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Schlafrhythmus Baby: So ändert sich der Schlafbedarf im 1. Jahr

Wie viel Schlaf brauchen Babys? Unsere Tabelle gibt die einen Überblick über den Schlafbedarf des Babys im 1. Jahr.

Wie viel schlafen Babys? Ein Überblick über das 1. Jahr
Wie viel schlafen Babys? Ein Überblick über das 1. Jahr
© Twenty20/ Lewis Bullock

Das Wichtigste in Kürze:

  • Babys schlafen viel, aber selten lange am Stück.
  • Erst mit drei Monaten verlagert sich der Schlafbedarf mehr in die Nacht.
  • Dass Babys nachts häufig aufwachen liegt daran, dass sie vorwiegend in einem leichten Schlaf (REM-Schlafphasen) schlafen.
  • Manche Kinder schaffen es bereits mit einem halben Jahr nachts durchzuschlafen.
  • Wichtig: Jedes Kind hat einen individuellen Schlafbedarf. Unsere Angaben dienen nur für eine grobe Orientierung.

Ungewohnter Schlafrhythmus: Baby kennt kein Tag-und-Nacht

Ein Baby schläft viel, aber selten lange am Stück. Vor allem in den ersten Monaten kann einen das schier in den Wahnsinn treiben – Nachtruhe kennt dein Knirps nämlich nicht.

Ein Neugeborenes schläft beispielsweise bis zu 18 Stunden pro Tag, in der Regel aber höchstens ein bis fünf Stunden am Stück. Es wird auch nachts immer wieder aufwachen.

Die gute Nachricht: Nach den ersten zwei bis drei Monaten ist die „schlimmste“ Phase vorbei. Dann passt sich der Schlafrhythmus des Babys langsam deinem gewohnten Tag-Nacht-Rhythmus an. Es wird tagsüber längere Zeit am Stück wach sein und nachts mehrere Stunden am Stück schlafen.

Die schlechte Nachricht: Das passiert wirklich nur langsam. Erwarte also nicht, dass dein Baby nach ein paar Monaten schon durchschlafen wird.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärt: „Bis etwa zum 6. Lebensmonat bildet sich eine länger zusammenhängende Schlafdauer von 6 Stunden heraus. Nahezu 80 Prozent der Babys können bis zum Ende des ersten Lebensjahres 6 bis 8 Stunden am Stück schlafen.“

Schlafbedarf Baby: Schlaf-Tabelle für das erste Jahr

In der nachfolgenden Tabelle findest du einen Überblick, wie viel Babys pro Tag schlafen. Wie sich der Babyschlaf auf den Tag und die Nacht verteilt, erklären wir darunter.

Aber bitte denke daran, dass das alles nur Richtwerte sind. Jedes Kind hat einen individuellen Schlafbedarf. Und es wird immer wieder Phasen geben, in denen dein Kind besonders unruhig ist:  Etwa wenn ein neuer Wachstumsschub bevorsteht, das Baby zahnt oder es mit einem Infekt kämpft.

Wie viel Schlaf braucht ein Baby?

Alter  Schlafbedarf / 24 h
Neugeborene 16-18 Stunden
0-3 Monate 15-17 Stunden
4-6 Monate 13-15 Stunden
7-12 Monate 12-14 Stunden
18+ Monate 11-14 Stunden

Warum wird mein Baby nachts immer wach?

Dass Babys einen anderen Schlafrhythmus haben liegt daran, dass sie häufiger zwischen Tiefschlaf- und REM-Schlafphasen wechseln. Je jünger Babys sind, desto schwerer kann es ihnen fallen, diese Schlafphasen miteinander zu verbinden. Sie wachen auf.

Schlafphasen von Babys

Bei Babys dominieren die REM-Phasen. Die machen circa 50% ihrer Gesamtschlafzeit aus – bei Erwachsenen sind es nur 20%. Am Ende der REM-Schlafphase wachen Babys sehr leicht auf. Der leichte Schlaf ist ein wichtiger Schutzmechanismus. Er sorgt zum Beispiel dafür, dass das Baby aufwacht, wenn es Hunger hat.

Im Laufe des ersten Lebensjahres lernen Kinder, sich selbst zu beruhigen. Diese sogenannte Selbstregulationskompetenz hilft ihnen beim ein- beziehungsweise durchschlafen. Sie wachen zwischen den einzelnen Schlafphasen nicht mehr so häufig auf. Vorausgesetzt deinem Baby fehlt es an nichts: Es ist weder hungrig, noch ist ihm zu warm oder zu kalt, noch stört eine volle Windel.

Wie lange schlafen Babys? Tagsüber und nachts

Bei Neugeborenen verteilt sich der tägliche Schlafbedarf recht gleichmäßig auf Tag und Nacht. Schon nach den ersten Wochen stellt sich aber ein gewisses Tag-Nacht-Schema ein.

