Nabelbruch Baby: Wie gefährlich ist der Bruch wirklich?

Nabelbruch Baby: Wie gefährlich ist der Bruch wirklich?

Leicht zu erkennen an einer weichen Beule auf dem Bäuchlein: der Nabelbruch. Babys sind davon besonders häufig betroffen. Wie gefährlich das wirklich ist und wann eine Operation notwendig wird, erklären wir hier.

Neugeborenes liegt auf Wickeltisch
Ein Loch in der Bauchwand ist Ursache für den Nabelbruch © Bigstock/ Denis Kovaliov

Nabelbruch: Babys besonders betroffen

Unter einem Nabelbruch versteht man generell das Austreten von Organteilen um den Bauchnabel herum durch eine Lücke in der Bauchwand. Das klingt zunächst schlimm, ist aber in den meisten Fällen ganz harmlos. Bei Säuglingen tritt eine Nabelhernie, so der Bruch in der Fachsprache, relativ häufig auf. Besorgte Eltern dürfen also aufatmen: Wirklich in Gefahr bringt ein Nabelbruch Baby nicht. Er sieht dramatischer aus als er ist. Trotzdem gilt: Entdeckst du also eine ungewöhnliche Beule am Nabel deines Babys, solltest du dir am besten gleich einen Termin bei deinem Kinderarzt ausmachen.

Symptome: Nabelbruch erkennen

  • Rund um den Bauchnabel tritt eine kleine, bis zu fünf Zentimeter große Beule aus.
  • Die Beule ist weich und lässt sich zurück in den Bauchraum schieben.
  • Vor allem beim Pressen oder Schreien macht sich die Beule bemerkbar. Währenddessen wird verstärkt Druck auf die Bauchdecke ausgeübt. Teile des Darms drücken sich in Folge durch die Lücke nach außen.
  • Wichtig: Schmerzen bereitet sollte der Nabelbruch Baby nicht!

Falls dein Kind tatsächlich Schmerzen (meist krampfartig) haben sollte, gehe bitte umgehend zum Arzt. Es kann passieren, dass sich Darmschlingen in der Bruchlücke eingeklemmt haben.

Wie entsteht ein Nabelbruch beim Baby?

Meist ist die Hauptursache für einen Nabelbruch Babys durchlässige Bauchwand. Denn ein Kind wird immer mit einer kleinen Lücke darin geboren. Sie befindet sich dort, wo es durch die Nabelschnur mit der Mutter verbunden war. In vielen Fällen schließt sich diese Lücke spontan etwa zum gleichen Zeitpunkt, wenn der Nabelschnurrest abfällt. Ist das nicht der Fall und hat sich die Bauchdecke bis dahin noch nicht vollständig geschlossen, kann bei deinem Baby ein Nabelbruch auftreten.

Übrigens: Einem Nabelbruch beim Baby kannst du nicht vorbeugen!

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Nabelbruch beim Baby: Ist er gefährlich?

Ein Nabelbruch beim Baby sieht zwar besorgniserregend aus, ist in den meisten Fällen aber kein Grund zur Sorge. Sobald die Bauchdecke deines Babys stärker wird, bildet sich der Nabelbruch häufig von selbst zurück. In etwa 95 Prozent aller Fälle ist er bis zum dritten Lebensjahr nicht mehr vorhanden. Lediglich wenn der Nabelbruch Baby Probleme bereitet oder Komplikationen auftreten, sind Maßnahmen notwendig.

Bei Nabelbruch Baby zum Arzt bringen

Entdeckst du bei deinem Baby eine Beule im Bereich des Nabels, die auf einen Nabelbruch schließen lässt, ist stets der Gang zum Kinderarzt angeraten. Der Arzt stellt die Diagnose meist anhand des Erscheinungsbildes und durch abtasten. Bei Unsicherheiten können Ultraschall oder Computertomographie (CT) die Diagnose bestätigen.

Ein Nabelbruch beim Baby, der ohne Komplikationen verläuft, wird in der Regel nichts unternommen und nur beobachtet. In den meisten Fällen macht die Beule am Bauch deines Babys keine Probleme und bildet sich irgendwann von selbst zurück. Hat man früher manchmal eine Bauchbandage verwendet, um das Vorwölben der Darmschlingen zu verhindern, sieht man davon heutzutage meist ab, um Babys Haut nicht unnötig zu reizen.

Nabelbruch Baby: Wann ist eine Operation notwendig?

In Einzelfällen kann eine Nabelbruch-Operation notwendig werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn durch den Nabelbruch Babys Organteile so eingeklemmt werden, dass eine ausreichende Blutversorgung nicht mehr gegeben ist.

  • Verfärbt sich die Beule auf Babys Bauch bläulich,
  • hat es sichtlich Schmerzen und
  • tritt Fieber auf,

ist dies als Notfall zu sehen. Das passiert aber zum Glück nur ausgesprochen selten.

Bildet sich die Nabelhernie im Laufe der Zeit nicht von selbst zurückbildet, raten Ärzte die Lücke in der Bauchdecke bis zur Einschulung zu schließen. Der Eingriff ist risikoarm und findet meist ambulant statt.