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Mundsoor beim Baby erkennen & behandeln

vonMarkus Kirschbaum

Mundsoor ist eine ansteckende Pilzerkrankung. Woran du Mundsoor beim Baby erkennen kannst, wie er behandelt wird und wie du vorbeugen kannst, erklären wir dir hier.

vonMarkus Kirschbaum
© Bigstock/ Natalia Deriabina

Was ist Mundsoor?

Mundsoor (Candidose) ist eine Pilzinfektion im Mund- und Rachenraum. Der Übeltäter ist der Hefepilz „Candida albicans“. Er ist übrigens auch für Windelsoor verantwortlich.

Besonders häufig befällt der Mundsoor Neugeborene und junge Säuglinge. Auf den Schleimhäuten der Kleinsten findet der Pilz ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Eine natürliche Keimbesiedlung auf der (Schleim-)Haut fehlt Babys noch, sodass das Immunsystem dem Pilz wenig entgegenzusetzen hat.

Ab dem Kleinkindalter kommt Mundsoor daher relativ selten vor. Nur wenn das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch Kortison- oder Antibiotikagabe, kann der Pilzbefall auch bei größeren Kinder oder Erwachsenen auftreten.

Wie erkenne ich Mundsoor beim Baby?

Typisch für Mundsoor ist ein weißlich-grauer, zum Teil krümeliger Belag im Mund- und Rachenraum. Häufig sind die Zunge, der Gaumen, die Wangeninnenseiten und das Zahnfleisch von dem Hefepilz befallen – manchmal auch die Lippen.

: Verwechslungsgefahr
natürlicher Milchbelag

Nach dem Stillen oder dem Fläschchen kann ein weißlicher Milchbelag im Mund entstehen. Der lässt sich aber leicht entfernen – Mundsoor nicht.

Baby mit Mundsoor: Bild von einer Zunge mit typisch weiß-grauem Belag

Baby mit Mundssor

© James Heilman, MD „Oral candidiasis (thrush)“, CC BY-SA 3.0

Ist Mundsoor schmerzhaft?

Hat ein Baby Mundsoor kann sich die Schleimhaut darunter entzünden oder sogar blutig sein. Das kann natürlich unangenehm und schmerzhaft sein. Die Infektion kann auch dazu führen,

  • dass dein Baby Fieber bekommt.
  • dass dein Baby verhalten trinkt

Eine Trinkschwäche tritt vor allem dann auf, wenn auch die Speiseröhre oder den Magen-Darm-Bereich befallen sind. Das verursacht dann zusätzlich Schluckbeschwerden, Sodbrennen, auch Übelkeit und Erbrechen.

Achte trotzdem darauf, dass dein Kind regelmäßig Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn du stillst, musst du es vielleicht öfter anlegen.

Stillen kannst du grundsätzlich immer, auch wenn dein Baby Mundsoor hat. Allerdings ist es natürlich möglich, dass du dich selbst mit dem Pilz ansteckst (Brustwarzensoor). Achte daher besonders auf gute Hygiene und Sauberkeit.

Ist Mundsoor ansteckend?

Der Hefepilz Candida albicans befindet sich bei Menschen ganz natürlich im Haut- und Schleimhautbereich. Über den Speichel oder die Hände kann er sehr leicht übertragen werden. Babys können sich also nahezu überall damit anstecken.

Häufige Infektionsquellen

  • Währen einer vaginalen Geburt
    Dein Baby kann sich schon während der Geburt in der Scheide der Mutter mit dem Pilz anstecken und den Mundsoor entwickeln.
  • Beim Stillen
    Eine Ansteckung mit Candida albicans über die – manchmal entzündeten – Brustwarzen beim Stillen kommt vor. Deswegen ist es wichtig, dass du eine Behandlung mit dem Arzt absprichst. Wird der Infektionsweg nicht durchbrochen, tritt leicht ein Ping-Pong-Effekt ein und dein Baby steckt sich immer wieder von Neuem an.
  • Über den Schnuller
    Mangelnde Hygiene ist ebenfalls ein häufiger Grund für Mundsoor. Babys Schnuller, Fläschchensauger oder Beißringe sollten daher immer ausreichend sterilisiert sein, ansonsten erhöht das die Ansteckungsgefahr.

Wichtig: Einen heruntergefallenen Schnuller solltest du zum „Säubern“ nicht abschlecken und deinem Baby wiedergeben. Auch das erhöht das Infektionsrisiko – übrigens auch für andere Infektionskrankheiten wie Herpes.

Richtige Behandlung von Mundsoor: Baby zum Arzt bringen

Besteht der Verdacht, dass dein Baby Mundsoor hat, solltest du mit ihm unbedingt zu einem Kinderarzt gehen. Die Infektion lässt sich mit Pilzmitteln gut behandeln, kann manchmal aber hartnäckig sein. Der Arzt wird einen Abstrich von der Mundschleimhaut machen, um den Pilzbefall sicher zu bestätigen.

Soor, egal ob im Mund- oder Windelbereich, wird mit pilztötenden Medikamenten behandelt, mit sogenannten Antimykotika. Der Arzt verschreibt diese meist in Form von einer Salbe, einem Gel oder auch in Tropfenform. Hat der Pilz bereits Speiseröhre oder den Magen-Darm-Trakt mit befallen, kann eine orale Gabe von Antimykotika notwendig sein.

Das Tückische an einem Pilzbefall ist, dass man sich leicht wieder damit anstecken kann. Daher ist es wichtig, die Medikamente genau nach Anweisungen aufzutragen und sich streng an die Dosierung und die Dauer zu halten. Nur so wird dein Baby den Mundsoor wirklich dauerhaft los.

Aus dem gleichen Grund werden bei einem Stillbaby auch die Brustwarzen der Mutter mitbehandelt, um eine Neuinfektion zu vermeiden.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte gibt zum Thema Soor auf ihrer Website Kinderärzte im Netz zudem den Tipp:

„Bis zum Arztbesuch können Eltern die betroffenen Stellen mit verdünnter Myrrhentinktur betupfen und so das Brennen und Wundgefühl im Mund ein wenig lindern. Allgemein ist es sehr wichtig, dass das Kind während der Behandlung ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Kinder sollten jedoch keinen Kamillentee trinken, er steht in Verdacht die Infektion eher zu fördern.“

Mundsoor beim Baby vorbeugen

Eine gute Hygiene ist das Wichtigste, um einer Pilzinfektionen vorzubeugen. Folgendes kannst du tun, um die Wahrscheinlichkeit gering zu halten, dass dein Baby Mundsoor bekommt:

  • Pilzbefall der Scheide vor der Geburt ausschließen beziehungsweise behandeln. Warte damit aber nicht erst bis zur 39. SSW oder 40. SSW – schließlich kann das Baby auch schon vor dem errechneten Geburtstermin kommen.
  • Beim Stillbabys für ein trockenes Klima an den Brustwarzen sorgen, das heißt, die Brustwarzen trocken halten und Stilleinlagen regelmäßig wechseln.
  • Schnuller, Flaschensauger und alles andere, das dein Baby regelmäßig in den Mund nimmt, sollte regelmäßig sterilisiert werden.
  • Dinge, die das Baby in den Mund nimmt, nicht selbst in den Mund nehmen (Schnuller!)
  • Wasch dir regelmäßig die Hände.

Quellen

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