Wenn das Baby Schnupfen hat: So bekommst du die Nase frei

Wenn das Baby Schnupfen hat: So bekommst du die Nase frei

Hat das Baby Schnupfen ist die wichtigste Frage: Wie bekomme ich die verstopfte Nase wieder frei? Was Kinderärzte empfehlen, ob Muttermilch oder Kochsalzlösung hilft und welche homöopathischen Mittel du ausprobieren kannst.

Ein kleines Kind schläft im Kinderwagen
Frische Luft wirkt bei Baby-Schnupfen wahre Wunder © Bigstock / Nelli Kovalchuk

Säuglingsschnupfen: Baby Schnupfen in den ersten Monaten meist kein Infekt

Hat das Baby Schnupfen und leidet an einer verstopften Nase, dann handelt es sich vor allem bei Neugeborenen in der Regel nicht um eine Infektion. Der sogenannte Säuglingsschnupfen ist also kein akuter Schnupfen, so wie wir Großen ihn kennen. Babys verstopfte Nase hat eine andere Ursache: Seine inneren Nasengänge sind erst wenige Millimeter groß und schwellen bei jeder Aufregung schnell an – sofort wird die Nase dicht und das Baby röchelt. Soweit ist das ganz normal und zunächst kein Grund beunruhigt zu sein. Erst, wenn „ein Neugeborenes Probleme beim Trinken [hat], ist die Koordination des Atmens und Trinkens gestört, sollte man der betreuenden Hebamme oder dem Kinderarzt Bescheid geben“ , bestätigt auch der Kinder- und Jugenarzt Oliver Kühn auf seinem Blog kinderdok.blog.

Erst, wenn der Nestschutz langsam nachlässt, wird das Baby Schnupfen wahrscheinlich auch auf Grund einer Viren-Infektion bekommen. Aber auch dann ist eine Baby-Erkältung in der Regel unbedenklich. Bis zu zehn Infekte pro Jahr sind bei Kindern in den ersten zwei Lebensjahren durchaus normal. Trotzdem ist Baby-Schnupfen ernst zu nehmen! Weil Babys nicht durch den Mund atmen können, muss die Nase unbedingt freigehalten werden, vor allem nachts. Auch musst du darauf achten, dass es genügend trinkt.

Baby-Schnupfen: Ein ernstes Problem

Hat dein Baby Schnupfen, kann das zu einer großen gesundheitlichen Belastung werden. Gerade wenn das Baby eine verstopfte Nase hat, sind die Kleinsten in ihrem Wohlbefinden stark beeinträchtigt: Sie haben noch nicht gelernt, durch den Mund zu atmen. Das Stillen oder Flasche geben kann so zum Problem werden: Das Baby hat Hunger, aber wenn es saugt, kann es nicht gut durch die Nase atmen. Auf diese Weise ziehen sich Mahlzeiten lange hin oder das Baby verliert ganz die Lust am Essen.

Ein hungriges Kind wird dann natürlich noch weinerlicher sein und kann schlecht schlafen. Nun ist das Kind hungrig, müde und krank – ein Teufelskreislauf, den man spätestens zur Nacht hin unterbrechen sollte. Denn was bei einer Erkältung wichtig ist, hilft natürlich auch bei Schnupfen: Babys brauchen Ruhe um sich schnell zu erholen.

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Ab wann mit Baby-Schnupfen zum Arzt?

In der Regel hat das Baby Schnupfen nach spätestens sieben Tagen überstanden, meist sogar früher. Bemerkst du jedoch, dass dein Baby hohes Fieber (über 38,5 Grad) bekommt, wirkt es teilnahmslos, hat kaum Appetit oder verweigert das Essen ganz, dann solltest du einen Arzt aufsuchen. Es kann sich um einen ernsthaften Infekt handeln. Das gleiche gilt, wenn dein Baby sehr schwer atmet. Das erkennst du

  • , wenn sich die Nasenflügel rasch bewegen uns stark aufblähen.
  • , wenn sich die Haut am unteren Rand des Brustkorbs, zwischen den Rippen oder an den Schlüsselbeinen beim Einatmen strak nach innenzieht.
  • , wenn sich die Haut deines Babys bläulich-violett verfärbt.

Guter Schlaf trotz Schnupfen: Baby hochlagern

Wenn das Baby Schnupfen hat, nachts unbedingt auf die richtige Schlafposition achten. Eine verstopfte Nase ist im Liegen nämlich doppelt schlimm. Zudem läuft das Nasensekret in den Rachen. Beides kann im schlimmsten Fall zu Atemstörungen führen – gerade bei ganz kleinen Kindern. Damit dien Kind trotz verstopfter Nase nachts gut und sicher schlafen kann und schnell gesund wird, gibt es einige sehr hilfreiche Maßnahmen. Diese vier Tipps kannst du ausprobieren:

