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Schmelzflocken für Babys: sättigend oder schädlich?

vonJulia Göge

Wenn das Baby durch reine Mutter- oder Flaschenmilch nicht satt wird, wurde Eltern früher geraten der Milch Schmelzflocken hinzuzufügen. Aber: Experten warnen vor den löslichen Haferflocken für Säuglinge.

vonJulia Göge
Schmelzflocken - Wie gut sind sie wirklich für Babys?
Schmelzflocken - Wie gut sind sie wirklich für Babys?
© Bigstock / romrodinka

Was sind Schmelzflocken?

Der Name „Schmelzflocken“ ist ein eingetragener Name der Marke Kölln. Bei anderen Herstellern findest du sie eher unter dem Begriff „lösliche Haferflocken“.

Im Gegensatz zu normalen Haferflocken werden Schmelzflocken aus einem gemahlenen Getreidekorn hergestellt. Sie lösen sich deshalb besonders einfach in Flüssigkeiten auf und sind besonders leicht zu kauen und schlucken.

Mittlerweile werden die Flocken sogar extra für Kinder beworben. Manche Marken tun das beispielsweise mit dem Zusatz „Ab dem 4. Monat bis ins Kinderalter“.

Warum geben Eltern Schmelzflocken?

„Muttermilch alleine macht nicht satt! Gib ein paar Schmelzflocken in die Milch am Abend, dann ist dein Kind lange satt und schläft besser durch!“

Dieser Großeltern Tipp ist genauso veraltet und falsch wie „Babys muss man auch mal schreien lassen!“ und „Kinder müssen ihren Teller immer aufessen!“. Trotzdem hält sich das Gerücht hartnäckig, dass die Mutter- oder Flaschenmilch angedickt werden sollte, damit das Kind alle Nährstoffe bekommt und satt wird.

 

Aber: Sind Schmelzflocken gut fürs Baby?

Experten warnen vor Schmelzflocken für junge Säuglinge

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. warnt vor einer zusätzlichen Gabe von Schmelzflocken oder anderen Zusätzen:

 

„Als Ersatz für Muttermilch eignen sich ausschließlich spezielle Säuglingsmilchnahrungen. Die „klassische“ Milchflasche, wie sie von manchen Müttern selbst hergestellt wird, mit Vollmilch und Zusatz von Kohlenhydraten, z. B. Haferflocken oder Grieß, ist als Ersatz für Muttermilch nicht geeignet. Die Zubereitungen weisen einen zu hohen Proteingehalt auf und zu wenig Vitamine und Spurenelemente. (…) Muttermilch ist die natürliche und optimale Nahrung für den Säugling. Sie enthält alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung und passt sich den Bedürfnissen des Kindes an.“

Lösliche Haferflocken als Dickmacher?

Durch Schmelzflocken nehmen junge Babys überflüssige Kohlenhydrate zu sich. Mittlerweile ist erwiesen, dass sich dadurch Fettzellen bilden, die ein späteres Übergewicht begünstigen können.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt außerdem vor der Gabe von rohem Getreide, da auch das schwer verdaulich ist und gefährliche Keime enthalten kann.

Lösliche Haferflocken vor dem 6. Monat nicht unbedenklich

Schmelzflocken kann man nicht nur der Milch hinzufügen, um sie zu verdicken. Sie kann auch als eigener Brei verfüttert werden. Doch auch dann sind die Flocken umstritten:

Denn da das Verdauungssystem der Kinder noch nicht ausgereift genug ist, fällt es ihnen schwer, den Brei richtig zu verdauen – die wichtigen Kohlenhydrate können somit nicht vom Körper aufgenommen werden. Zwar sättigen sie dein Kind vorerst, doch es fehlt ihnen an wichtigen Nährstoffen wie Eisen und Kohlenhydraten.

 

Schmelzflocken: Ab wann?

Also – ab wann darf man mit Schmelzflocken anfangen? Ärzte empfehlen die Flocken erst ab dem sechsten Monat.

Studien, wie zum Beispiel eine Studie des Instituts für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften der Universität Bonn, empfehlen zum Getreide-Milch-Brei, der ab dem sechsten Monat abends gegeben wird,…

  • …bei der Wahl von Getreide- oder Schmelzflocken Vollkornprodukte zu verwenden.
  • …den Brei selbst zuzubereiten.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. warnt vor fertigen Getreidemilchbreien, da diese oft zusätzlich gesüßt sind und Fettsucht fördern können.

Einige tolle Rezepte für Babybrei findest du hier:

: einfach selbst kochen

Ersatz für die Flocken

Wird dein Kind vor dem sechsten Monat jedoch immer noch nicht satt? Wenn du auf Alternativen zu Schmelzflocken zurückgreifen willst, gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Beim Stillen:

Wenn du stillst, könntest du versuchen, die Trinkmenge deines Kindes zu erhöhen. Aber Vorsicht: Du solltest es nicht zwingen. Dreht dein Kind seinen Kopf eigenständig von deiner Brust weg, ist das ein klares Zeichen, dass es satt ist. Das solltest du respektieren.

 

: Ist mein Kind satt?

Hast du jedoch weiterhin das Gefühl, dass dein Kind nicht satt wird, solltest du das mit deiner Hebamme oder deinem Kinderarzt besprechen. Vor allem, wenn dein Kind stark an Gewicht verliert, kann es zum Beispiel nötig werden, mit Zwiemilch zuzufüttern.

  • Bei Flaschennahrung:

Wenn du dein Kind mit der Flasche fütterst, kannst du überlegen, auf die nächsthöhere Babynahrung umzusteigen. Wenn du unsicher bist, frag hier deine Hebamme, sie kann dir bestimmt weiterhelfen und gute Tipps geben.

Quellen

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