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MMR-Impfung: Was du über die Dreifachimpfung wissen musst

Junge Eltern möchten auch in Gesundheitsfragen alles richtig machen! Impfen ist ein stets brisantes Thema, das viel Information erfordert. Die wichtigsten Fakten über die MMR-Impfung für dein Baby haben wir für dich zusammengefasst.

Die MMR-Impfung gehört zu den wichtigsten Schutzimpfungen
Die MMR-Impfung gehört zu den wichtigsten Schutzimpfungen
© Bigstock/ andrianocz

MMR-Impfung von der Ständigen Impfkommission empfohlen

Die MMR-Impfung ist eine kombinierte Schutzimpfung gegen Masern, Mumps & Röteln – also eine Dreifachimpfung. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut (RKI) empfohlen. Und nicht nur bei Kindern und Jugendlichen sollte der Impfschutz im Fokus stehen! Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung wird ebenso ausdrücklich allen Erwachsenen empfohlen, die ungeimpft sind, in der Vergangenheit nur eine einmalige Immunisierung erhalten haben oder bei denen der Impfstatus unklar ist.

Lässt du dein Baby impfen, wird ihm bei dieser Impfung ein Lebensimpfstoff verabreicht. Das heißt im Klartext: Es werden Erreger gespritzt, die ihre krankmachende Wirkung bereits eingebüßt haben. Dennoch reagiert das Immunsystem deines Kindes und es bildet Antikörper. Auf diese Weise wird Immunität aufgebaut, eine Ansteckung mit Masern, Mumps oder Röteln kann nicht mehr erfolgen. Um einen bestmöglichen Schutz gegen eine Erkrankung zu gewährleisten, sind allerdings zwei Gaben der MMR-Impfung notwendig!

Warum zwei Mal gegen MMR impfen?

Vielleicht fragst du dich, weshalb dein Kind gleich zwei Mal geimpft werden muss. Vor allem, wenn Babys stark auf die MMR-Impfung reagieren, sind Eltern unsicher. Ist das wirklich nötig? Die Antwort ist einfach: Ja, ist es! Erst durch die zweimalige Gabe des Impfstoffes gegen MMR ist der größtmögliche Impfschutz gewährleistet. Nach der ersten Gabe sind im Schnitt fünf bis zehn Personen von 100 nicht ausreichend geschützt. Nach der zweiten Impfung trifft dies nur mehr auf etwa eine Person zu.

Das erklärt auch, weshalb du dich unbedingt nachimpfen lassen solltest, wenn du nur eine einmalige Masern-Mumps-Röteln-Impfung bekommen hast oder deinen Impfstatus nicht kennst. Denn gerade bei Masern ist ein ausreichend großer Herdenschutz maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die gefährliche Krankheit nicht ausbreiten kann. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können sowie Babys, die noch zu jung für die MMR-Impfung sind, profitieren von diesem Herdenschutz maßgeblich

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MMR-Impfung: Wann soll mein Kind sie bekommen?

Vielleicht bist du unsicher, wann dein Baby die MMR-Impfung bekommen soll? Welche Impfung wann erfolgen sollte, das kannst du auch im Impfkalender des Robert Koch-Instituts nachlesen.

Grundsätzlich bekommen Kindern die Impfung gegen Masern, Mumps & Röteln zum ersten Mal zwischen dem elften und dem 14. Lebensmonat. Um einen dauerhaften Schutz gegen die Krankheiten gewährleisten zu können ist die zweite Impfung zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat notwendig. In manchen Fällen ist allerdings eine frühzeitige Gabe der Dreifachimpfung anzuraten.

So beispielsweise, wenn:

  • dein Kind bereits vor dem elften Lebensmonat eine Betreuungseinrichtung besucht
  • in unmittelbarer Umgebung deines Babys Masern, Mumps oder Röteln auftreten

Hier ist eine MMR-Impfung bereits ab dem neunten Lebensmonat, in Ausnahmefällen gar ab dem sechsten Lebensmonat möglich. Nutzen und Risiko müssen aber natürlich entsprechend gegeneinander abgewogen werden. In jedem Fall ist dein Kinderarzt der geeignete Ansprechpartner!

MMR-Impfung: Nebenwirkungen können auftreten

Viele Eltern kennen durchwachte Nächte nach Impfungen nur zu gut. Und so sind auch bei der MMR-Impfung Nebenwirkungen möglich, wenngleich sich diese in Grenzen halten. Das liegt daran, dass die MMR-Impfung eine aktive Impfung ist, also das Immunsystem deines Kindes zur Produktion von Antikörper anregt. Schlimme Nebenwirkungen sind bei der Immunisierung gegen MMR aber eher nicht zu erwarten.