  • Die richtige Schlafposition:
    Lege den Oberkörper des Babys ein wenig hoch: Das erreichst du, indem du ein gerolltes Handtuch oder ein Keilkissen unter das Kopfende der Matratze legst. So ist der Oberkörper erhöht und das Schnupfensekret kann leichter abfließen, die Atmung ist erleichtert. Aber: Verwende kein Kissen unter dem Kopf!
  • Sorge für ausreichende Luftfeuchtigkeit:
    Gerade in der Heizperiode ist die Raumluft meist zu trocken. Das fördert grundsätzlich Infekte der Atemwege, strapaziert die angeschwollene Nasenschleimhaut aber zudem. Lege ein feuchtes Handtuch auf die Heizung, um das Raumklima zu verbessern. Achte aber immer darauf, dass die Luft mit sauberem Wasser befeuchtet wird – Luftbefeuchter an Heizungen, deren Wasser nicht täglich gewechselt wird, können eine zusätzlicher Keimquelle sein und das wirkt nicht gerade gesundheitsfördern, wenn dein Baby Schnupfen hat.
  • Frischluftzufuhr:
    Die beste und einfachste Methode, damit dein Baby Schnupfen nachts besser erträgt, ist ein offenes Fenster! Ziehe dein Kind warm genug an, lege es in den Schlafsack und lasse das Zimmerfenster über Nacht in Kipp-Stellung, sofern die Außentemperaturen es zulassen und der Kinderarzt keine Einwände hat. Unbedingt auf Zugluft achten!
  • Finger weg von ätherischen Ölen!
    Immer wieder verwenden Eltern Pfefferminzöl oder ähnliche Öle und Tropfen, um sie auf Handtüchern, Kopfkissen oder in Raumluftbefeuchtern anzuwenden. Diese Öle und Tropfen können bei kleinen Babys zu schweren allergischen Reaktionen und zum Atemstillstand führen!
  • Abschwellende Nasentropfen nur im Notfall
    Nasenspray sollten Babys und Säuglinge nur in Ausnahmefällen und immer in Rücksprache mit einem Kinderarzt bekommen. Das gilt auch für Nasentropfen. Mehr Infos dazu und welche Präparate unbedenklich sind, bekommst du hier: Nasentropfen Baby: Gefährlich oder wichtiger Schnupfen-Helfer?

Baby-Schnupfen behandeln

Wie auch bei Erwachsenen vergeht der Baby-Schnupfen von selbst wieder, ohne dass Medikamente notwendig werden (Ausnahme: der Schnupfen ist Begleiterscheinung einer anderen Krankheit z.B. ein grippaler Infekt). Die Behandlung zielt in erster Linie darauf an, Babys verstopfte Nase wieder frei zu bekommen. Diese Tipps können dabei helfen:

Babys verstopfte Nase frei bekommen:

  • Muttermilch:
    Hat dein Baby Schnupfen, gilt Muttermilch als sinnvolle Alternative zu Nasensprays und -tropfen. Muttermilch enthält heilende Immunglobuline, was beim Abschwellen der Nasenschleimhäute hilft. Gerade sehr dickflüssige Milch kann aber auch das Gegenteil bewirken und die Nasenhärchen verkleben.
  • Kochsalzlösung:
    Auch eine selbstgemachte Lösung aus Kochsalz hilft Babys verstopfter Nase. Dafür ein Gramm Kochsalz mit 100 ml Wasser aufkochen. Ist die Lösung abgekühlt mehrmals täglich zwei bis drei Tropfen in Babys Schnupfen-Nase geben. Verwende dafür eine leere Nasentropfen-Pipette.
  • Nasensauger:
    Hartnäckigen Schleim oder Popel bekommst du am besten mit einem Nasensauer aus Babys Nase. Was du dabei beachten musst und welche Sauger etwas taugen, das kannst du hier nachlesen: Nasensauger Baby – Anwendung, Wirkung, Modelle
  • Frische Luft:
    Wenn das Baby Schnupfen hat, dann solltest du mit ihm regelmäßig an die frische Luft. Gerade im Herbst und im Winter hilft die kühle Luft der Nase beim Abschwellen.
  • Inhalieren:
    Schon Säuglinge dürfen inhalieren. Allerdings solltest du das vorab mit deinem Arzt absprechen. Starke ätherische Öle sind ganz tabu. Um die Nasenschleimhäute sanft zu befeuchten kann es schon helfen, dein Baby für ein paar Minuten durch das Badezimmer zu tragen, wenn du oder dein Partner darin zuvor geduscht oder gebadet hat. Der feine Wasserdampf wird dann eingeatmet.
  • Homöopathische Mittel:
    Bei Säuglingen empfiehlt sich Sambucus nigra der Potenz C12. Gib deinem Baby davon zwei bis drei Mal drei Globuli. Wenn dein Kind unter Fließschnupfen leidet, gib ihm am besten alle zwei bis drei Stunden 5 Globuli von Allium cepa D3 und bei zähem Schleim drei mal pro Tag fünf Globuli von dem homöopathischen Mittel Kalium bichromcium D6.

Verlasse dich bei Baby-Schnupfen auf dein Bauchgefühl

Wenn du das Bedürfnis hast einen Arzt aufzusuchen, dann solltest du dies auch wirklich tun. Wenn alles keine Besserung bringt und der Schnupfen Baby länger als zwei Wochen quält oder wenn Fieber hinzukommt, solltest du auf jeden Fall Rücksprache mit dem Kinderarzt halten.

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Quellen:

Kühn, Oliver: Säuglinge haben keinen Schnupfen, URL: https://kinderdok.blog/2016/03/01/saeuglinge-haben-keinen-schnupfen/ (Abrufdatum: 17.10.2018)

Friedrich, Jana: Erkältungszeit: Was tun, wenn dein Baby die Nase voll hat?; URL: https://www.hebammenblog.de/erkaeltungszeit-was-tun-wenn-dein-baby-die-nase-voll-hat/ (Abrufdatum: 17.10.2018)

Dr. med Lang, Marin; Dr. med Weinzierl-Moll, Petra: Säuglingsschnupfen, Babyschnupfen, Schnorcheln. URL: https://www.kinderarzt-augsburg.de/baby/gesundheit-in-den-ersten-wochen/saeuglings-schnupfen/ (Abrufdatum: 17.10.2018)

Nolte, Stephan Heinrich; Nolden, Annette: Das große Buch für Babys erstes Jahr: Das Standardwerk für die ersten 12 Monate, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München: 9. Februar 2013