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Neugeborenenakne – Ursachen & Behandlung

vonJulia Göge

Neugeborenenakne? Richtig, Akne kann auch schon die Kleinsten treffen. Hier erfährst du, was Babyakne auslöst und was du gegen die Pickelchen tun kannst.

vonJulia Göge
© Bigstock/ Sopotniccy

Die Neugeborenenakne, auch Acne neonatorum oder Babyakne genannt, ist durchaus typisch für Säuglinge. Etwa jedes fünfte Baby bekommt innerhalb der ersten vier bis sechs Wochen solche Pickelchen, vorzugsweise im Gesicht und Schulterbereich.

Wie sieht Neugeborenenakne aus? Bilder

Bei der Neugeborenenakne bilden sich im Gesichtsbereich deines Kindes kleine weiße, manchmal gerötete Pickel. Manchmal sind diese Pickel mit ein wenig hellem Eiter gefüllt.

Baby mit Neugeborenenakne

© selbst erstellt (Fragegeist), Public domain, via Wikimedia Commons

Sie treten häufig im Bereich der Wangen auf und können sich von da aus über das ganze Gesicht bis hin zu den Schultern verteilen.

Es sieht zwar nicht schön aus, doch für dein Kleines ist die Babyakne absolut unbedenklich: Die Pickel schmerzen weder, noch jucken sie. Es wird das ganze also gar nicht mitbekommen.

Babyakne: Symptome & Hautbild

  • kleine rote Pusteln mit gelblichen Knötchen
  • vorwiegend auf den Wangen
  • tritt meist um die dritte Lebenswoche auf
  • Pickel jucken nicht
  • Jungs sind häufiger betroffen
  • Babyakne heilt von allein aus (meist nach wenigen Wochen)
Baby mit Neugebornenakne

© Bigstock/ ITLPhoto

: Neugeborenenakne oder Ausschlag?

Grundsätzlich kannst du leicht unterscheiden, worum es sich handelt. Denn: Die Neugeborenenakne juckt nicht. Wenn die Pickelchen jucken, dann handelt es sich wahrscheinlich nicht um Babyakne.

Neugeborenenakne: Wann und warum tritt sie auf?

Babyakne wird meist mit einer hormonellen Umstellung in Verbindung gebracht. Während der neun Monate Schwangerschaft wird dein Kind von den Hormonen in deinem Blut beeinflusst. Gerade in den letzten drei Monaten helfen diese Hormone gehörig bei der Entwicklung verschiedener Organe, um dein Baby außerhalb deines Körpers lebensfähig zu machen.

: ein Überblick

Nach der Geburt wird diese Verbindung gekappt und der Hormonhaushalt deines Kindes gerät kurzzeitig ins Ungleichgewicht. Die Folge ist eine erhöhte Talgproduktion, die dann für die Akne sorgt.

Meistens bricht die Neugeborenenakne um die dritte Lebenswoche aus.

Interessanterweise tritt die Babyakne häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf. Es wird vermutet, dass bei Jungen die Hormonumstellung nach der Geburt größer ist. Kinder, deren Eltern selbst Akne hatten, tendieren eher dazu, Neugeborenenakne zu bekommen.

Wie lange: Neugeborenenakne verschwindet schnell wieder

Sobald sich der Hormonhaushalt des Säuglings reguliert hat, verschwinden die Baby-Pickel in der Regel genauso plötzlich, wie sie gekommen sind. Damit ist die Neugeborenenakne meist nach ein paar Wochen überstanden, fast als ob nie etwas gewesen wäre. Denn die Pickel und Pusteln heilem von alleine ab, ohne irgendwelche Narben auf der Haut deines Kindes zu hinterlassen.

Wie wird Neugeborenenakne behandelt?

Die beste Behandlung bei einer Neugeborenenakne ist: gar keine Behandlung. Denn die Pickel verschwinden auch von allein wieder.

Auf keinen Fall solltest du versuchen, Pickel auszudrücken.

Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar sowie Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen rät:

„Eltern sollten auf keinen Fall rezeptfreie Mittel gegen Akne bei ihrem Baby anwenden. Diese schaden der empfindlichen Babyhaut.“

Hier findest du einige Hinweise, die du beachten solltest:

Neugeborenenakne: Was tun?

  • Achte darauf, dass dein Kind nicht versucht, die Pickel aufzukratzen
  • Halte das Gesicht deines Babys trocken
  • Wasche das Gesicht nur mit warmem Wasser
  • Reibe mit dem Waschlappen oder dem Handtuch nicht zu sehr
  • Nutze Pflege- und Waschmittel ohne reizend Stoffe oder Parfüme
  • Achte auf eine rauchfreie Umgebung: Rauch reizt die Babyhaut zusätzlich
  • Ringelblumenseife oder -salbe können Hautreizungen beruhigen

 

: Hilft Muttermilch bei Babyakne?

Es stimmt, dass Muttermilch antibakterielle Eigenschaften hat. Daher wird manchmal empfohlen die Neugeborenenakne mit Muttermilch zu betupfen. Im Grunde spricht nichts dagegen, aber ein Wunder wird dadurch nicht geschehen – die Pickelchen werden davon nicht einfach verschwinden.

Wenn die Haut besonders gereizt und gerötet ist, kann die Milch allerdings helfen diese Symptome zu lindern.

Verwechslungsgefahr: Der Unterschied zu anderen Hautveränderungen

Neben der Neugeborenenakne gibt es noch andere Hautveränderungen, die im Babyalter vorkommen können.

Bist du dir unsicher, ob es sich wirklich um einen Babyakne handelt, kannst du dich immer an deinen Kinderarzt oder deine Hebamme wenden.

Säuglingsakne (Acne infantum) ab 3. Monat

Das Alter ist ganz entscheidend, wenn dein Baby Pickel bekommt. Denn treten die Pickel erst zwischen dem dritten und sechsten Monat auf, handelt es sich nicht mehr um Neugeborenenakne.

In diesem Fall spricht man von der sogenannten Säuglingsakne (Acne infantum). Diese sieht ähnlich aus. Die Pickelchen bei der Säuglingsakne können aber jucken und gehen oft mit Entzündungen einher, die zum Teil medikamentös behandelt werden müssen.

Neurodermitis

Ab dem dritten Lebensmonat zeigen sich oft auch erste Anzeichen einer Neurodermitis. Auch hier zeigen sich Hautveränderungen im Bereich des Gesichts – jedoch auch die Arme und Beine sind betroffen.

Im Unterschied zur Neugeborenenakne juckt die Haut bei der Neurodermitis stark.

Wie du eine Neurodermitis bei Babys erkennst und, was du tun kannst, liest du hier:

: erkennen und behandeln

Weitere Hautirritationen

Neben der Säuglingsakne und Neurodermitis gibt es noch weitere Hautveränderungen, die auftreten können. Einige davon werden, wie die Neugeborenenakne, auf den Hormonspiegel zurückgeführt.

  • Milien/ Grießkörner (weiße kleine Zysten um den Augenbereich)
  • Kopfgneis (weiche Schuppen auf der Kopfhaut)
  • Milchschorf (Schuppen auf Kopf, Gesicht und Rumpf, juckende Haut)

Kopfgneis und Milchschorf werden oft als Synonyme benutzt – das stimmt aber nicht. Hier erklären wir dir die Unterschiede. Außerdem findest du Tipps, was du tun kannst:

: der Unterschied

Quellen

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