Ab wann sollte mein Baby den Pinzettengriff können?

Ab wann sollte mein Baby den Pinzettengriff können?

Der Pinzettengriff ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Feinmotorik deines Kindes. Erfahre hier, ab wann die meisten Kinder den Pinzettengriff beherrschen, wie du diese Entwicklung fördern kannst und warum diese Fähigkeit auch Risiken für dein Kind mit sich bringt.

Baby übt Pinzettengriff mit Käse
Fingerfood als Anreiz für den Pinzettengriff © Bigstock/ Danilsson

Pinzettengriff: Teamwork von Daumen und Zeigefinger

Der Pinzettengriff ist ein ganz entscheidender Schritt in der motorischen Entwicklung deines Kindes. Das bewusste Zusammenspiel aus Daumen und Zeigefinger um einen kleinen Gegenstand aufzuheben, erfordert nämlich viel Übung und Konzentration.

Ab wann können Babys den Pinzettengriff?

Die meisten Babys lernen den Pinzettengriff mit circa acht bis neun Monaten und verfeinern ihn dann stetig. Zunächst klemmen Babys Gegenstände noch eher zwischen den unteren Teil des Daumens und des Zeigefingers. Doch schnell wird diese Bewegung verfeinert und dein Kind kann kleine Dinge vorne zwischen den Fingern packen. Sind die Fingerchen dabei sogar schon leicht gekrümmt, so dass die Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger genau zusammentreffen, spricht man streng genommen nicht mehr vom Pinzettengriff, sondern vom Zangengriff. Diesen können die meisten Kinder um den elften Monat herum. Aber natürlich gibt es keinen Stichtag, ab wann der Pinzettengriff beziehungsweise der Zangengriff beherrscht werden muss.

Pinzettengriff macht kleine Dinge interessant – und birgt damit auch neue Gefahren

Bisher hat dein Baby sein Spielzeug mur mit der ganzen Hand aufnehmen können, der Pinzettengriff macht jetzt natürlich auch kleinere Dinge interessant: Knöpfe, Steinchen, Fussel und für kleine Vielfraße jede Form von kleingeschnittenem Essen oder beispielsweiße auch Beeren. Es macht den Kleinen Spaß, das Fingerfood zu begutachten und selbst aufzupicken. Aber Vorsicht: Gerade bei Früchten wie Beeren oder Trauben aber auch generell bei Kleingeschnittenem besteht die Gefahr, dass sich dein Baby daran verschluckt. Lass es also beim Essen lieber nicht unbeaufsichtigt.

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Aus deiner eigenen Erfahrung weißt du aber sicher, dass sich dein Baby nicht nur Essen, sondern fast alles gerne in den Mund steckt, um es zu befühlen. Dieser Reflex ist auch mit einem Dreivierteljahr noch stark ausgeprägt. Daher solltest du dein Baby jetzt ein bisschen genauer im Auge behalten, um reagieren zu können, wenn etwas im Mund landet, das da nicht reingehört.

Pinzettengriff spielerisch fördern

Bei diesen fünf Spielideen für dein Baby geht es in erster Linie nicht darum, dass es den Pinzettengriff schnell lernt. Aber diese Tipps können dein Kind lange beschäftigen und geben vielleicht den notwenigen Anreiz, seine Finger gezielter einzusetzen.

Eine Dose viele Bänder: Hier geht es darum, die Bänder eines nach dem anderen herauszuziehen.

Auch dieser Regenbogenball hat das gleiche Ziel: Dein Kleines muss die Tücher gezielt greifen, um sie aus dem Ball zu bekommen.

Rein statt raus heiß es bei diesem Spiel: Erst muss dein Kind die Deckel aufsammeln und dann in den Schlitz stecken. Wenn du kleine Flaschendeckel verwendest ist der Pinzettengriff noch stärker gefordert.

Ein Gedulds- und Motorikspiel ist dieses hier: Wie bekomme ich den Ball nur wieder aus dem Schneebesen?

Die sogenannten „Busy Boards“ oder „Sensory Boards“, die in Amerika großer Trend sind, können auch dazu beitragen, die Feinmotorik und ganz im speziellen den Pinzettengriff zu fördern. Wenn du es selber baust, kannst du das Board ganz individuell auf die Fähigkeiten deines Babys anpassen.