Schlafregression: Was tun, wenn Babys plötzlich schlechter schlafen?

vonConnie Gräf-Adams | freie Autorin
Baby liegt wach im Bett
In welchem Alter tritt die Schlafregression auf?
© Unsplash/ Alex Bodini

Eigentlich hat es mit dem Schlafen schon ganz gut geklappt, aber auf einmal wacht dein Baby nachts wieder ständig auf? Womöglich steckt hinter dem veränderten Schlafverhalten eine Schlafregression. Wie du diese erkennen kannst, in welchem Alter die Schlafstörungen häufig auftreten und was übermüdete Eltern dagegen tun können, erfährst du in unserem Beitrag.

Was ist eine Schlafregression beim Baby?

Von einer Schlafregression sprechen Experten, wenn sich in bestimmten Phasen plötzlich das Schlafverhalten von Baby oder Kleinkind ändert.

Jedoch ist der Begriff Regression etwas irreführend: Zwar mag es sich um einen vermeintlichen Rückschritt hinsichtlich des Einschlafens und Durchschlafens handeln, tatsächlich verbirgt sich hinter dem Phänomen aber ein Fortschritt.

Ursache für die Phasen der Schlafregression sind nämlich die verschiedenen Entwicklungs- und Wachstumsschübe der Kleinen. Du musst dir also keine Sorgen wegen möglicher gesundheitlicher Probleme deines Kindes machen – die Schlafregression ist Teil von einem ganz natürlichen und wichtigen Prozess.

Wie macht sich die Schlafregression bemerkbar?

Typisch für eine Schlafregression sind diese Anzeichen:

  • Dein Baby wacht nachts häufiger auf, die Schlafphasen sind plötzlich kürzer.
  • Beim Mittagsschlaf wie auch abends kommt dein Kind nur schwer zur Ruhe und kann schlecht einschlafen.
  • Als Folge des Schlafmangels ist es tagsüber oft quengelig und weint mehr.

Derartige Schlafprobleme treten übrigens nicht bei allen Babys und Kleinkindern auf. Jedes Kind hat sein eigenes Schlafmuster, einige durchlaufen die Regressionsphasen deshalb ohne ersichtliche Veränderungen der Schlafgewohnheiten.

In welchem Alter tritt die Schlafregression auf?

Phasen der Schlafregression bei Babys und Kleinkindern werden ungefähr in diesem Alter beobachtet:

  • 4-Monats-Schlafregression: Körper und Gehirn entwickeln sich in diesem Alter rasant. Das wirkt sich auch auf den Schlafrhythmus aus, es kommt zu längeren Tiefschlafphasen. Oft verläuft der Übergang in das neue Schlafmuster nicht ganz reibungslos. Dass sich das Kleine jetzt selbstständig auf den Bauch drehen kann und das auch im Schlaf tut, kann ebenfalls zu Schlafstörungen führen.
  • 8-Monats-Schlafregression: Dein Baby erkennt immer mehr Dinge in seiner Umgebung, beginnt zu krabbeln und sich hochzuziehen. Zusätzlich erlebt es das Fremdeln und damit verbunden Angst und Unsicherheit. Die vielen neuen Eindrücke werden nachts verarbeitet, was zu einem unruhigen Schlaf führt. Bei einigen Kindern brechen jetzt die seitlichen Schneidezähne durch, was die Nachtruhe zusätzlich stört.
  • 12-Monats-Schlafregression: Um den ersten Geburtstag herum wird es immer turbulenter. Das Kleine krabbelt zügig durch die Gegend oder macht vielleicht schon erste Gehversuche. Durch den größeren Aktionsradius kann es zu einer Reizüberflutung kommen, dadurch zieht das Einschlafen länger hin, nachts wacht das Kind öfters auf. Steht jetzt noch die Eingewöhnung in die Kinderkrippe an, können sich Trennungsängste ungünstig auf das Schlafverhalten auswirken.
  • 18-Monats-Schlafregression: Diese Schlafregression beschreiben Eltern oft als die heftigste Phase. Dein Kind nimmt sich jetzt als Individuum wahr und erkennt seinen eigenen Willen. „Nein“ wird zum neuen Lieblingswort – oftmals auch, wenn es darum geht, sich hinzulegen und zu schlafen. Wird das Kind nachts wach, lässt es sich meistens nur schwer beruhigen.

Wie lange dauern die einzelnen Phasen der Schlafregression?

Im Allgemeinen pendelt sich der Schlafrhythmus bei Baby und Kleinkind nach ein bis zwei Wochen wieder ein. Manchmal können sich solche Phasen aber auch länger hinziehen. In diesem Fall sollte man den behandelnden Kinderarzt um Rat fragen.

Was hilft bei der Schlafregression bei Baby und Kleinkind?

Wenn das Baby nachts oft aufwacht und zusätzlich tagsüber gereizt und weinerlich ist, kann das die Eltern ganz schön zermürben. Mit unseren Tipps kannst du den gesunden Schlaf deines Kindes unterstützen:

  • Ein geregelter Tagesablauf mit festen Essens- und Schlafenszeiten ist jetzt wichtiger denn je. Behalte eure gewohnte Routine auch in Phasen der Schlafregression bei.
  • Mit Einschlafritualen wie dem leisen Singen oder Summen von Schlafliedern bei gedimmtem Licht kommt dein Kind schneller zur Ruhe und findet leichter in den Schlaf.
  • Sorge für eine angenehme Schlafumgebung: Das Kinderzimmer sollte dunkel und nicht zu warm (ca. 16 bis 18 °C) sein. Falls sich das Kleine in unruhigen Schlafphasen oft freistrampelt und friert, kann ein Babyschlafsack hilfreich sein.
  • In Wachstumsphasen brauchen Kinder mehr Nahrung. Achte darauf, dass dein Baby abends genug getrunken bzw. feste Nahrung zu sich genommen hat und satt ist.
  • Wacht das Baby in der Nacht auf, versuche es mit sanftem Streicheln und leisen Worten wieder zu beruhigen. Das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit.

Quellen

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