor den ersten Stillmahlzeiten kannst du mit einer Brustmassage schon vor dem Stillen den Milchspendereflex auslösen – dann fällt auch das Anlegen und Stillen etwas leichter.

Mit jeder neuen Stillmahlzeit wirst du den Milchflussreflex weniger merken. Sollte er länger schmerzhaft bleiben, kann das ein Anzeichen für Probleme wie eine Mastitis oder einen Milchstau sein. Sprich in diesem Fall besser mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Überaktiver Milchspendereflex

Viele Frauen haben vor dem Stillen Angst, dass sie vielleicht nicht genug Milch für ihr Kind haben. Und bei einigen dauert es auch, bis der Milcheinschuss kommt.

Andere haben das gegenteilige Problem: starker Milchspendereflex.

Bei diesen Frauen fließt die Milch sehr stark – was beim Stillen zu Problemen führen kann. Das Baby kann die große Milchmenge nicht so schnell schlucken. Oft lässt das Baby die Brust dann los und muss würgen.

Wie ein starker Milchspendereflex entsteht, kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Du hast sehr viele Milchdrüsen: In der Regel haben Frauen insgesamt bis zu 600.000 Alveolen in den Brüsten – Frauen mit starkem Milchflussreflex haben oft mehr.
  • Du nimmst bestimmte Medikamente, die die Milchbildung verstärken
  • Deine Hormone sind nach der Geburt noch nicht ausbalanciert

Tipps bei einem zu starken Milchspendereflex

Das europäische Institut für Stillen und Laktation gibt einige Tipps, die Müttern mit einem starken Milchflussreflex helfen können:

  • Milch ausstreichen: Streiche vor dem Stillen etwas Milch aus – das kann den Milchfluss verlangsamen.
  • Salbei: Salbei soll die Milchbildung mindern können. Benutze solche Hausmittel aber nie, ohne davor mit deiner Hebamme gesprochen zu haben.
  • Verschiedene Stillpositionen: Die seitliche Stillposition oder das Stillen auf dem Rücken eigenen sich beispielsweise gut.
  • Kühlen: Lege dir vor dem Stillen ein kühles Tuch auf die Brust – das kann den Milchfluss mindern.
  • Stillhütchen: Manchen Frauen hilft auch ein Stillhütchen beim starken Milchfluss.

Milch abpumpen kann übrigens deinen Milchfluss weiter anregen – bei einem starken Milchspendereflex solltest du also nach Möglichkeit auf das häufige Abpumpen verzichten.

Verzögerter Milchflussreflex

Wenn dein Milchflussreflex verspätet oder gar nicht einsetzt, dann bleibt die Milch quasi in deiner Brust. Das erkennst du daran, dass bei Baby deine Brust verweigert – es wirkt unglücklich und unruhig.

Ein verzögerter Milchspendereflex kann durch verschiedene Gründe ausgelöst werden:

  • Stress und Verspannungen
  • Bestimmte Medikamente wie die Anti-Baby-Pille
  • Angst und innere Unruhe
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Falsche Stillposition
  • Wunde Brustwarzen

Wenn dein Milchflussreflex ausbleibt oder verspätet kommt, solltest du das mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprechen – sie können dir Tipps geben, mit denen du deinen Milchbildung anregen kannst. Einige Tipps findest du auch in unserem Artikel:

Quellen