Schütteltrauma: Anzeichen, Folgen und Soforthilfe

Schütteltrauma: Anzeichen, Folgen und Soforthilfe

Wird ein Baby geschüttelt, hat das gravierende Folgen für Gehirn und Nervensystem. Im schlimmsten Fall kann sogar der Tod eintreten. Nach wie vor zählt das Schütteltrauma zu jenen Tabuthemen, über die die Allgemeinheit wenig weiß. Verheerend, finden Experten, denn rasche Hilfe kann dazu beitragen, dem geschüttelten Kind doch noch das Leben zu retten. Lies hier, welche Folgen ein Schütteltrauma haben kann und wie man das Leben des Kindes doch noch retten kann.

Mutter hält Säugling auf dem Arm
Ein Schütteltrauma kann zum Tod des Babys führen. © Unsplash / Jenna Norman

Was ist ein Schütteltrauma?

Packt man das Baby in Momenten der Überforderung am Oberkörper und schüttelt es, wirkt sich das auf drastische Art und Weise auf den sensiblen Kopfbereich aus. Die daraus entstehenden Schäden an Gehirn und Nervensystem samt körperlichen Symptomen bezeichnet man als Schütteltrauma oder auch shaken baby syndrom. Im schwerwiegendsten Fall können Babys daran sterben. Doch auch leichtes Schütteln gefährdet die Gesundheit des Kindes nachhaltig. Aber warum ist es so extrem gefährlich, ein Baby zu schütteln?

Schütteltrauma: Was passiert, wenn man ein Baby schüttelt?

Dadurch, dass der kindliche Kopf im Vergleich zum restlichen Körper ungleich schwerer ist und die Nackenmuskulatur noch zu wenig entwickelt, können ungebremste Vor- und Rückwärtsbewegung des kindlichen Kopfes dazu führen, dass kleine Blutgefäße, die sogenannten Brückenvenen, durch die Schüttelbewegung reißen. Gehirnblutungen und Schädigung von Nervenfasern sowie -bahnen sind die Folge.

Zudem ist das kindliche Gehirn mit viel Flüssigkeit gefüllt und zum Schädelknochen hin besteht noch Platz. Bei Schüttelbewegungen prallt das Gehirn demnach besonders leicht gegen die Schädeldecke. Das führt zu Prellungen und Quetschungen des Gehirns, was tödlich sein kann.

Anzeichen eines Schütteltraumas

Klassische Anzeichen eines Schütteltraumas beim Baby sind:

  • Appetitverlust
  • Erbrechen
  • Apathie
  • schrilles Schreien
  • Netzhautblutungen
  • epileptische Anfälle

Folgen eines Schütteltraumas

Langzeitfolgen reichen von leichten kognitiven Beeinträchtigungen (oft erst im Schulalter durch Aufmerksamkeits- und Lernschwächen erkennbar) bis hin zu schwersten Mehrfachbehinderungen wie Seh-, Sprach- und Motorikstörungen. Mehr als ein Fünftel der geschüttelten Kinder sterben aufgrund des Traumas. Das Statistische Bundesamt geht in Deutschland von 100-200 Todesfällen pro Jahr aus. Eine schockierende Zahl – vor allem da das Leben betroffener Kinder oft noch gerettet werden könnte!

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Schütteltrauma muss nicht immer tödlich sein

Doch das Leben eines geschüttelten Kindes kann gerettet werden! Doch viele Eltern schämen sich zuzugeben, ihr Kind geschüttelt zu haben und gehen entweder nicht oder zu spät zum Arzt oder lügen über den Tathergang.

Das Gefährliche an einem Schütteltrauma: Äußerliche Anzeichen sind selten und erste Symptome lassen nicht immer sofort auf ein Schütteltrauma schließen. Dadurch geht im Krankenhaus wertvolle Zeit mit der Diagnose verloren, die für die Behandlung des Traumas dringend benötigt wird. Ärzte appellieren daher dringend an die Eltern, sofort zuzugeben, wenn das Baby geschüttelt wurde, damit lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden können. Jede Minute zählt, um das Leben des geschüttelten Kindes zu retten und schwerwiegende Folgen zu minimieren!

Schütteltrauma vermeiden: Aufklärung und Unterstützung von Eltern und Betreuungspersonen

Wesentlich zur Vermeidung von Schütteltraumata bei Babys ist Aufklärung. Viele Eltern und Betreuungspersonen wissen gar nicht, wie leicht Schütteln die Gesundheit des Kindes nachhaltig gefährdet. Außerdem muss bei jungen Eltern in Bezug auf Überforderung sensibel agiert werden. Vor allem bei Eltern eines Schreibabys, bei postpartalen Depressionen oder Alleinerziehern ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Hilfe bieten Schreiambulanzen und Sozialarbeiter.

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