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Nabelbruch beim Baby: Wie gefährlich ist das wirklich?

vonSonja Hagl

Leicht zu erkennen an einer weichen Beule auf dem Bäuchlein: der Nabelbruch. Babys sind davon besonders häufig betroffen. Wie gefährlich ist das? Und wann ist eine Operation notwendig?

vonSonja Hagl
Ein Loch in der Bauchwand ist Ursache für den Nabelbruch
Ein Loch in der Bauchwand ist Ursache für den Nabelbruch
© Bigstock/ Denis Kovaliov

Nabelbruch tritt bei Babys häufig auf

Unter einem Nabelbruch (Nabelhernie) versteht man generell das Austreten von Organteilen um den Bauchnabel herum durch eine Lücke in der Bauchwand. Das klingt zunächst schlimm, ist aber in den meisten Fällen ganz harmlos.

Bei Säuglingen tritt eine Nabelhernie relativ häufig auf. Schätzungen zufolge haben etwa 20 Prozent aller Babys einen Nabelbruch. Frühgeborene (vor allem mit einem Geburtsgewicht von unter 1,5 Kilo) trifft es noch häufiger. Hier bekommen etwa zwei von drei Babys einen Nabelbruch.

Übrigens neigen Mädchen eher zu Nabelbrüchen als Jungen.

Besorgte Eltern dürfen also aufatmen: Der Bruch sieht oftmals dramatischer aus als er ist. Trotzdem sollte er nicht unbehandelt bleiben.

Es gilt: Entdeckst du also eine ungewöhnliche Beule am Nabel deines Babys, solltest du einen Termin bei deinem Kinderarzt ausmachen.

Woher kommt ein Nabelbruch beim Baby?

Ein Nabelbruch beim Baby kann zwei unterschiedliche Ursachen haben. Es kann sich um einen angeborenen oder einen erworbenen Nabelbruch handeln.

Angeborener Nabelbruch

Hierbleibt ein Nabelbruch, der während der Schwangerschaft (in der vierten bis fünften Schwangerschaftswoche) entsteht, nach der Geburt erhalten.

In der Regel bildet sich diese Form des Nabelbruchs bei Babys bis zur neunten Schwangerschaftswoche wieder zurück – jedoch kann der Bruch auch bis nach der Geburt erhalten bleiben.

Erworbener Nabelbruch

Die  Hauptursache für einen erworbenen Nabelbruch ist die Babys durchlässige Bauchwand. Denn ein Kind wird immer mit einer kleinen Lücke darin geboren. Sie befindet sich dort, wo es durch die Nabelschnur mit der Mutter verbunden war. In vielen Fällen schließt sich diese Lücke spontan zum gleichen Zeitpunkt, wenn der Nabelschnurrest abfällt.

Ist das nicht der Fall und hat sich die Bauchdecke bis dahin noch nicht vollständig geschlossen, kann ein Nabelbruch entstehen. Schreit das Baby beispielsweise sehr viel, bevor sich eine Nabelnarbe bilden kann, kommt es oft zu einem erworbenen Nabelbruch. Durch den erhöhten Druck werden Dünndarm- oder Dickdarmschlingen durch die Lücke in der Bauchwand nach außen gedrückt.

Vom erworbenen Nabelbruch sind vor allem sehr leichte Frühgeborene und Babys mit besonderen Stoffwechsel- oder Erbkrankheiten (zum Beispiel Trisomien) betroffen.

Übrigens: Einem Nabelbruch beim Baby kannst du nicht vorbeugen!

Wie erkennt man einen Nabelbruch beim Baby?

Einen Nabelbruch macht sich meist deutlich durch diese Symptome bemerkbar:

  • Rund um den Bauchnabel tritt eine kleine, bis zu fünf Zentimeter große Beule aus.
  • Die Beule ist weich und lässt sich vom Arzt zurück in den Bauchraum schieben.
  • Vor allem beim Pressen oder Schreien macht sich die Beule bemerkbar. (Hier wird verstärkt Druck auf die Bauchdecke ausgeübt. Teile des Darms drücken sich in Folge durch die Lücke nach außen.)
  • Wichtig: Schmerzen bereiten sollte der Nabelbruch nicht!

