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Schluckauf beim Baby: So kannst du helfen

Wenn Schluckauf Baby zum Hicksen bringt, klingt das unheimlich süß – aber kann das auch gefährlich sein? Lies hier die Ursachen für Schluckauf bei Babys und wie du deinem Kind helfen kannst, wenn das Hicksen nicht aufhören will.

In der ersten Monaten ist Schluckauf bei Babys typisch
In der ersten Monaten ist Schluckauf bei Babys typisch
© Pixabay/ fancycrave1

Woher kommt Schluckauf beim Baby?

Gerade in den ersten Lebensmonaten ist häufiger Schluckauf nicht ungewöhnlich. Die Ursache dafür ist die noch unausgereifte Muskulatur des Zwerchfells – sie steuert die Atmung. Bei Säuglingen ist diese aber noch in einer Art Anpassungsprozess.

Schluckauf bei Babys entsteht, wenn sich das Zwerchfell unwillkürlich zusammenzieht. Das passiert zum Beispiel beim Stillen beziehungsweise Trinken aus der Flasche, wenn das Baby einatmet sich aber gleichzeitig der Kehlkopfdeckel schließt. Jetzt steckt die Luft irgendwie fest und dein Schatz muss Hicksen.

Aber es ist mehr als nur ein amüsantes Geräusch: Der Schluckauf ist für dein Baby ein sehr nützlicher Schutzmechanismus. So wird verhindert, dass dein Baby sich verschluckt oder, dass versehentlich Muttermilch in der Lunge statt im Magen landet. Gleichzeitig werden Zwerchfell- und Rippenmuskulatur trainiert.

Neben Schluckauf haben Babys noch ein paar andere besondere Angewohnheiten, die wir dir im Video verraten.

5 merkwürdige Gewohnheiten von Babys

Schutzrefelx Schluckauf: Babys im Bauch haben ihn schon

Babys besitzen diesen natürlichen Reflex übrigens schon im Mutterleib. Vielleicht kennst du es noch aus deiner Schwangerschaft, dass dein Ungeborenes im Bauch kleine Hickser von sich gegeben hat. Meist passiert das ab der 25. SSW und kann bis zur Geburt immer wieder auftreten. Wenn du Glück hast, kannst du den Baby-Schluckauf sogar ganz deutlich bei einer Ultraschall-Untersuchung sehen – es sieht ein bisschen so aus, als würde dein Baby hüpfen.

Warum passiert das? Im Grunde ist der Schluckauf für Babys im Bauch als eine Art Atemtraining sehen. Durch das Hicksen ziehen sich Zwerchfell, die Rippen- und die Nackenmuskulatur zusammen und die Lunge dehnt sich aus – der natürliche Atemvorgang wird imitiert. Du brauchst aber keine Angst haben, dass dein Baby aus Versehen Fruchtwasser einatmet, der Kehlkopfdeckel ist dabei fest verschlossen.

Ist Schluckauf bei Neugeborenen gefährlich?

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Neugeborene Schluckauf bekommen. Das ist einfach Teil der Baby-Entwicklung. Die Kleinen empfindet den Schluckauf weder als schmerzhaft noch als störend. Manche Babys sind von dem Reflex sogar derart unbeeindruckt, dass sie trotz penetranter Hickser schlafen können.

Was hilft Babys gegen Schluckauf?

Wenn du aber das Gefühl hast, dass dein Baby das Hicksen als nervig oder irritierend wahrnimmt, gibt es ein paar Methoden, wie du bei Schluckauf Baby sanft helfen kannst.

4 Tipps für Eltern: Babys Schluckauf stoppen

  • Bäuerchen machen lassen
    Nimm dein Baby nach jeder Mahlzeit auf den Arm und lass es ein Bäuerchen So beförderst du überschüssige Luft nach draußen, was auch Blähungen vorbeugen kann.
  • Ein Schluck Milch oder Wasser
    Du kannst deinem Kind etwas Milch, oder wenn es alt genug ist (ab dem 7. Lebensmonat) einen Schluck Wasser anbieten. Das kann den Schluckauf stoppen.
  • Babymassage
    Massiere dein Baby, zum Beispiel an den Fußsohlen – es atmet dadurch ruhiger, sein Atemrhythmus wird gleichmäßiger und das Zwerchfell entspannt sich.
  • Wärme
    Ein warmes Kirschkernkissen (Vorsicht, dass es nicht zu warm ist!) auf dem Bauch kann ebenfalls helfen.
  • Ins Gesicht pusten
    Hans-Ulrich Neumann, Facharzt für Kinder-und Jugendmedizin hat noch einen echten Geheimtipp bei Schluckauf: Baby sanft ins Gesicht pusten. Dadurch ändert es seinen Atemrhythmus und das Zwerchfell entspannt sich.

Was NICHT tun bei Schluckauf

Wichtig: Versuche auf keinen Fall, den Schluckauf deines Babys wie bei Erwachsenen loszuwerden. Erschrecken solltest du es also genauso wenig wie ihm die Nase zuhalten.

Helfen sanfte Methoden wie oben beschrieben nicht, dann warte, bis das Hicksen von selber verschwindet. Meist regelt der Körper deines Kindes den Reflex schon nach ein paar Minuten selbst.

Quellen