Mundsoor: Baby richtig behandeln und vor Ansteckung schützen

Mundsoor: Baby richtig behandeln und vor Ansteckung schützen

Unter sechs Monaten befällt Mundsoor Babys relativ häufig. Wie sich dein Baby mit der Pilzerkrankung anstecken kann, welche Symptome sich dabei bemerkbar machen und wie ihr den unangenehmen Mundsoor wieder loswerdet, erklären wir dir hier.

Baby mit Mundsoor
Mundsoor: Babys sind besonders anfällig © Bigstock/ Natalia Deriabina

Mundsoor beim Baby: Was ist das?

Beim Mundsoor (Candidose) ist der Übeltäter ein Hefepilz: Candida albicans. Er breitet sich vorwiegend im Mund- und Rachenraum aus. Besonders häufig befällt der Mundsoor Babys. Das Immunsystem ist bei Säuglingen und Babys unter sechs Monaten manchmal noch nicht gut genug ausgebildet, um den Pilz in Schach zu halten. Ab dem Kleinkindalter kommt Mundsoor daher relativ selten vor. Nur wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch Kortison- oder Antibiotikumgabe, kann der Pilzbefall auch bei größeren Kinder oder Erwachsenen auftreten.

Mundsoor: Baby zeigt folgende Symptome

Hat dein Baby Mundsoor, zeigen sich meist eindeutige Symptome. Wangeninnenseiten, Zunge und auch der Gaumen sind mit einem grau-weißliche, krümeligen Belag überzogen. Dieser Belag unterscheidet sich deutlich von Milchflecken und lässt sich auch nicht abwischen. Es kann sein, dass unter dem Mundsoor Babys Schleimhaut entzündet oder sogar blutig ist. Manchmal tritt zudem leichtes Fieber auf. Außerdem macht sich der Soor manchmal auch zusätzlich im Windelbereich breit: Man spricht dann auch vom Windelsoor.

Mundsoor: Baby mit typisch weiß-grauem Belag auf Zunge

© Wikimedia Commons/ James Heilman MD

Nicht selten ist der Mundsoor für das Baby schmerzhaft, was dazu führt, dass es verhalten trinkt. Achte jetzt besonders darauf, dass es regelmäßig Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn du stillst, musst du es vielleicht öfter anlegen. In ganz seltenen Fällen befällt der Mundsoor auch die Speiseröhre oder den Magen-Darm-Bereich und zieht dann Symptome wie Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen, Schluckbeschwerden oder Schluckauf mit sich.

Video-Empfehlung

Mundsoor Baby: Ursache und Infektionsquellen

Woher kommt er nun, der unangenehme Mundsoor? Babys können überall mit dem Hefepilz in Kontakt kommen. Er befindet sich bei gesunden Menschen im Haut- und Schleimhautbereich. Du kannst ihn also leicht auf dein Baby übertragen. Da sein Immunsystem noch nicht zur Gänze entwickelt ist, breiten sich die Pilzerreger rasch aus.

  • Dein Baby kann sich beispielsweise im Geburtskanal mit dem Pilz anstecken und so einen Mundsoor entwickeln. Daher ist es wichtig, vor der Geburt vaginale Pilzerkrankungen auszuschließen beziehungsweise zu behandeln.
  • Auch eine Ansteckung mit Candida albicans über die – manchmal entzündeten – Brustwarzen beim Stillen kommt häufig vor. Wird hier der Infektionsweg nicht durchbrochen, tritt leicht ein Ping-Pong-Effekt ein und dein Baby steckt sich immer wieder von Neuem an.
  • Mangelnde Hygiene ist ebenfalls ein häufiger Grund für Mundsoor. Babys Schnuller, Fläschchensauger oder Beißringe müssen daher immer ausreichend sterilisiert sein, ansonsten erhöht das die Ansteckungsgefahr.

Mundsoor Baby: Diagnose und Behandlung

Besteht auch nur der geringste Verdacht, dass dein Baby Mundsoor hat, muss unbedingt der Kinderarzt hinzugezogen werden. Anhand der sichtbaren Symptome ist die Verdachtsdiagnose Mundsoor rasch gestellt. Ein Abstrich von der Mundschleimhaut bestätigt den Pilzbefall.

Mundsoor behandeln

Auch wenn es sich schlimm anhört: Keine Panik bei Mundsoor. Babys können gut behandelt werden und in der Regel heilt der Pilzbefall innerhalb von acht bis zehn Tagen ab. Der Arzt wird ein pilzabtötendes Medikament verschreiben, ein sogenanntes Antimykotikum. Dieses verabreichst du deinem Baby als Salbe, Gel oder auch in Tropfenform. Bei einem Stillbaby werden auch die Brustwarzen der Mutter mitbehandelt, um eine Neuinfektion zu vermeiden. Hat der Mundsoor Babys Speiseröhre oder den Magen-Darm-Trakt mit befallen, kann eine orale Gabe von Antimykotika notwendig sein.

Mundsoor beim Baby vorbeugen

Um die Wahrscheinlichkeit gering zu halten, dass dein Baby Mundsoor bekommt, kannst du folgendes tun:

  • Pilzbefall der Scheide vor der Geburt ausschließen beziehungsweise behandeln.
  • Beim Stillbabys für ein trockenes Klima an den Brustwarzen sorgen, das heißt, die Brustwarzen trocken halten und Stilleinlagen regelmäßig wechseln.
  • Dinge, die das Baby in den Mund nimmt (Sauger, Schnuller, Spielzeug etc.), sorgsam auskochen.
  • Dinge, die das Baby in den Mund nimmt, nicht selbst in den Mund nehmen (Schnuller!)