Schlafrhythmus Baby 0 – 3 Monate

Babys schlafen in den ersten drei Monaten durchschnittlich 16 Stunden pro Tag – verteilt auf vier bis fünf Nickerchen am Tag.

  • Tagschlaf: 5 – 7 Stunden
  • Nachtschlaf: 9 – 10 Stunden
  • Wachphasen: 1 – 2 Stunden

Tipp: Um dein Baby dabei zu unterstützen, dass es in den nächsten Monaten einen festen Schlafrhythmus entwickelt, solltest du ihm schon jetzt ein Gefühl von Tag und Nacht vermitteln. Das bedeutet, das Füttern und Wickeln entsprechend ruhig und mit wenig Licht abhalten – egal ob es gerade erst 19 Uhr oder schon 2 Uhr in der Nacht ist. Den Tag kannst du dementsprechend etwas aktiver gestalten, auch wenn dein Kleines etwa nur eine Stunde am Stück wach ist.

sichere Schlafumgebung

Baby 4 – 6 Monate

Zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat entwickelt sich langsam ein regelmäßigerer Schlafrhythmus: Babys machen tagsüber nur noch zwei bis drei kurze Tagschläfchen. Nachts schlafen sie länger am Stück – ungefähr zwei bis vier Stunden. Der Schlafbedarf des Babys beträgt aber immer noch rund 14,5 Stunden pro Tag.

  • Tagschlaf: 3 – 5 Stunden
  • Nachtschlaf: 10 – 11 Stunden
  • Wachphasen: 2 – 3 Stunden

Tipp: Eine einigermaßen regelmäßige Bettgehzeit ist im Vergleich zu den ersten Wochen mit dem Baby schon ein gewaltiger Fortschritt. Auch wenn es zwei bis vier Mal in der Nacht gefüttert werden will, hilft der Beginn eines Rhythmus dabei, auch die Schlafzeiten der Eltern zu planen und zu regulieren.

Baby 7 – 12 Monate

Babys schlafen beziehungsweise verschlafen auch mit einem halben Jahr noch über die Hälfte des Tages – durchschnittlich rund 14 Stunden täglich. Davon sollten schon etwa elf Stunden auf den Nachtschlaf fallen.

Tagsüber kann dein Baby jetzt schon bis zu vier Stunden am Stück munter sein und braucht dazwischen nur noch zwei bis drei Nickerchen.

  • Tagschlaf: 2 – 3 Stunden
  • Nachtschlaf: 10 – 12 Stunden
  • Wachphasen: bis zu 4 Stunden

Tipp: Für die Tagesschläfchen können jetzt feste Zeiten eingeführt werden. Es ist dann aber ratsam, bei diesen Zeiten konsequent zu sein und nicht ständig zu wechseln. Auch tagsüber kann ein fester Schlafrhythmus Babys dabei helfen, ihren Tag zu strukturieren.

Den Schlafrhythmus des Babys fördern

Je mehr ihres Schlafbedarfs Babys in der Nacht decken, desto wichtiger werden Einschlafrituale am Abend. Dazu gehört auch, eine grobe Schlafenszeit zu etablieren.

Wann sollte man ein Baby ins Bett bringen?

Eine konkrete Antwort darauf gibt es nicht. Wichtiger als eine genaue Uhrzeit ist es sowieso auf typische Müdigkeitsanzeichen deines Babys zu achten: wie etwa Quengeln, Gähnen und Nuckeln.

Jetzt solltest du mit dem Schlafenlegen nicht mehr allzu lange warten. Außerdem sollten die Rituale nicht zu lange dauern, andernfalls wird dein Baby frustriert und beginnt, gegen den Schlaf anzukämpfen. Nach 15 bis 20 Minuten sollte das Baby dann in sein Bett gelegt werden, unabhängig davon, ob es schon schläft, fast einschläft oder noch wach ist. Wenn man den richtigen Zeitpunkt wählt, bevor das Baby übermüdet ist, wird der Schlaf nun einfach kommen.

Wenn dein Baby nachts aufwacht, weil es Hunger hat oder deine Nähe sucht, ist es wichtig, dass jetzt alles mit Ruhe abläuft und du das Licht gedimmt hältst. So lernt es sanft den Unterschied zwischen Tag und Nacht und entwickelt nach und nach einen festen Schlafrhythmus.

Babys brauchen einfach Zeit, sich anzupassen. Manchen Babys fällt das leicht, andere haben Probleme damit. Das kann gerade am Abend zu regelrechten Schreistunden führen. Jetzt ist es umso wichtiger, dass du selbst ruhig bleibst und deinem Kind Sicherheit gibst. Damit hilfst du ihm am meisten!

Es ist doch erstaunlich, wieviel Schlaf Babys in den ersten Monaten brauchen. Und trotzdem schaffen sie es, dass wir Eltern chronisch übermüdet sind.

Quellen