Bekannte Nebenwirkungen MMR Impfung:

  • Rötung, Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle
  • Anschwellen von Lymphknoten in der Nähe der Einstichstelle
  • Mattigkeit und leichtes Fieber
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • selten: hohes Fieber, Fieberkrämpfe, allergische Reaktionen

Autismus durch MMR-Impfung? Nebenwirkung nicht bewiesen

Eine der größten Fehl-Informationen über die MMR-Impfung ist, dass die Schutzimpfung angeblich im Zusammenhang mit Autismus bei Kindern steht. Obwohl inzwischen zahlreiche Studien belegen konnten, dass autistische Störungen keine Nebenwirkung der Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind, hält sich das Gerücht hartnäckig. Die Annahme geht auf einen Artikel von Andrew Wakefield zurück, der bereits 1998 erschienen ist. Inzwischen konnte nachgewiesen werden, dass seine Studie massive methodische Fehler aufweist beziehungsweise Daten sogar gefälscht wurden.

Auch der Berufsverband bezieht dazu klar Stellung: „Diese Behauptung wurde in mehreren epidemiologischen Studien eindeutig widerlegt. Demnach gibt es keinen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus. Erbliche Faktoren gelten als eine der Hauptursachen für autistische Störungen. Auch verschiedene biologische Faktoren spielen als Erkrankungsauslöser eine bedeutsame Rolle“, schreiben sie auf Kinder- & Jugendärzte im Netz in einem Dossier über das Impfen.

Einen weiteren wissenschaftlichen Beweis lieferte erst jüngst ein dänischer Wissenschaftler, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet – es wird von der Bundesärztekammer und der Kassenärztliche Bundesvereinigung herausgegeben. Anders Hviid vom Statens Serum Institut in Kopenhagen hat die Daten von 657.461 Kindern ausgewertet, die in den Jahren von 1999 bis 2010 geboren wurden. Auch er konnte keinen Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus erkennen. Tatsächlich stellte er sogar fest, „dass die geimpften Kinder sogar etwas seltener an Autismus erkrankten.“ Anlass für seine Untersuchungen waren übrigens die steigenden Masern-Erkrankungen in Europa, als Folge einer gewissen Impfmüdigkeit.

Masern trotz Impfung? Keine Angst vor „Impfmasern“

Erschrecke nicht, wenn in den Wochen nach der MMR-Impfung bei deinem Baby Fieber, aber nur leichtes und ein masernähnlicher Ausschlag auftreten. Diese Impfreaktion, die umgangssprachlich auch als Impfmasern bezeichnet wird, tritt vor allem nach der ersten Immunisierung gerne auf, ist aber völlig harmlos und nicht ansteckend.

Dass dein Kind echte Masern trotz Impfung bekommt, ist sehr unwahrscheinlich. Das Robert Koch-Institut erklärt: „Keine Impfung kann eine 100%ige Wirksamkeit garantieren. Die zweifache MMR-Impfung verhindert jedoch bei 93-99% der Geimpften den Ausbruch einer Erkrankung und führt bei diesen erfolgreich Geimpften in der Regel zu lebenslanger Immunität“.

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Quellen: 

Robert Koch-Institut (2017): Schutzimpfung gegen Masern: Häufig gestellte Fragen und Antworten. In: Website des Robert Koch-Instituts. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/MMR/FAQ-Liste_Masern_Impfen.html#FAQId2407234 (letzter Zugriff März 2019)

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.; Dr. Terhardt, Martin (2019): Fragen zu den empfohlenen Impfungen. In: Kinder- & Jugendärzte im Netz. https://www.kinderaerzte-im-netz.de/impfen/haeufige-fragen/fragen-zu-den-empfohlenen-impfungen/ (letzter Zugriff März 2019)

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Allgemeine Informationen über die MMR-Impfung. In: impfen-info.de. https://mmr-entscheidung.impfen-info.de/informationen/mmr-impfung/ (letzter Zugriff März 2019)

Deutsches Ärzteblatt (2019): Kein Hinweis auf Autismus durch MMR-Impfung in Dänemark. In: aerztebaltt.de. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101453/Kein-Hinweis-auf-Autismus-durch-MMR-Impfung-in-Daenemark (letzter Zugriff März 2019)

Hviid, Anders; Vinsløv Hansen, Jørgen; Frisch, Morten; Melbye, Mads (2019): Measles, Mumps, Rubella Vaccination and Autism: A Nationwide Cohort Study. In: Annals of Internal Medicine. https://annals.org/aim/fullarticle/2727726/measles-mumps-rubella-vaccination-autism-nationwide-cohort-study (letzter Zugriff März 2019)

Karges, B. & Wagner, N.: Pädiatrie in 5 Tagen, Springer-Verlag, 2. Auflage, 2017