Falls dein Kind tatsächlich Schmerzen (meist krampfartig) haben sollte, gehe bitte umgehend zum Arzt. Es kann passieren, dass sich Darmschlingen in der Bruchlücke eingeklemmt haben. Ein eingeklemmter Nabelbruch ist ein medizinscher Notfall – hier kann Lebensgefahr bestehen.

Wie sieht ein Nabelbruch beim Baby aus?

In dieser Grafik erkennst du direkt den Unterschied zwischen einem normalen Bauchnabel und einem Nabelbruch beim Baby. Natürlich kann die Größe der Hernie variieren.

Bild von einem Baby-Nabelbruch

© Bigstock/ Artemida-psy

Wichtiger Hinweis: Schiebe den Bruch nicht in Eigenregie wieder in den Bauchraum. Nur ein Arzt sollte das tun!

Kann ein Nabelbruch gefährlich werden?

Ein Nabelbruch beim Baby sieht zwar besorgniserregend aus, ist in den meisten Fällen aber kein Grund zur Sorge. Lediglich wenn der Nabelbruch Baby Probleme bereitet oder Komplikationen auftreten, sind Maßnahmen wie eine Operation notwendig.

Eingeklemmter Nabelbruch: Ein Notfall

Wenn sich Teile des Bauchorgane im Nabelbruch einklemmen, handelt es sich um einen Notfall. Ein eingeklemmter Nabelbruch muss direkt operiert werden.

Du erkennst ihn so:

Die Beule färbt sich blau
Dein Baby hat starke Schmerzen
Es bekommt Fieber

Zum Glück kommt dieser Notfall aber sehr selten vor!

Nabelbruch: Baby zum Arzt bringen?

Ein Nabelbruch beim Baby ist zwar meist harmlos, dennoch solltest du zum Kinderarzt gehen, wenn du eine Beule am Nabel deines Babys bemerkst. Durch Abtasten und via Ultraschall kann dein Arzt die Diagnose bestätigen.

Wenn die Hernie keine Beschwerden verursacht, schiebt der Arzt sie meist problemlos zurück. Solange keine Komplikationen bestehen, braucht nicht behandelt zu werden – sondern nur der Verlauf beobachtet.

Wie lange dauert ein Nabelbruch bei Babys?

In den meisten Fällen bildet sich der Nabelbruch von selbst zurück – sobald die Bauchdecke deines Babys stärker wird. Spezielle Nabelpflaster oder Bauchbandagen werden heutzutage nicht mehr benutzt – von ihnen wird oft sogar abgeraten.

In etwa 95 Prozent aller Fälle ist er bis zum dritten Lebensjahr nicht mehr vorhanden.

Wann muss ein Nabelbruch beim Baby operiert werden?

In Einzelfällen kann eine Nabelbruch-Operation notwendig werden.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Nabelbruch sehr groß ist. Denn bei großen Nabelbrüchen ist die Haut über dem Bruch sehr dünn und daher leicht verletzlich. Meist wird hier im Laufe des ersten Lebensjahres operiert. Hierbei handelt es sich um einen recht risikoarmen Eingriff, der in der Regel ambulant stattfindet.

Wenn sich die Nabelhernie im Laufe der Zeit nicht von selbst zurückbildet (auch wenn das Kind keine Beschwerden hat), raten Ärzte dazu, die Lücke in der Bauchdecke bis zur Einschulung zu schließen.

Denn laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte kann „jeder 4. nichtbehandelte Nabelbruch im Laufe des Lebens einklemmen“.  Und ein eingeklemmter Nabelbruch bei Babys ist ein Notfall – er muss sofort operiert werden.

Quellen

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