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Nasentropfen Baby: Gefährlich oder wichtiger Schnupfen-Helfer?

Sind Nasentropfen Babys letzter Helfer bei einer verstopften Nase, ist Vorsicht geboten. Einige Wirkstoffe können zu hoch dosiert gefährlich werden. Lies hier alle Infos über mögliche Gefahren, die richtige Dosierung und natürliche Nasentropfen-Alternativen.

Diese Nasentropfen sind unbedenklich
Diese Nasentropfen sind unbedenklich
© Unsplash/ Brytny.com

Unter einer verstopften Nase leiden Babys besonders. Zum einen sind die Atemwege noch so klein, dass sie leicht zuschwellen und verstopfen, zum anderen können sie noch nicht durch den Mund atmen. Das heißt, wenn das Baby Schnupfen hat, muss die Nase unbedingt freigehalten werden.

Doch gerade abschwellende Nasentropfen für Babys unter zwei Jahren stehen immer wieder in der Kritik. Was heißt das für verschnupfte Babys?

Abschwellende Nasentropfen: Baby gefährdet?

Grundsätzlich enthalten abschwellenden Nasentropfen, für Säuglinge und auch für Erwachsene, Wirkstoffe wie Oxymetazolin oder Xylometazolin. Diese verengen die feinen Blutgefäße der Nase.

Das Nasensekret kann dadurch besser abfließen und kleine und große Patienten bekommen wieder besser Luft. Doch die Wirkstoffe können in geringen Mengen in die Blutlaufbahn gelangen und auf diesem Weg auch ins Gehirn.

Die Gefahr: Durch seine gefäßverengende Wirkung können die Nasentropfen im schlimmsten Fall die Herzfrequenz senken und betäubend wirken – das kann zu einer verlangsamten Atmung und einem komaähnlichen Zustand führen.

Je kleiner das Kind, desto höher das Risiko. Daher wird vor Baby-Nasentropfen mit den Wirkstoffen Xylometazolin und Oxymetazolin auch gewarnt.

Trotzdem gilt: Nach Rücksprache mit dem Kinderarzt sind die Nasentropfen Säuglings Rettung bei Schnupfen und grundsätzlich erlaubt, aber nur im Rahmen der empfohlenen Tagesdosis.

Nasentropfen Baby: richtige Dosierung

Auf keinen Fall solltest du dem Baby Nasentropfen geben, die auch du verwendest! Die abschwellenden Wirkstoffe sind in diesen Präparaten viel zu hoch konzentriert. Für Kinder unter zwei Jahren gibt es Nasentropfen mit einer reduzierten Xylometazolin-Konzentration. Sie beträgt meist nur 0,025 Prozent (z.B. Otriven Nasentropfen).

Es gilt:

  • Die Nasentropfen Baby nicht öfter als drei Mal am Tag verabreichen.
  • Die Nasentropfen Säugling nicht länger als maximal sieben Tage verabreichen.

Auch wenn die Nasentropfen für Babys in der Apotheke frei erhältlich sind, solltest du die Therapie mit eurem Kinderarzt absprechen.

Otriven Nasentropfen: Baby nicht selbständig behandeln

Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) warnt vor Überdosierung von Otriven gegen Schnupfen bei Säuglingen. Es besteht ein potenzieller Medikationsfehler aufgrund unzureichender Dosierungsgenauigkeit der Pipette.

Mehrere Eltern meldeten bei Apotheken, dass die empfohlene Menge an Tropfen durch die Pipettenmontur nur schwierig einzuhalten sei, so die AMK. Kinder bleiben selten stillsitzen, wenn es um Medikamente geht. Besonders bei unruhigen Babys und Kindern kann es daher leicht zu einer Überdosierung führen.

In der Produktinformation zu Otriven Nasentropfen wurde seit 2019 der Hinweis hinzugefügt, dass eine Anwendung bei Babys unter einem Jahr unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden sollte.

Bei der Dosierung sei erhöhte Vorsicht geboten, damit das Risiko von schweren Nebenwirkungen vorgebeugt wird. Zu den bekannten Nebenwirkungen der Nasentropfen gehören:

  • Starkes Herzklopfen
  • Bluthochdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Halluzinationen
  • Atemstillstand

Korrekte Anwendung von Nasentropfen bei Säuglingen

Vor der Applikation sollte die Nase deines Kindes geputzt werden. Bei Babys kann auch ein Nasensauger benutzt werden. Dabei drauf achten, dass der Nasensauger nicht in die Nase eingeführt wird, sondern lediglich an die Öffnung gehalten wird. Das Kind sollte am besten auf dem Rücken liegen oder so liegen, dass der Kopf leicht nach hinten gebeugt ist.

 

Die Pipette der Nasentropfen wird vorsichtig weniger als einen halben Zentimeter in das Nasenloch geführt und mit leichtem Druck ein Tropfen appliziert. Wenn du dir unsicher bist, kannst du es vor dem Einführen außerhalb der Nase üben.

Nach der Anwendung wird die Pipette wieder achtsam rausgezogen und gründlich gesäubert. Auch unbedingt den Applikator nur an einer Person benutzen, damit eine eventuelle Übertragung der Erreger ausgeschlossen werden kann.

Wichtig: Generell dürfen abschwellende Nasentropfen nur wenige Tage lang benutzt werden. Das gilt für Babys und Kinder, genauso wie für Erwachsene.

Besser auf diese Inhaltsstoffe setzen

Viele Eltern verwenden keine Nasentropfen. Baby kann nämlich auch häufig auch mit alternativen Präparaten geholfen werden. Grundsätzlich hilft alles, was die Schleimhäute feucht hält. Hier findest du geeignete Hausmittel gegen Schnupfen bei Babys:

  • Zwiebeldämpfe
  • Frische Luft
  • Erhöhte Luftfeuchtigkeit
  • Muttermilch
  • Schlafposition erhöhen
  • Nasensauger
  • Schlaf und Ruhe
  • Kochsalzlösung

Quellen